Wearable_Technologies

Wearable Technologies. Ich messe, also bin ich.

Wer Bücher und das Digitale liebt, kennt den Namen William Gibson. Der „Cyberpunk“ hat 1984 mit seinem Science-Noir-Roman „Neuromancer“ so ziemlich alles an technologischer Entwicklung vorausgesehen, die vor 30 Jahren nach wilder Fiktion klang. Und heute Standard im Alltag ist.

Als Gibson zum Romanstart seines zehnten Buches von einem Journalisten der Huffingtonpost gefragt wurde, ob er noch unterscheiden könne zwischen dem Interesse an Computern und der Art, wie sich Menschen ihrer bedienen würden, sagte er: Das könne er immer weniger. Wir seien längst von „unsichtbaren“ Computern umzingelt. Sie sind „in Autos, Kühlschränken, in unseren Taschen. Es ist schwierig, in dieser Umgebung jemanden zu finden, der nicht auf die eine oder andere Weise einen Computer nutzt.“

Der 66-Jährige US-Amerikaner hat ein Faible für postapokalyptische Zukunftsvisionen, in denen der Mensch stets eine Gefahr darstellt. Doch auch wenn wir heute immer stärker von digitalen Geräten abhängen und unsere Art der Kommunikation massiven Veränderungen ausgesetzt ist, entwickeln wir aus den Möglichkeiten, die uns neue Technik eröffnet, doch immer auch das Unvorhergesehene. Die bessere Alternative. Die Google Glass, die Social Communities nicht plump zu transparenten Konsumschafen macht. Sondern mit der Nützliches passiert, das so vorher nicht möglich war, ob im Medizinwesen oder der Forschung.

Das Internet der Dinge: Gekommen, um zu bleiben

Bevor uns das Digitale gleich unter die Haut gepflanzt wird (etwa im Stile der „Neuromancer“-Protagonistin Molly, eine taffe Cyborg-Kämpferin), kriecht es uns vorerst einmal an dieselbe. Wearable Technologies sind der heisseste Trend im Technologiebereich. Prognosen sehen einen WT-Markt, der 2000 Mal schneller als der Smartphone-Markt wachsen wird.

Vor allem als Datentracking im Freizeit-Sport, aber auch im Entertainment- oder Sicherheitswesen sind bereits eine Vielzahl an Entwicklungen marktreif. So hatten wir bei GINGER aktuell das in der Schweiz entwickelte Gerät „Valedo“ getestet, mit dessen Hilfe schwache Rücken zu stabilen werden (hier unser Testbericht).

Auch das Unternehmen MindTec hat gleich einige WT-Ideen umgesetzt, die uns interessiert haben. In unseren Tests haben sich ihr Tool Lumo Lift zur Meldung eines schlecht gehaltenen Rückens bewährt sowie mit Muse eine prima Meditations-Hilfe für alle, die ihren störenden Schnatter-Geist endlich unter Kontrolle bringen möchten. Und in der Linie Sensoria finden Fitness-Freunde gleich eine ganze Serie von Wearable-Technologies-Accessoires, mit denen sie ihre sportiven Aktivitäten auf ein neues Kontroll-Level heben können.

Wir verlosen auf unserer Facebook-Seite gemeinsam mit MindTec ein Set Sensoria Socks. Sie sollen euch helfen, verletzungsanfällige Bewegungsarten (zu starke Belastung von Ferse oder Fußballen etc.) zu identifizieren. Die zugehörige App gibt euch Tipps, diese Fehler zu beheben. Das Dashboard von Sensoria hilft außerdem dabei, eure Ziele zu erreichen, die Leistung zu steigern und euere Rückfallrisiko für schlechte Angewohnheiten zu reduzieren.

Im Bereich der individuellen Bewegungs-Analyse scheint geradezu ein Mess-Wahn ausgebrochen zu sein. Sport machen wir nicht mehr nur für uns. Sondern auch für andere: Wer wann wo wie lange und mit wie viel Fettverbrennungs-Erfolg gelaufen ist, kann direkt nach jeder Anstrengung über Facebook und Twitter vermeldet werden. Der digitale Freundeskreis soll ja mitbekommen, dass man ihre Erfolge einholt oder neue Rekorde aufgestellt hat …

Alles, was wir tun, müssen wir vermessen, oder neudeutsch: tracken. Die Datenberge über uns wachsen stündlich, während unser Körper zugleich zur Fernbedienung für neue Tech-Produkte mutiert.

Patches zur kontrollierten Medikamentenaufnahme über die Haut. Kleine Kau-Kontrolleure, die unser Essverhalten und somit die gesunde Verdauung optimieren helfen. Warnsysteme gegen Luftverschmutzung. Bei Unfällen autoaktivierte Ganzkörper-Airbags für Motorradfahrer. Man ist geneigt zu behaupten: Es gibt schon (bald) nichts mehr an Wearable Technologies, was es nicht geben könnte. Keine Idee, die zu abwegig wäre. Auch wenn erste Heim-Geräte für die Early Adopters doch deutlich an die alte Welt angepasst sind – siehe Apple Watch oder Sonys Smartwear-Produkte.

Und fast wie um den Beweis anzutreten, wie sehr die Körpercomputertechnologie bereits in der Mitte der westlichen Gesellschaften angekommen sind, hat sich der Dessous-Hersteller Victoria’s Secret, aktuell heiß begehrt bei Reizwäsche-Debütantinnen, einen Sport-BH inklusive Datenanschluss ausgedacht. Er soll die Herzfrequenz messen und auswerten können.

Hilfreicher fände ich da eine Variante für das Unterwäsche-Sortiment. So ein Mess-BH könnte zum Beispiel vor und nach dem ersten Date den Love-Faktor melden. Je mehr Herzklopfen, desto attraktiver ist das zweite Date. Falls man sich seiner Gefühle einmal nicht ganz sicher ist: Der Körper lügt nie.

Schöne neue Welt.

Und auf welche Computertechnologie-Revolution wartet ihr? Wir freuen uns auf Kommentare und Vorschläge.




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