MarleySpoonBox

Update – Lieferservice heute: Kaufen, kochen, genießen

Gesund essen will ja jeder. Doch nicht alle haben die Zeit, Lust und Energie, ständig Kochbücher zu wälzen, an der Supermarktkasse anzustehen und schwere Tüten nach Hause zu schleppen. Neue Lieferservices für Lebensmittel bringen Rezepte, frische Zutaten und sogar fertige Gerichte bis an unsere Tür. Eigentlich fein. Aber funktionieren die auch? Wir haben drei überregionale Food-Lieferdienste getestet.

Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon mal eine Dose Leberknödelsuppe als Lunch-Ersatz in der Mikrowelle warmgemacht? Mal so als Beispiel. Denn meist haben wir zwar viel auf dem Tisch, aber wenig davon ist richtige Nahrung. Wir checken Mails beim Mittagessen, verbrennen uns die Zunge an Fast Food und laden zur Selbsttäuschung noch schnell die kunstvoll gestylte Mandelmilch vom Vortag bei Instagram hoch.

Früher konnten Pizzaservices und Asia-Männer diese Alltagsgewohnheiten zum Geschäft umzumünzen. Doch seit selbst Beyoncé mit ihrem eigenen veganen Lieferdienst 22 Days Nutrition ins Gefecht um die gesunde Ernährung zieht, ist klar, was die Zeitgeist-Stunde geschlagen hat.

Quer durch Deutschland beantworten immer mehr Startups, Technologie-Pioniere und Food-Enthusiasten den Ruf nach ausgewogenen und leckeren Essenskonzepten. Der Tür-zu-Tür-Versand gilt als Wachstumsmarkt in der Gründer-Szene. Und die Kundschaft profitiert von einem vielseitigen Kochhelfer-Markt.

Zur Auswahl stehen vegane Bio-Suppen im Glas von Little Lunch oder kalorienreduzierte Kost von Kukimi und Detox Delight., und am Paleo-Style von fittaste fände auch Fred Feuerstein Gefallen. Öko-Obst und Gemüse gibt es deutschlandweit bei Bonativo, hochwertige Lebensmittel bringt Gegessen wird immer in viele deutsche Ballungszentren. Bereits frisch Vorgekochtes in 5 bezahlbaren Wochenmahlzeiten pro Box liefert tiefgefroren zum schnellen Auftauen das Team von Smart-Meals. Die Sendung kommt in Menüschalen aus Naturprodukten, in Isolierung aus Schafswolle und lebensmittelechten Ice-Packs.

Dem „Cook it Yourself“-Trend frönt man dagegen mit den Online-Offline-Ladengeschäften von Kochhaus und zahlreichen Kochbox-Abonnements. Ein Klick, und die Bestellung ist auf dem Weg. Die Lieferung ist superbequem, die Preise zwischen 39 und 48 Euro allerdings teurer als ein Einkauf im Supermarkt. Und ja, die Kühlaggregate verstopfen irgendwann das Gefrierfach. Doch dafür lernt man täglich ein neues Rezept. Fragt sich nur, wie oft man nach einem anstrengenden Arbeitstag noch lange in der Küche stehen mag. Deshalb haben wir zwei vegetarische Kochboxen für jeweils zwei Personen getestet. Hier die Details:

Marley Spoon: auf der Küchen-Überholspur

Muss man wissen: Der Bringdienst aus Berlin, der vor kurzem den österreichischen Mitbewerber KochAbo übernommen hat, stimmt sein Angebot auf Geschmack und Bedarf der Kunden ab. So wählt man aus 7 wöchentlich wechselnden Rezepten seine Favoriten. Per Zutatencheck können Abonnenten ein persönliches Geschmacksprofil erstellen. Die flexible Mitgliedschaft macht es ihnen möglich, die Zustellung auf Wunsch zu unterbrechen oder ganz zu beenden.

Was haben wir gekocht: Bohnen-Eintopf mit Grünkohl, asiatische Kokos-Suppe mit Zitronengras-Tofu und sizilianische Bärlauch-Pasta. Die Lieferung ist komplett, alle Zutaten sind frisch, und außer Salz, Pfeffer, Zucker und Öl verlassen keine weiteren Lebensmittel den heimischen Vorratsschrank. Das Menü ist kreativ bis ausgefallen und super bekömmlich, reicht für drei Erwachsene ohne Bärenhunger und schmeckt exzellent.

Schwierigkeitsgrad: Liebevoll designte DIN-A4-Rezeptkarten mit vielen Bildern helfen, alle Gerichte unkompliziert nachzukochen. Manchmal bleiben Gesellen wie Küchenchefs jedoch länger als die veranschlagten 30 bis 40 Minuten am Herd hängen.

Gesundheitsfaktor: Grünkohl mit Eisen und Proteinen, Avocado mit ungesättigten Fettsäuren, Zitronengras, Koriander, Sesam und Butternuss-Kürbis. Bei Marley Spoon gibt es trendiges Superfood, exotische Gewürze und viel, viel Grün. Das Lieferservice-Unternehmen unterstützt nicht nur die Slow-Food-Bewegung, die sich für hochwertige, saubere und faire Lebensmittel einsetzt, sondern auch regionale Erzeuger, um frische und saisonale Zutaten anzubieten. Fleisch stammt aus artgerechter Haltung, Fische nicht nur aus Binnengewässern und Obst und Gemüse wenn möglich aus ökologischem Anbau. Jede Rezeptkarte weist potentielle Allergene sowie Kalorien, Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate aus.

