Wasser_Ginger

Wasser mit Namen? Braucht kein Mensch.

Plastikflaschen mit absurd teurem Wasser (Fiji, Bling H2O, Voss u.a.) aus der It-Bag zu nesteln, galt zur Milleniumswende plötzlich als hip. Der Trend ist Geschichte. Wer heute auf sich hält, hat eine mit Leitungswasser gefüllte Glasflasche dabei. Aus gesundheitlicher, ethischer, ökologischer und finanzieller Sicht ist der Konsum von abgefülltem Wasser unsinnig, soviel steht fest.

  1. Leitungswasser ist gesünder

Es ist so offensichtlich, dass man sich fragt, warum das nicht früher die Runde gemacht hat: Frisches Bergquellwasser aus Plastikflaschen zu trinken, ist unsinnig.

Unabhängige Tests haben wiederholt belegt, das selbst das reinste Quellwasser den Aufenthalt in einer Plastikflasche nicht überlebt, ohne Schadstoffe aufzunehmen. Zum Beispiel hormonähnliche Stoffe, die wie Östrogene wirken, oder chemische Weichmacher wie BPA (Bisphenol A beeinflusst die Hirnentwicklung von Säuglingen schon in geringen Mengen negativ und ist daher seit 2011 in Säuglingsprodukten verboten).

Zudem werden bei Laboruntersuchungen regelmäßig dutzende Verunreinigungen in abgefülltem Wasser festgestellt. Das unappetitliche Spektrum der Funde umfasst Farbstoffe (bei Tetrapacks), Schimmel im Flaschendeckel, Reste von Reinigungsmitteln und vieles mehr. Auch in Glasflaschen abgefülltes Mineral- und Tafelwasser schneidet in solchen Tests nicht gut ab.

Leitungswasser dagegen wird in Deutschland  streng und regelmäßig kontrolliert und erhält im Vergleich mit Flaschenwasser fast immer die besseren Noten in punkto Verunreinigungen und Toxine – auch weil für Leitungswasser teilweise strengere Schadstoff-Grenzwerte gelten.

Gern hört man von Flaschen-Freunden die Frage: Aber was ist mit all den wertvollen Mineralien, wo bekomme ich die her, wenn ich Leitungswasser trinke? Kurz gesagt: Die meisten Mineralwässer enthalten so geringe Mengen Mineralstoffe, das eine halbwegs gesunde Ernährung in Hinblick auf Mineralien viel wichtiger ist. Und in vielen Gegenden enthält sogar das Leitungswasser Mineralien.

Und dann die elende Schlepperei! Wer nicht schon „Rücken hat“, möge gern weiterhin Wasserkästen aus dem Auto in den Keller in den Kühlschrank hieven. Damit ist spätestens in 20 Jahren der Bandscheibenvorfall gesichert.

Es spricht also einiges für Trinkwasser aus der Leitung. Nur wer den Verdacht hat, dass die hauseigene Wasserversorgung noch durch alte Bleirohre fließt, sollte sein Leitungswasser testen lassen. In einigen Bundesländern können Haushalte mit Schwangeren oder kleinen Kindern sogar kostenlose Messungen über das Gesundheitsamt beantragen.

  1. Ethisch gesehen ist abgefülltes Wasser problematisch

Der freie, kostenlose Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht. So hat es die Vollversammlung der Vereinigten Nationen beschlossen. Für Lebensmittelkonzerne jedoch ist dieses Menschenrecht ein interessantes Produkt. Sie vermarkten ihr abgefülltes Wasser als besseres, wertvolleres, reineres Wasser und basteln ein Image von Gesundheit und Fitness drumherum. Und schon zahlen Millionen von Menschen Geld für etwas, das frei verfügbar sein sollte.

Um die steigende Nachfrage für solche Flaschenabfüllungen zu befriedigen, kaufen Konzerne wie Nestlé weltweit Wasserquellen von klammen Gemeinden auf. Eine Peanuts-Investition verglichen mit dem Gewinne-Strom durch das Abfüllen. Diese Gemeinden stehen dann plötzlich ohne kostenlose Wasserquelle da.

Wer sich abgefülltes Wasser nicht leisten kann, muss dort auf andere Wasserquellen zurückgreifen. Die sind möglicherweise weit entfernt. Schafft man den Fußmarsch nicht täglich, weichen Teile der bevölkerung notgedrungen auf Flüsse und andere Wasservorkommen mit mangelhafter Qualität aus.

Nestlé und Co. sind so indirekt dafür verantwortlich, wenn Kinder, Kranke und Alte durch Wasser aus keimverseuchten Quellen erkranken, manchmal sogar sterben.

Weil die Lebensmittelkonzerne Wasser aus reinem Profitgedanken und ohne Rücksicht auf die Konsequenzen abpumpen, sinkt zudem in manchen Gegenden der Grundwasserspiegel. Dort fehlen dann absehbar überall Brunnen, aus denen die Menschen – ohne teuren Einsatz von Maschinen – sauberes Wasser beziehen könnten.

  1. Plastik- und Glasflaschen sind ökologisch wertlos

Jeder Deutsche trinkt jährlich durchschnittlich 180 Liter Mineral- und Heilwasser – Tendenz steigend. Die CO2-Emissionen, die durch Produktion und Transport dieser Wasserflaschen (auch Glasflaschen!) entstehen, sind immens. Vom Plastikmüll ganz zu schweigen.

Weltweit werden etwa 1500 Milliarden PET-Flaschen produziert. Plastik wird aus nicht erneuerbaren Quellen hergestellt, setzt während der Herstellung Giftstoffe frei und verbraucht Energie. Und bis es vollständig verrottet ist, können 1000 Jahre vergehen. Und während es verrottet, setzt es Giftstoffe frei.

  1. Abgefülltes Trinkwasser ist teuer

Wasser der Marke Fiji kostet bis zu 6 Euro pro Liter – deutsches Leitungswasser 0,2 Cent. Wer also 3 Liter pro Tag trinkt, kommt mit dem billigsten gekauften Plastikwasser (etwa 15 Cent pro Liter) auf jährliche Kosten von 164, 25 Euro. Mit Leitungswasser sind es 2,19 Euro. Mehr muss dazu nicht gesagt werden, oder?

 

Vielleicht möchtet ihr jetzt auch lieber Körper und Geldbeutel  schonen und investiert in eine wiederverwendbare Wasserflasche (wir finden die Soulbottles ganz funky). Mit Leitungswasser gefüllt, wird sie das neue It-Piece. Ihr tut damit den Mitmenschen in anderen Teilen der Welt und der Natur einen großen Gefallen.

 

 

 




  1. Fritzi

    Stand heute fassungslos vor einem dieser Automaten, wo die Leute ihre vermeindlichen „Pfandflaschen“, von denen sie glauben, sie seien ja als Pfand- gleichzeitig Mehrwertflaschen. Unmengen wurden da reingeschoben. Und keiner kapiert, dass er im Prinzip Müll in die Presse schiebt, für den er zuvor Geld bezahlt hat und das er nun wieder bekommt, damit er die PET-Flaschen nicht in die Natur ferkelt.
    Es gibt superschöne, funktionelle Flaschen, die zudem noch nachhaltig produziert werden: kleankanteen. Da kühles Leitungswasser rein und der Durst kann gelöscht werden.


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