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Triggerpunkte-Therapie: Schmerz, lass nach!

Sechs kleine Nadeln stecken in meinem linken Schulter-Nacken-Bereich. Vom Hals bis zum Schulterblatt hinab. Jede piekt in einen von Dr. Andreas Schmidt ausgewählten Triggerpunkt, der in Zusammenhang mit meinen Migräneanfällen steht. Oder stehen könnte. Die behandelten Zonen reagieren sofort spürbar auf die Nadeln sowie auch weiterhin, nachdem er sie längst wieder rausgezogen hat. Und das ist gut so und gewünscht.

Trigger ist englisch für „Auslöser“, die Triggerpunkt-Therapie soll entsprechend chronisch „aufgeregte“ Muskelpartien beruhigen, die Schmerz auslösen und sich bei jeder Schmerzentwicklung (und Migräne ist definitiv eine) verkrampfen. Diese wiederholte Verkrampfung verkapselt den Schmerz geradezu und hält ihn im Muskel. Die Nadeln senden dagegen einen Impuls zur Unterbrechung in der Schmerz-Meldekette, die vom „entzündeten“ Muskel aus über das Rückenmark ans Gehirn ruft: Aua!

Als Triggerpunkte bezeichnet man Schmerzpunkte respektive kleine Schmerz-Knoten in der Muskulatur. „Das sind chronisch entzündete oder gezerrte Muskelfasern oder -abschnitte beziehungsweise Faszien, die dauerhaft angespannt oder verkrampft sind“, sagt Dr Adrian Schmidt, Orthopäde in Hamburg.. Sie entstehen als physische Manifestationen einer anhaltenden Überlastung. Die kann körperlicher Natur sein, hat aber nicht selten auch einen seelischen Ursprung. In jedem Fall verursachen diese Punkte ausstrahlende Schmerzen – und das manchmal unabhängig vom Entstehungsort.

Schulmedizinisch diskutiert man heute verschiedene Ursachen für die Entstehung von Schmerz, zum Beispiel Gelenkverschleiß (Arthrose), blockierte Gelenke, Bandscheibenvorfälle inklusive Kompression von Nervenwurzeln, Nerven- und Gelenkentzündungen, aber eben auch psychische und psychosomatische Störungen. Dass die Muskulatur eine mögliche Schmerz-Ursache sein kann, wurde lange auch schulmedizinisch in Frage gestellt. Mittlerweile sind Triggerpunkte jedoch nachgewiesen, ebenso der Zusammenhang mit den Schmerzen, die durch sie entstehen können.

Der genaue Zusammenhang der vielen körperlichen Prozesse bei der Schmerzentstehung, aber auch der Behandlung ist noch nicht geklärt. Aber die guten Behandlungserfolge der Triggerpunkt-Therapie rund um die Muskeln als Schmerzzentrum sprechen eine deutliche Sprache. Und die wird besonders von Patienten, die als „austherapiert“ gelten und im schul- wie alternativmedizinischen Feld keine Hilfe mehr finden, gern in Anspruch genommen. Wer will schon mit Schmerzen als Zustand leben.

Triggerpunkte gezielt akupunktieren

Ich möchte das nicht. Aber: Ich will weder Betablocker noch regelmäßig andere heftige Medikamente nehmen, die meiner Migräne vielleicht, vielleicht auch nicht einen Riegel vorsetzen. Und für die ich in jedem Fall erhebliche Nebenwirkungen in Kauf nehmen muss. Entsprechend stellten sich meine Ohren auf, als ich von Dr. Schmidts Ansatz erfuhr. Der Orthopäde ist Teil eines Ärzteteams im Hamburger Hanseaticum West und hat diesen Behandlungsansatz in sein Repertoire aufgenommen, um genau in solchen Fällen ein Angebot bieten zu können.

