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Macht Geld uns wirklich gefühlskalt?

Das liebe Geld. Unser Tauschmittel für weit mehr als das Käufliche. Wer Geld hat, kriegt die tollen Frauen. Die neidischen Nachbarn. Den sozialen Status. Aber Freunde? 

Geld ist auch unsere gesellschaftliche Währung. Und doch sind die glücklichsten Völker der Welt nicht die mit den dicksten Konten. Geld kann einsam machen – wer weiß als wohlhabender oder reicher Mensch schon, ob die Zuneigung, die ihm zuteil wird, mit ihm als Mensch überhaupt zu tun hat. Ob seine Freunde wirklich ihn oder nur seinen Wohlstand schätzen.

Vielleicht aber sind solche Überlegungen in der Welt des großen Geldes reine Zeitverschwendung. Denn wem Geld besonders wichtig ist, dessen emotionaler Haushalt dürfte ohnehin ärmlich ausgestattet sein. Wurde gerade wieder von der Forschung bestätigt.

In sechs aufeinander aufbauenden Studien wurde erwiesen, dass allein das Anschauen von Geld schon unsere emotionale Verhaltens-Bandbreite schmälert. Wie das Journal of Experimental Psychology berichtet, löst der Anblick von Geld in uns eine geschäftliche Haltung aus. Und wie in solchen Situationen üblich, blenden wir persönliche Gefühle dabei weitgehend aus – und erwarten dasselbe von anderen.

It’s Business, Baby!

In einer der Studien zeigten die Hongkong-chinesischen Forscher Studenten zehn Bilder, die entweder Geld oder Muscheln zeigten. Vorgeblich sollten die Studenten die Qualität der Fotos kommentieren. Anschließend füllten dieselben Studenten scheinbar nicht mit dieser Aufgabe in Zusammenhang stehende Fragebögen aus. Darin sollten sie beantworten, in welchen Situationen sie ihre Gefühle lieber für sich behalten (sollten). Jene Probanden, die Geld-Abbilder gesehen hatten, zeigten dabei deutlich weniger Neigung, ihre Gefühlswelt offen zu teilen als jene, die vorher Muschelbilder angeschaut hatten.

Andere Studien von vergleichbarem Aufbau konnten zeigen, dass Menschen, deren Gedanken sehr ums Geld kreisen, in ihrer schriftlichen Kommunikation weniger emotionale Begriffe verwendeten. Bilder lachender oder sorgenvoller Menschen wurden von ihnen eher als emotional extrem eingestuft.

Die Autoren fassen zusammen: Das gedankliche Kreisen ums Geld erhöht unsere Bereitschaft, unsere Gefühle zu verbergen – und dasselbe von anderen zu erwarten.

Liebe kann uns Geld also nicht kaufen. Und obwohl es Glück kaufen kann (vorausgesetzt, man gibt es NICHT für sich selbst aus …), macht es uns dennoch zu gefühlsarmen Biorobotern. Also Vorsicht: Schaut euch das Bild oben nicht zu lange an!

 




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