Umweltbewusstsein: Hier bleibt nichts übrig. Marley Spoon kauft erst nach Bestellung, wiegt die Produkte aufs Gramm genau ab und nimmt die Verpackung kostenfrei zurück. Box und Klebeband sind aus recycelter Pappe, die Kühlpads wiederverwendbar, und die Isolierung der Lebensmittel kommt gar in Form von cooler Schafswolle daher. Für jede Mahlzeit gibt es – Verwechslungen ausgeschlossen – eine separate Zutatentüte. Das ist zwar sehr praktisch, könnte mit Blick auf den Müll aber effizienter gelöst werden.

Für wen: Wochenmarkt-Käufer, Familien mit Kindern und Hobbyköche, die ungern einkaufen oder bestimmte Nahrungsmittel meiden müssen.

Versand: Kostenlos, deutschlandweit nach Wunsch dienstags, mittwochs oder freitags. Verschiedene Zeitfenster morgens und abends.

Kosten: Ab 5,80 Euro pro Gericht. Der Bestseller für zwei bis drei Personen kostet 48,00 Euro für drei Mahlzeiten und damit 8,00 Euro pro Gericht und Person. Die Familien-Kochbox für vier bis fünf Personen liegt bei 60,00 Euro und 5,00 Euro pro Portion.

Hello Fresh: Lieferservice-Pionier mit VIP-Kooperation

Muss man wissen: Der Platzhirsch unter den Rezept- und Lebensmittellieferanten zählt zu den erfolgreichsten Startups Europas. Das Konzept, mit frischen Zutaten einfach, zeitsparend und gesund zu kochen, hat dem Online-Service nun auch eine heiße Kooperation mit dem britischen Starkoch Jamie Oliver eingebracht. Seit Januar liegen dessen Rezepte allen Essensboxen der Berliner Börsenhoffnung bei. Der Kunde hat die Wahl zwischen drei und fünf Mahlzeiten pro Woche für jeweils zwei oder vier Personen. Das Abo kann man jederzeit kündigen oder pausieren lassen.

Was haben wir gekocht: Pikanten Linsen-Gemüse-Eintopf mit Kokosmilch und Basmatireis, orientalischen Laugenburger mit Rote-Beete-Chips und Gemüsesticks sowie Jamie Olivers Zucchini-Risotto mit Büffelmozzarella und Basilikum. Auch wenn das Paket etwas später als erwartet eintrifft, sind alle Lebensmittel frisch und angenehm kühl. Basics wie Salz, Pfeffer, Öl, Butter, Brühe oder Wein muss man für die internationalen Kochwelt-Kreationen vorrätig haben. Die Gewürzkombinationen sind überraschend und interessant, die Gerichte trotz zwei Mal Reis an drei Tagen ausgewogen komponiert.

Schwierigkeitsgrad: Hello Fresh hält Händchen: Schritt-für-Schritt-Fotostorys bringen selbst blutigen Anfängern spielerisch bei, wie sie Risotto zubereiten oder Rote Beete zu hauchdünnen Chips hobeln. Das leckere Essen mit Schwierigkeitsgrad 1 oder 2 steht nach etwa einer halben Stunde auf dem Tisch, macht lange satt und beeindruckt Instagram-Follower wie erfahrene Köche gleichermaßen.

Gesundheitsfaktor: Eine interne Ideenschmiede aus Ernährungsberatern und Köchen kreiert Speisen, die sich an den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientieren. Ob Staudensellerie mit Magnesium und Kalzium, farbenfrohe Rote Beete für Herz, Gefäße, Leber und Galle oder Süßkartoffeln mit Biotin und Vitamin C – alle Zutaten passieren eine strikte Qualitätskontrolle, verzichten auf überflüssige Konservierungsstoffe, und Geschmacksverstärker und sind soweit möglich aus biologischem Anbau. Die Kochanleitungen weisen auf Allergene und Nährwerte hin. Wer bestimmte Inhaltsstoffe überhaupt nicht mag, aktiviert die kostenlose „Rezepte-Tauschen“-Funktion und wechselt das Gericht einfach aus.

Umweltbewusstsein: Abgelaufene Lebensmittel kommen nicht in die Tüte. Alle Produkte sind portioniert, unabhängige und regionale Produzenten sorgen für kurze Wege und Transportzeiten. Abfall fällt nicht wenig an, da Gewürze und geriebener Käse exakt abgewogen und einzeln abgepackt versandt werden. Das Unternehmen nimmt die biologisch abbaubaren Kühlmaterialien aber nach jeweils fünf Boxen kostenfrei zurück.

Für wen: Küchen- und Kulinarik-Neulinge, Fans von Jamie Oliver, berufstätige Paare und all jene, die gesunde Ernährung nicht als Trend, sondern als Lebenseinstellung sehen.

Versand: Kostenlos, deutschlandweit tagsüber von Dienstag bis Samstag. In ausgewählten Großstädten abends von Dienstag bis Freitag. Lieferung am Samstag für 3,00 Euro Aufpreis. Obstboxen gehen mittwochs oder donnerstags in die Auslieferung.

Kosten: Ab 4,50 Euro pro Gericht. Sowohl Veggie- als auch Classic-Box mit Fisch und Fleisch kosten 39,99 Euro für zwei Personen und drei Mahlzeiten und damit 6,67 Euro pro Gericht und Person. Einmalige Probierboxen sind rund 5,00 Euro teurer. Die Obst-Box für den Vitaminkick ist ab 14,99 Euro erhältlich.

Die Kochboxen haben uns Marley Spoon, und Hello Fresh  zum Test zur Verfügung gestellt.

 




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