Coaching_Freude_speichern

Dear Diary: Wie glücklich macht mich Extase im Ellenbogen?

Antwort aus der Hüfte geschossen (30 Sekunden max): Was ist euer Lieblingslied? Bei welchem Song habt ihr euch gewünscht, dass der Abend nie endet und ihr bis in den Morgen weitertanzt?

In der 8. Klasse war‘s bei uns Bon Jovis „Bed of Roses“, das lief jeden Abend in Dauerschleife auf MTV. „A Lack of Color“ von Death Cab for Cutie ist für mich auf ewig untrennbar verbunden mit dem Kopenhagener Rathausplatz und dem Duft von Lancômes „Tropiques“. Bei „Two Princes“ von den Spin Doctors stehe ich sofort wieder in der Lobby unseres Hotels in Bayswater.

Ich bin 13 und zum allerersten Mal in London. Verschwitzt von der langen Busfahrt, laufe ich mit Reisetasche und Rucksack auf dunkelbraunem Teppichboden durch ein Labyrinth an Fluren. Ein Doppelzimmer teile ich mir mit meiner besten Freundin. Das beigefarbenes Bad mit geschätzt 30 anderen. Zum Abendessen gibt’s McChicken und Sprite im Whiteleys Shopping Centre, ich rieche zum ersten Mal den Duft eines Body Shops und bin unfähig, während meiner ersten Nacht in London einzuschlafen, ja gar zu begreifen, dass ich wirklich angekommen bin.

Wie Düfte bringen Lieder im Nu tolle Bilder in den Kopf und lösen große Emotionen aus. Spitzensportler benötigen diese Art von Glücks-Krücken übrigens nicht, sondern rufen selbst in schwierigen Situationen jederzeit Höchstleistungen ab. Diese „Promi“-Technik will ich unbedingt auch können. Cristián Gálvez empfiehlt mir dazu, erst einmal gedanklich durch mein Zuhause zu gehen und all jene Dinge anzuschauen, die besonders positive Emotionen in mir auslösen.

Ich setze Anker an meinen Ellenbogen

Um diese Erinnerungen und Erfahrungen als kraftvolle Ressource zu nutzen, kann ich sie dann fest in mir „verankern“. Beim Ankern, einem Begriff aus dem Neuro-Linguistischen Programmieren (NLP), werden bestimmte Reize bewusst mit bestimmten Reaktionen verbunden.

Die wissenschaftliche Theorie dahinter basiert auf den Erkenntnissen rund um die klassische Konditionierung. Kennt man spätestens aus dem Bio-Unterricht und vom „Pawlowschen Hund“. Falls ihr euch daran erinnert, wisst ihr vielleicht noch, dass durch einen Lernprozess einer natürlichen, sogenannten unbedingten Reaktion eine neue, bedingte Reaktion hinzugefügt werden kann. So kommt es, dass ich mich automatisch gut fühle, sobald der „Downton Abbey“-Trailer erklingt. Klasse.

Um gezielt Anker zu setzen, habe ich Fotos, Lieder und Bilder natürlich nicht immer dabei. Meinen Körper aber schon. Auch an ihn könne ich laut Coaching ganz bewusst positive Gefühle koppeln und auf Knopfdruck reproduzieren. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht.

Mein Coach rät, dass ich mich zunächst für einen Zustand entscheide. Dann soll ich eine neutrale Körperstelle auswählen, die ich im Alltag nur selten berühre und doch leicht erreiche (Kniekehle und kleine Zehe scheiden also aus). Ich lege mich auf den Zustand „Freude“ und den rechten Ellenbogen fest. Beide werden nun 20 Sekunden lang unter Musikbegleitung miteinander verknüpft. Während ich meinen Ellenbogen berühre, sage ich immer wieder laut und deutlich: „Freude“.

Ab sofort ist mein Unbewusstes auf diese Stelle trainiert, das gewünschte Gefühl kann ich dort jederzeit abrufen. Noch besser: Erlebe ich demnächst einen freudigen Moment, lege ich diesen ebenfalls gezielt am Ellenbogen ab. Wichtig sei es, so Gálvez, dass man immer dann den Anker setzt, wenn die Emotion besonders intensiv und positiv ist.

Um allgemein an Strahlkraft, Souveränität und Selbstvertrauen zu gewinnen, kann ich diesen Vorgang natürlich mit anderen Zuständen an anderen Stellen wiederholen. So lerne ich zusehends, die „Software zwischen meinen Ohren“ selbst zu programmieren.

Mit dieser Methode im Gepäck erziele ich sicher noch keine Leistungssportler-Spitzenleistungen. Aber ich bin zum Beispiel bestens auf Morgen vorbereitet. Dann erfahre ich, was mir noch mehr Selbstvertrauen geben wird.

Das wird also richtig wichtig – stay tuned!




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