smudge

Trend Watch: Viel Rauch ums … smudging

Um es in Trend-Sprech zu formulieren: energetisches Räuchern (die Engländer nennen es smudging) ist das neue Renovieren. Oder besser gesagt, ist es das I-Tüpfelchen fürs Wohlgefühl nach einem Umbau, Umzug, einer Renovierung, einer Trennung. Ja, das mag für einige klingen, als wäre ich ein bisschen Huhu im Kopf. Aber manchmal muss man Dinge selber erfahren (und offen dafür sein), um Neues zu erleben und eine neue Haltung einzunehmen.

So mochte ich, als ich in meine neue Heimat eingezogen bin, diese zwar von Anfang an sehr. Ich hatte extrem spontan gemietet und bin begeistert eingezogen. Allerdings fühlte ich mich in unserer Doppelhaushälfte lange irgendwie unwohl und beengt, bis ich sie auf eine Empfehlung hin energetisch hatte „reinigen“ lassen.

Seitdem sehen mich meine Nachbarn manchmal mit einer Rosen-Weihrauch ausblasenden marokkanischen Wunderlampe durch alle Zimmer ziehen (keine Vorhänge), um im ganzen Haus wieder ein bisschen Love, Peace and Happiness zu verankern. Kann ja nie schaden. Und als neuestes Accessoire habe ich mit eine „smudge bowl“ aus Ton gekauft.

Neulich nun besuchte ich eine Freundin, die nach einer umfassenden Schwamm-Sanierung des Hauses zurück in ihrer Wohnung ist. Alles sieht wieder schick aus, keine Frage. Oberflächlich betrachtet ist alles bestens. Trotzdem fühlte ich  mich dort merkwürdig. Und bot ihr nach etwa einer halben Stunde an: Ich komme demnächst mal mit Räucherzeugs vorbei, hier ist irgendwie alles aus dem Lot.

In dieser Wohnung, zur Erklärung, war kein Stein auf dem anderen geblieben. Decken, Wände, Böden, alles musste raus, mit Chemie behandelt und anschließend wieder hoch- respektive eingezogen werden.

Meine Freundin ist eine extrem pragmatische, äußerst un-esoterische Person. Eine erfolgreich berufstätige Mutter, von der man alles Mögliche behaupten könnte, aber sicher nicht, sie sei verhuscht oder über-spirituell (also, lediglich katholisch, aber das halten ja die meisten nicht für Esoterik). Als ich sagte, mir gefalle die Energie ihrer Wohnung nicht, war sie trotzdem ganz Ohr. Und nahm dankend an.

Also bin ich losgezogen, um in einem Hamburger Speziallädchen passende Kräuter einzukaufen. Weißer Salbei – den kenne ich aus Yoga-Retreats, mit denen hat uns einer meiner Lehrer oft während meiner Yogalehrer-Ausbildung „gereinigt“. Was immer der Effekt dieses „Smudging“ genannten Prozederes war: Ich mag das Aroma, und mir gefiel das Ritual. Und laut der Dame im Kräuterladen sei Salbei auch für Wohnungs-Reinigungen das absolut Richtige.

Das Verbrennen getrockneter Pflanzenbestandteile – Blattwerk, Harz, Rinde oder Wurzeln – für ganz bestimmte Ziele hat in sehr vielen indigenen Stämmen dieser Welt Tradition, ob Indios in Südamerika, Nordamerikas indianische Bevölkerung oder noch intakte tribes in Afrika, Neuseeland, Asien. Die Idee dahinter: den jeweiligen Ort oder Raum von feinstofflichen Energien zu reinigen, die man dort nicht möchte, die dort nicht hingehören, die gewünschte Zeremonien stören. Oder einfach nur das Wohlbefinden beim Wohnen.

Aus meiner Reiki-Ausbildung kenne ich einige Formeln, um das Ritual zu unterstützen und zu optimieren. Aber ihr braucht die nicht zwingend. Klappt auch so:

  • Sucht das passende Räucherwerk für eure Ziele aus. Dabei hilft das Personal der Läden für entsprechende Waren oder das Internet. Zu den meist verwendeten gehören Zeder, Salbei, Palo Santo oder Weihrauch (mir gefällt besonders der Rosen-Weihrauch!).
  • Lüftet den oder die Räume zuerst gut, idealer eise mit Stoßlüftung direkt vor dem Ritual.
  • Bringt eure Räucherware zum Glimmen und fächelt der Glut während des Vorgangs immer wieder Luft zu.
  • Stellt euch in die Mitte des Raum, dessen Energie ihr optimieren möchtet. Bei einer ganzen Wohnung startet ihr ebenfalls Raum nach Raum gegen den Uhrzeigersinn. Es heißt, Reinigungen sollten in der abnehmenden Mondphase besser funktionieren.
  • Erdet euch über den Kontakt der Füße zum Boden und hebt die linke Hand zur Decke, um euch mit dem Universum zu verbinden.
  • Dreht euch 3 x pro Raum gegen den Uhrzeigersinn. Natürlich ist es hilfreich, dabei positive Gedanken des Loslassens zu verbreiten und das „Eigene“ aus dem Spiel zu lassen.
  • Anschließend könnt ihr den Raum mit positiver Energie füllen. Lüftet dafür vorher erneut und dreht euch danach mit passendem Räucherwerk 3 x  pro Raum, dieses Mal im Uhrzeigersinn.

Auf den vielen (Vor-)Weihnachtsmärkten, die demnächst wieder starten, findet ihr immer irgendwo auch einen Stand mit derartigen Angeboten – oder ihr stöbert in Online-Shops. Und wer so gar nicht an die Wirkung solcher Zeremonien glauben mag: Schaden kann es jedenfalls nicht. Aber eure Wohnung duftet hinterher immer angenehm würzig.

Alle anderen, die neugierig genug sind, es einmal zu probieren: Ihr könnt das Räuchern auch nutzen, um (eure eigene) schlechte Stimmung zu verscheuchen, um mehr Energie zu bekommen, um „dicke Luft“ zu verscheuchen, um euch für Job-Interviews zu stärken und, und, und.

Meine Freundin muss den letzten Schritt der feinstofflichen „Reinigung“ ihrer Wohnung ebenfalls allein gehen. Um ihre persönliche positive Energie in ihren Lebensraum abzugeben, kann Räucherwerk, das sie idealer Weise selber aussucht, sie unterstützen.

Ich werde jedenfalls beizeiten berichten – wie es ausgegangen ist 😉

Falls ihr noch mehr zum Thema lesen möchtet: Unsere Autorin Madhavi ist unlängst über das Palo-Santo-Holz gestolpert und hat von dieser „neuen Flamme“ auf ihrem Blog Kaerlighed berichtet.




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