Pukka_Teerituale

Die Geheimnisse der Teezubereitung

„Ich setz schon mal Teewasser auf“ dürfte einer der Standardsätze sein, sobald Gäste im Anmarsch sind. Tee gehört weltweit zu den beliebtesten und am häufigsten konsumierten Getränken. Das ist schön, für Teeproduzenten und -konsumenten. Aber wie bereitet man Tee am besten zu? Auf die Frage hat wirklich jede Nation und jede Region sehr unterschiedliche Antworten.

Indien liebt den Tee, und der Tee liebt Indien. Nur Chinas Anbaumenge liegt noch über der Indiens, deutlich abgeschlagen rangieren Kenia und Sri Lanka. Tee trinken die Inder eigentlich immer und überall, aber auf jeden Fall, wenn Besuch ins Haus kommt. Dieses Willkommensritual gehört zu den Gepflogenheiten ihrer ausgeprägten Gastfreundschaft.

Ihren Chai (der Überbegriff für Tee, weshalb Chai-Tee ähnlich doppelt gemoppelt ist wie der „weiße Schimmel“) bereiten die Bewohner des Subkontinents am liebsten mit losen Blättern und Gewürzen zu. Einfach alles zusammen in einem Topf mit Wasser und Milch aufkochen, süßen, fertig.

Der Teetrinker-Adel residiert derweil ganz in unserer Nachbarschaft. Was uns Deutschen der Kaffeeklatsch, ist den Briten ihr High Tea. Nicht nur unter Royals zelebriert man in England das Teetrinken inklusive gutem Porzellan, Kuchen, Snacks und jeder Menge Zeit. Die süßen Scones mit Marmelade oder Schlagsahne reicht der kultivierte Teetrinker übrigens ausschließlich zum Nachmittagstee (Afternoon Tea oder Five o’Clock Tea).

Und quite certainly gehört zum Tee der vergoldende Schuss Milch. Allerdings scheiden sich die britischen Geister seit Jahrzehnten bei der Frage: Zuerst die Milch, und dann der Tee? Oder umgekehrt? Einigkeit dagegen herrscht bei der Überzeugung, dass für einen tadellosen Teegenuss stets die Untertasse formvollendet unter die Tasse gehalten gehört.

Ihre ersten Teeerfahrungen machten die Bewohner der ehemaligen Kolonialmacht übrigens mit Importen aus dem fernen China, dem Geburtsland der Teekultur. Die Bewohner des riesigen Landes pflegen teilweise extrem unterschiedliche Teetraditionen und -sitten. An die jeweiligen Zeremonien sind zahllose unterschiedlichste Bedeutungen und Botschaften geknüpft, man kennt hier sogar Teeheilige und verknüpft den Genuss mit Sozialverhalten, Glauben und Philosophie. Ernster als die Chinesen nimmt es mit dem Tee keine andere Nation.

Für die Zubereitung ist es unter anderem Tradition, grüne Teesorten häufiger aufzugießen: Man gibt lose Blätter in relativ kleine Teekannen und brüht das erste Mal mit heißem Wasser auf, die Kanne wird dabei nur bis zur Hälfte gefüllt. Nach ein bis zwei Minuten wird mit siedendem Wasser komplett aufgefüllt. Das ergibt den „Tee des Wohlgeruches“, den man nach etwa einer Minute einschenkt.

Die Hälfte des Tees in der Kanne wird dann mit frischem Heißwasser erneut aufgegossen: Dieser „Tee des Wohlgeschmacks“ zieht etwas länger als der Erstaufguss. Das Prozedere wird wiederholt, der dritte Aufguss heißt „Tee der langen Freundschaft“. Für die Aufgüsse nutzt man unterschiedlich heißes Wasser, um das Beste aus den Teeblättern rauszuholen. Angefangen wird bei etwa 60°C und dann langsam bis 100°C gesteigert.

Bei Hofe trank angeblich den Erstaufguss einst der Eunuch (wohl auch, um Vergiftung auszuschließen), der zweite war der Kaiserfamilie vorbehalten, und den dritten servierte man den kaiserlichen Konkubinen.

