Yoga_Asana_Clinique

Yoga & Make-up – ein Widerspruch?

Wer Yoga macht, landet oft in Schubladen. Wer Yoga nur von weitem kennt, klebt auf diese Schubladen folgende Titel:  Yogis lächeln immer, Yogis essen vegan, Yogis streicheln kuschelige Tiere, Yogis tragen Bio-Hanf-Unterwäsche und salzen ihre Kartoffeln nicht. Sie grüßen jeden mit Namaste und verbreiten stets einen Hauch von Räucherstab. Oder aber sie leben auf Instagram und sind aus Gummi.

Solche Klischees sind natürlich blanker Unsinn, denn heute sind aus dem Stamm der indischen Lehre mindestens 100 neue Zweige Richtung Westen gewachsen – und haben dort eine Millionenschar unterschiedlichster Nationalitäten und Persönlichkeiten auf die Matten geholt. Und die machen, was Menschen immer machen. Sie machen, was sie wollen.

Dazu gehört unter anderm, Make-up zu tragen.

Denn warum sollte der Wunsch, sich hübsch zu machen, an der Studio-Tür enden? Meine Lehrerin benutzt eine getönte Tagescreme mit SPF, wenn ihr das Wintergesicht zu blass wird. Ich unterrichte selbstredend selber mit demselben Tages-Make-up meine Abendstunden und schminke mich vorher nicht extra ab – um dann was zu sein? Mehr „wahre“ Yogini, die sich um Ego und Eitelkeit nicht schert? Weil ich ja nur noch eine Rotationsübung von der Kundalini-Erweckung und nachfolgender Erleuchtung entfernt bin?

Das ist so unsinnig wie jeder Ansatz, Menschen zu erhöhen. Ob ich Lidstrich trage oder keinen, sollte mit meinem Lebensentwurf ganz allgemein zusammenpassen. Was mir natürlich gefällt: Beim Yogaunterricht und somit unter Yogis und Yoginis kippen viele sogenannte gesellschaftliche Konventionen einfach so weg.

Komme ich also in verbeulten Jogginghosen oder in trendigen Yoga-Leggings – egal. Trage ich ein perfektes Make-up oder bin fleckig, faltig, kleinäugig, verschwollen, blass, müde – alles ist gleich gut oder schlecht oder nichts davon, einfach: egal. Herrlich!

Während der kleinen und manchmal – auf Yoga-Retreats – auch größeren Reisen zu sich selbst kommt es immer wieder zu Momenten, in denen die verkrusteten Schichten der Anpassung aufbrechen. Rückbeugen zum Beispiel lösen häufig tiefe emotionale Verspannungen, die im Rücken und/oder im Brustraum gespeichert sind – und plötzlich bricht jemand vor Fremden in Tränen aus. Oder auch in irres Gelächter.

Das alles und noch viel mehr ist erlaubt. Sogar erwünscht. Denn eine Wertung durch andere findet nicht statt – oder zumindest sollte sie das nicht. Denn nur, indem ihr aus dem engen Korsett der Konventionen ausbrecht, könnt ihr euch auf etwas Neues zu bewegen. Ob das Neue innerlich ist oder äußerlich – oder auch beides.

Diese Freiheit gilt deshalb für jeden, der Yoga praktiziert. Ein besonders schönes Gefühl, denn solche wertfreien Räume der Toleranz und Akzeptanz sind überaus selten.

Wie jeder Einzelne diese Freiheit nutzt, ist eine völlig individuelle Entscheidung. Die gibt auch nicht euer Lehrer vor. Ob ihr seinem oder ihrem Vorbild folgen wollt: eure Sache. Ich kenne beliebte Lehrerinnen, die sich Falten ebenso spritzen lassen wie die Midlife-Mutti um die Ecke. Und seien wir ehrlich, das Muskelspiel so mancher Yogis auf der Lehrer-Matte ruft ein unüberhörbares und mit Ego vollgesogenes: „Schau mich an!“  durch den Raum.

Wenn’s Spaß macht … am Ende muss jeder auf seine Art glücklich werden.

Mir persönlich liegt ein dezentes Male-up. Ich nutze lediglich ein bisschen CC-Creme, etwas Camouflage über Pigmentstörungen und Rötungen, Lidstrich und Wimperntusche. Je nach Jahreszeit kommt auf die Wangen ein Hauch Rouge, that’s it.

 

Ob und was ihr aus dem unendlichen dekorativen und pflegenden Angebot favorisiert – zum Beispiel bei unserem Beitrags-Partner Clinique –, ist eure Entscheidung. Yoga schreibt euch keinen Lebensstil vor. Dann fangen wir schon gar nicht damit an 😉




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