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„Ich muss natürlich im ersten Schritt einmal ermitteln, ob die Schmerzen durch etwas Schlimmes, also Strukturelles hervorgerufen werden. Daher stelle ich auch hier die Anamnese und Ausschlussdiagnostik voran“, erklärt Schmidt: „Bei einem Beinbruch oder Bandscheibenvorfall zum Beispiel macht ja eine Triggerpunkt-Behandlung keinen Sinn. Da kann ich sie höchstens begleitend einsetzen.“

Ein Klassiker für Dr. Adrian Schmidt sind neben Patienten mit nicht geklärten chronischen Schmerzen zum Beispiel Menschen, die in die Praxis kommen, nachdem sie akut mit steifem Nacken aufgewacht sind. „Bei allen kann ich schauen, ob ich Triggerpunkte finde, die zu den Symptomen passen, ob die reagieren, also schmerzhaft auf Druck antworten. Sind Triggerpunkte da, kann ich die Nadeln nutzen.“

Einige typische Symptome, bei denen der Mediziner nach passenden Triggerpunkt-Vorkommen sucht – und entsprechend eine Behandlung vorschlagen könnte – wären Ohrensausen, Kopfschmerzen oder wiederkehrende Rückenschmerzen ohne MRT-Befund. Dafür springt zwar nicht die Krankenkassen ein. Aber die Behandlungen sind mit ca. 25 Euro pro Sitzung von maximal 15 Minuten auch nicht absurd kostspielig. Und wer schon alles versucht hat, ist dabei nicht selten schon länger über teilweise sehr teure Wege des Leidens gewankt!

Jeder Patient hat eine eigene Leidens- und Behandlungsgeschichte

Zur Behandlung muss gesagt werden, dass sie individuelle Ergebnisse erzielt, „wir behandeln einen Organismus, da muss ich mich immer wieder rantasten“, so Schmidt. Eine allgemeine Prognose zur Frequenz und zum Erfolg ist nicht machbar – Milderung ist aber sowohl bei akuten Problemen als auch bei chronischen Zuständen spürbar. „Bei einer leichten Oberschenkelzerrung, die auch nach 2 Wochen nicht ausgeheilt ist und bei der Triggerpunkte verbleiben, kann eine einzige Sitzung reichen“, so Schmidt.

„Haben sich über Jahre chronische Schmerzen entwickelt, kann es Monate dauern, bis die Zonen aufgelöst sind und die Muskulatur sich entspannt, die Schmerzen schwinden.“

Wie also erging es mir? Ich hatte einige Tage eine Art Druckmeldung aus den behandelten Triggerpunkten, vor allem am seitlichen Halsmuskel. Und lange keine weiteren Beschwerden. Das Beste aber war: Ich konnte mir die Triggerpunkte für eigene Druckmassagen merken. Denn ich habe selten die Zeit oder die Lust, für jedes Wehweh gleich zum Arzt zu rasen.

Daher habe ich mir nach einem Kur-Aufenthalt vor 3 Jahren im Vivamayr am österreichischen Altaussee, wo man mit einer Druckpunkt-Massage plus Yoga eine aktute Migräne in den Griff bekam, mit der Selbst-Massage immer wieder selbst etwas helfen können. Es gibt sogar Seminare zur Selbstmassage myofaszialer Triggerpunkte. Aber im Großen und Ganzen kann, wer seinen Körper einigermaßen bewusst wahrnimmt, mit wenigen suchenden Druck-Wanderungen der Finger schnell selbst Punkte finden, an denen es in der Tiefe schmerzt. Und mit speziellen Druck- und Atemtechniken die innere Verkrampfung im Muskel sanft mildern.

Ein in der Triggerpunkt-Therapie ausgebildeter Körpertherapeut oder Mediziner wie Dr. Schmidt wissen natürlich genau, wo sie suchen müssen. Sie können daher den Schmerz schneller und nachhaltiger lindern und präventiv vorgehen. Wiederkehrende Anwendungen etablieren langsam, aber kontinuierlich neue Informations-Ketten zum Schmerz zwischen Muskel, Rückenmark und Gehirn. Irgendwann haben vom Gehirn „gelernte“ Auslöser-Faktoren zusehends weniger zu melden.

Das Hamburger Hanseaticum West ist ein Zusammenschluss mehrerer Fachärzte aus den Bereichen Orthopädie, Unfall-, Hand- und Plastisch-Ästhetische Chirurgie. Die Mediziner haben langjährige Erfahrung und sind zum Teil Doppelfachärzte, diverse Subspezialisierungen wie unter vielen anderen die Triggerpunkt-Therapie erweitern das jeweilige medizinische Handlungsspektrum. Um ihre Patienten bestmöglich zu begleiten, kooperieren die Ärzt*innen mit dem Albertinen Krankenhaus sowie der Schön Klinik in Eilbek.

Weiterführende Links zum Thema:

Behandlungs-Bereiche bei unter anderem Migräne

Mögliche Indikationen für die Behandlung




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