Zagreb

Drei Nächte in: Zagreb

Kroatien-Reisende erleben Zagreb oft lediglich als Ankunftsort vor der Weiterreise. Nein, die Stadt ist nicht unbedingt berühmt für schöne Architektur und Sehenswürdigkeiten. Und weil der 4 Jahre andauernde Kroatienkrieg vor gerade einmal  20 Jahren endete, verband ich mit Zagreb immer die Nachrichten über Besetzung und Angriffe.

Diese Wahrnehmung hat ein längeres Wochenende in die neue Hauptstadt des unabhängigen Landes verändert. Ich war sofort begeistert. Denn ja, es lohnt sich, Zagreb mehr Aufmerksamkeit und Zeit zu schenken (Hollywoods Studios haben die Qualitäten längst erkannt und drehen dort und im Rest Kroatiens kostengünstig ihre Filme).

In Zagrebs Stadtbild verschmelzen osteuropäische Geschichte und westliche Kultur, was einen richtig interessanten Flair erzeugt. Die Stadt ist zugleich jung und alternativ – auf rund 800.000 Einwohner kommen ca. 40.000 Studenten –, man spürt eine Art Aufbruchstimmung, ein Ärmelhochkrempeln, die Befreiung von Altlast. Diese Atmosphäre kennen wir höchstens aus einer kurzen Berlin-Phase, sie ist eher ungewohnt und hat deshalb einen ganz eigenen Reiz.

Streifzüge durch Zagreb

Breite Alleen mit wunderschönen alten Gebäuden im Wechsel mit engen, malerischen Gassen: Zagrebs interessanteste Viertel erinnern an Wien und Prag, aber ohne deren hunderttausende Touristen. Für einen Städtetrip ist dieser Stadt-Puls geradezu erholsam. Der internationale Flughafen ist nur 20 Kilometer entfernt, Flüge nach Zagreb sind wirklich preiswert – das macht die Stadt perfekt für ein verlängertes Wochenende. Man findet hinreichend Hotelangebote, aber wer sparen möchte, macht es auf kroatische Weise und bucht ein privates Appartement – mehr Platz für weniger Geld, und Cafés mit Frühstücksangebot hat Zagreb im Überfluss.

Fahrt dafür entweder mit einer kleinen Zahnradbahn nach Gornji Grad hinauf und erkundet die Altstadt mit einem kleinen Spaziergang. Oder folgt den Treppen neben der Zahnradbahn (geht schneller) und durch einen aparten kleinen Park in der Nähe der Straße Strossmayerovo setaliste, ein sehr schöner Spazierweg (siehe Route „Spaziergang“ in der Karte unten). Das Stadtviertel besticht mit charmanten Gassen, die abends von alten Gaslaternen beschienen werden, vielen Straßencafés und einer Atmosphäre, die zum Bummeln und Träumen einlädt.

Der Stadtteil Donji Grad dann lockt mit vielen Museen, Galerien, der Universität, dem Nationaltheater und imposanten Barock-Gebäuden an den breiten Alleen. Merkwürdiger Weise kreieren ausgerechnet die Narben des Bürgerkriegs – Einschusslöcher und renovierungsbedürftige Häuserdächer – jenen speziellen coolen, etwas rotzigen Chic der Stadt. Gute und erstaunlicherweise zu jeder Tageszeit gut besuchte Café oder Restaurants findet ihr an jeder Ecke.

Für das Shopping empfiehlt sich die Gegend rund um die Ilica und den Platz Trg Bana Josipa Jelacica mitsamt seiner zahlreichen, von hier abzweigenden Gassen. Der Platz ist Treffpunkt für Jung und Alt und deshalb ein idealer Ausgangspunkt für Entdeckungstouren. Ich habe in die Karte unten die Route Shopping integriert, die ihr durch das Häkchen aktivieren könnt. Auf dem Dolac Markt werden neben Obst und Gemüse viele andere lokale Produkte feilgeboten, darunter Honig, Käse oder (Kunst-)Handwerk.

Die Highlights von Zagreb

Es gibt 31 Museen und Galerien in Zagreb, die nahezu jedes Interesse befriedigen. Eins sticht dabei aus dem klassischen Raster von Archäologie über Stadtgeschichte bis Kunst heraus: Das Museum of Broken Relationships zeigt eine Sammlung von Gegenständen, die Menschen nach einer gescheiterten Liebesbeziehung nicht länger behalten wollten, weil an ihnen zu viele Erinnerungen hängen. Und eben diese werden hier erzählt. Es ist also eher ein Labor der Liebe, ein Museum über glückliche Liebesmomente mit späterem unglücklichen Ende.

Maksimir Park – die grüne Lunge Zagrebs – dient den Einheimischen als Naherholungsgebiet und ist perfekt für eine morgendliche Laufrunde, einen Spaziergang und ein Picknick. Noch viel mehr Naturerlebnisse verspricht das Medvenica-Gebirge am nördlichen Stadtrand, genau das Richtige für urbane Mountainbike-Fans oder Wandervögel.

Auch an die Ufer des Jarun-See im Südwesten strömen (nicht nur) im Sommer die Städter. Am Tag toben hier am Strand (!) die Kinder, sonnen sich die Teens, flitzen auf der 2 Km langen Regattastrecke die Kanufahrer, und das Schwimmen ist in zwei extra Badeseen möglich. Abends verwandelt sich das verkehrsberuhigte Ufer in eine Partymeile mit belebten Bars und Clubs. Lust auf eine durchtanzte Nacht? Dann seid ihr hier goldrichtig.

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Yoga-Fans finden in Zagreb ausreichend Yogastudios mit sehr umfangreichen Stundenplänen. Viele Kurse können auch auf Englisch gehalten werden – natürlich empfiehlt sich ein vorheriger Check-Anruf beim Studio! Es wird erstaunlich viel Ashtanga geübt, aber grundsätzlich ist Raum für fast jeden Stil. Ihr findet ein paar Studios in der Karte, schickt aber besser vorher eine kurze Nachricht, damit die Lehrer sich auf eure Bedürfnisse einstellen können.

Wie beschrieben, ist die Auswahl an Restaurants und gemütlichen Cafés groß. Fisch- und Fleischgerichte und ein Veggie-Auflauf sind im Prinzip Speisekarten-Standards. Auf meiner Zagreb-Karte findet ihr daher zusätzliche Tipps für die Veganer oder Vegetarier unter uns.

Und steht euch nach dem ganzen Erkundungsabenteuer der Sinn nach einer erholsamen Wellness-Massage oder Beauty-Anwendung: Macht einfach einen Termin in einem der Spas, die auf meiner Karte mit einer Blume markiert sind.




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