Smoothie_Alarm

Was Smoothie-Lover über Trinkobst wissen sollten

Smoothie-Alarm! Frauenmagazine, Gesundheits-Websites, Lifestyle-Blogs: Alle mixen wie im Rausch Obst und Gemüse in den wildesten Varianten. So schön, so gut. Aber was das für Zähne und Gewicht bedeuten kann, wird kaum thematisiert. Denn wenn Smoothie Wasser oder Tee ersetzen, tut ihr euch nicht unbedingt Gutes.

Um das zu verstehen, lohnt ein Blick Richtung Verdauung, die bekanntermaßen im Mund beginnt. Täglich produzieren wir zwischen 0,6 und 1,5 Liter Speichel, der diverse wichtige Aufgaben hat. So sorgt er dafür, dass Speisen zu einem sämigen Brei vermengt und besser geschluckt werden können. Außerdem hat er eine antibakterielle Wirkung, reinigt die Zähne, schützt und repariert die Mundschleimhaut, puffert respektive neutralisiert Säuren und remineralisiert den Zahnschmelz.

Kauen, nicht schlucken!

Zucker- und säurehaltige Getränke verändern das Milieu in der Mundhöhle. Obst enthält beides: Zucker und Säuren. Trinken wir Obst nun in pürierter Form, anstatt es zu kauen, produzieren wir weniger Speichel. All die zahnschützenden Eigenschaften dieser Körperflüssigkeit kommen also nur verringert zum Einsatz – hallo, Karies!

Dr. Christoph Dade ist Yogalehrer und Zahnarzt. Seine Empfehlung: „Um Zahnschäden und Karies vorzubeugen: Smoothies nicht als Pausen-Snack oder Getränk für zwischendurch betrachten. Besser ist es, ihn zusammen mit einer Mahlzeit, die man kaut, zu sich zu nehmen, damit der Speichel seine Wirkung entfalten kann und der Zahn geschützt wird.“ Aus ayurvedischer Sicht ist die beste Zeit für einen Smoothie die Pitta-Zeit zwischen 10 und 14 Uhr. Dann ist das Verdauungsfeuer (Agni) am stärksten, der Smoothie kann ideal verarbeitet werden.

Zähne zeigen

Wer denkt: „Dann putze ich mir eben nach dem Trinken einfach die Zähne, und schon bin ich das Problem Smoothie-Karies los“, irrt. „Nach dem Verzehr eines Smoothies bitte nicht gleich die Zahnbürste schwingen, das kann den Zahnschmelz zusätzlich angreifen. Besser spült man den Mund zunächst mit klarem Wasser aus und putzt erst nach etwa einer halbe Stunde die Zähne. Wasser und Speichel gleichen währenddessen den Säuregehalt aus und stellen das natürliche Milieu wieder her“, sagt Dade.

Wichtig ist dieser Hinweis vor allem für Familien, die dem Nachwuchs das „ungeliebte“ Gemüse gern in Smoothie-Form zubereiten. Sorgt dafür, dass eure Kleinen danach unbedingt ihre wertvollen Zähne spülen!

Vorsicht, Kalorienbombe

Wie viele Smoothies ihr pro Tag schlemmt, gehört ebenfalls auf den Prüfstand – in Sachen Zahngesundheit und in Sachen Gewicht. In Smoothies lauern ähnlich viele Kalorien wie in kleinen Mahlzeiten; und je nach Zutaten haben sie genauso viel Zucker wie Süßigkeiten. „Schokolade oder Bonbons essen wir auch nicht in Mengen. Das sollte für Smoothies genauso gelten“, rät Dr. Dade.

Falls ihr auf eure Linie achtet, macht euch außerdem bewusst, dass der Sättigungseffekt von Flüssigkeiten geringer ist als der von fester Nahrung: Feste Speisen müssen gekaut werden, was den Sättigungseffekt hervorruft. Und das Volumen von festem Obst ist größer, was dem Magen schneller die Information „Satt“ gibt.

Ayurvedische Smoothies

Wer mit dem Gesundheitssystem Ayurveda vertraut ist, weiß, dass in dieser Küche selten Rohkost zum Einsatz kommt. Im Gegenteil. Die Zu- und Aufbereitung (kochen oder anrösten) von Nahrungsmitteln spielt eine große Rolle, weil sie eine bessere Verdaubarkeit gewährleisten. Die Ernährung stellt eine zentrale Säule im Ayurveda dar, ein Speiseplan wird individuell und je nach persönlicher Konstitution erstellt. Zum Thema Smoothies und Ayurveda kann deshalb nur ganz allgemein gesagt werden:

  • Menschen mit einem großen Vata-Anteil neigen u. a. zu Frieren, Nervosität und Leichtigkeit. Optimal für ihre Smoothies sind süße und saure Obst- und Gemüsesorten wie Granatapfel, Mango, rote Beete oder Karotten, die einen erdenden, nährenden und erwärmenden Effekt haben.
  • Bei der Pitta-Konstitution ist das Feuerelement vorherrschend. Smoothies mit bitteren, süßen oder adstringierenden Pflanzen, Obst- und Gemüsesorten wie Gurke, Blattsalate, Spinat, Aloe Vera und Weizen- und Gerstengras sind für sie gut geeignet, da sie kühlend wirken.
  • Kapha-Typen verfügen häufig über einen eher trägen Stoffwechsel und benötigen etwas Feuer, damit ihnen warm wird und das Agni (Stoffwechselfeuer) angeregt wird. Bittere, scharfe oder adstringierende Obst- und Gemüsesorten wie Äpfel, Chicoree, Brunnenkresse, Ingwer, Radieschen und frische Kräuter sollten in ihrem Smoothie nicht fehlen.

Leichter bekömmlich werden eure Smoothies, wenn ihr sie nicht ganz kalt trinkt, sondern mit einem Schuss warmem Wasser und mit verdauungsfördernden Gewürzen wie Ingwer, Kardamom oder Zimt (je nach Konstitution).

Fazit: Smoothies können eine gesunde Obst-Alternative sein, solange man sie als eigenständige Mahlzeit betrachtet, zusammen mit anderen Speisen zu sich nimmt und sie ordentlich kaut. Auch wer sich ayurvedisch ernährt, muss auf Smoothies nicht verzichten, wenn er sie seiner Konstitution entsprechend zubereitet.

Wer mehr über seine Konstitution und eine typgerechte Ernährung wissen möchte, sollte einen Ayurveda-Therapeuten befragen. Und mehr zum Thema Ayurveda und Zahnpflege erfährst du hier.




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