Die Türkei produziert Tee hauptsächlich für den Eigenbedarf, die Anbaugebiete gehören zu den größten der Welt; ein sehr klares Liebes-Bekenntnis. Schwarztee gehört zu jeder Tageszeit getrunken, häufig ist er ziemlich stark.

Die Zubereitung erfolgt meist mit einem „Semaver“. Dieser besteht aus zwei Kannen und einem Schacht, in dem glühende Kohlestücke das Wasser in der unteren Kanne erhitzt. In der oberen Kanne entwickelt sich ein Teekonzentrat (ein Löffel Tee pro Tasse), das 15 – 20 Minuten ziehen muss. Es wird in tulpenförmige kleine Gläser eingeschenkt und mit dem heißen Wasser aufgegossen, Zucker dazu – fertig. Auch hier sind mehrere Aufgüsse möglich.

Ähnlich verläuft die bis ins 16. Jahrhundert zurück reichende Teezubereitung Russlands. Die aus Georgien und China, aber auch Indien stammenden, meist kräftigen Broken-Teesorten werden im Samowar zu einem Sud bereitet, die Süße stammt oft von Marmelade, den Genießer parallel zu den Teeschlucken löffeln.

Bei uns ist nur ein echtes Teeritual bekannt: das ostfriesische, wo man durch die Nähe zur ehemaligen Kolonialhandelsmacht Hollands mit den getrockneten Blättern aus Fernost in Berührung kam. Klassisch „friesisch“ ist ein kräftiger Schwarztee, der man in eine vorgewärmte Teekanne gibt und dann mit frisch gesiedetem Wasser aufgießt – hier sind ebenfalls 2 bis 3 Aufgüsse möglich.

Richtig ostfriesisch wird der Tee über knackenden  Kluntjes (Kandiszucker) in der Tasse eingeschenkt und nur leicht umgerührt. Dann gießt man etwas Sahne in den Teelöffel und lässt sie am Tassenrand vorsichtig über dem Tee zerfließen. Beim Trinken legt sich so das Sahnige an den Gaumen, während Teearomen und Süße die Geschmacksknospen des restlichen Mundes umfließen. Die ersten Schlucke sind stark, aber zum Schluss verwöhnt die volle Süße des Zuckers.

(Nicht nur) In den kälteren Jahreszeiten geben echte Friesen statt Sahne gern etwas Zitrone in ihren Schwarztee – oder noch besser: einen Schuss Rum.

Da Deutschland die Freuden des Tees erst relativ spät entdeckt hat und über keine eigenen Anbaugebiete verfügt, ist bei uns eher eine lange Tradition der Kräutertees etabliert. Gegen jedes Wehwehchen und für die unterschiedlichsten Ziele ist den Germanen ein Kraut gewachsen.

Sebastian Pole über das Gute an und in Kräutertee-Beuteln

Wir haben dem Pukka-Mitbegründer, Kräuter- und Ayurveda-Experten einige Fragen zum Tee und zur Teezubereitung gestellt.

Ginger: Warum nutzt alle Welt so viele verschiedene Teekannen? China, Japan, Europa – überall favorisiert man andere Varianten. Machen Form, Größe oder Material einer Kanne einen Unterschied für den Tee oder dessen Geschmack?

Sebastian: Teekannen werden ja zweckmäßig benutzt, um losen Tee aufzubrühen. Erstaunlicherweise trank man Tee früher aus der Kannentülle. Deshalb sind die chinesischen Teekannen so klein – sie entsprechen einer Tasse für eine Person.

Aber eigentlich spielt nur die unterschiedliche Wärme-Entwicklung eine größere Rolle. Schwarztee zum Beispiel braucht einen längeren Zeitraum große Wärme, damit sich seine Wirkstoffe und Aromen voll entfalten können. Kühlt er schnell runter, schmeckt er nicht so gut und wirkt nicht anregend.

Brauchen eure Teebeutel spezielle Zubereitungs-Rituale?

Sagen wir es mal so: Sie würden von einem Ritual sicher profitieren. Eine Tasse Tee ist so ein guter Moment im Tag – er hat besondere Aufmerksamkeit verdient. Eine schöne Tasse mit frischem, kochenden Wasser und ein paar köstlichen Kräutern kann ein toller Weg sein, um wieder im Augenblick anzukommen, zu sich zu finden.

Mein Vorschlag: Sucht euch einen gemütlichen Sitzplatz und lasst euch zuerst von den Aromen des Tees verwöhnen, bevor ihr den ersten Schluck nehmt. Das kann sehr energetisierend wirken. Es schärft außerdem alle Sinne, wenn ihr Tee vollends genießt, die Wärme im Bauch und die Entspannung fühlt. Wie jedes gut gemeinte Ritual kann eine Tasse Tee uns wieder ausgleichen und erden.

Was passiert, wenn der Teebeutel zu lange zieht? Geht dann ein bestimmter Nutzen verloren?

Es ist immer eine gute Idee, Kräutertee mindestens 5 Minuten ziehen zulassen. Ich lasse meinen meist 15 Minuten ziehen, damit sich die ganze Magie der Kräuter entfalten kann. Lässt man aber einige aromatisierte Teesorten wie Pfefferminze zu lange ziehen, gehen einige essentielle Öle verloren. Und trinkt man den Tee erst kalt, hat er seinen verdauungsfördernden Effekt verloren.

Ihr verkauft ausschließlich Teebeutel statt Blättern oder losen Sorten. Das ist übrigens sehr britisch. Warum? Die pflanzliche Wirkung von losen Teeblättern ist doch viel stärker.

Wir mögen Teebeutel, weil sie so praktisch sind für gemischte Sorten. Denn Kräuter können so viel mehr sein als nur Blätter. Sie haben unterschiedliche Größen und benötigen Schnitte und einiges an Vorbereitung.

Lakritz beispielsweise sind 2 Meter lange Wurzeln, eine Baldrianwurzel ist einfach nur ein großer, fester Klumpen. Fenchelsamen sind dagegen sind nur Millimeter groß, und Ringelblumenblüten müssen von der Pflanze entfernt werden. Also wollen alle Kräuter unterschiedlich vorbereitet werden, um eine geeignete Größe zu haben. Kräuter im Ganzen sind in Gewicht und Größe so unterschiedlich, dass die Zusammensetzung nicht mehr stimmt und die Mischung in den einzelnen Tassen abweicht.

Unsere Kräuter entsprechen den medizinischen Standards und haben 50 % mehr essentielle Öle als herkömmlich verwendete Kräuter. So können wir eine optimale Qualität unserer Produkte garantieren – unabhängig von der Größe der Kräuter.

Wie oft testet ihr die Zutaten eurer Tees?

Wir testen jede Lieferung, die wir weiterverarbeiten. Außerdem ist Pukka zu 100 % organisch und frei von Pestiziden, auch das wird in der Qualitätskontrolle überprüft. Unsere Firma ist durchdrungen von der Tradition der Kräutermedizin, darum prüfen wir ebenfalls relevante Pflanzenarten auf ihre Wirkstoffe wie ätherische Öle und Polyphenole. So können wir pharmazeutische Standards erfüllen.

Zum Abschluss der Detox-Challenge auf dem Online-Yogavideo-Portal Yogaeasy.de verlosen wir gemeinsam mit pukka 5 Tee-Sortimente auf unserer Facebook-Seite. Macht mit und gewinnt mit etwas Glück eine bunte Geschmacksmischung aus aller Tee-Herren Länder 😉

Im Paket findet ihr folgende Sorten: Detox mit Zitrone, Klar, Love, Cool Mint, Green, Drei Tulsi, Revital, Zitrone Ingwer Manukahonig (nichts für Veganer), Frauenzauber, Sternanis & süßer Zimt, Pfefferminz & Süßholz.




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