Online_Shopping

Bekenntnisse einer Online-Shopperin

Wenn bei mir der Postmann einmal klingelt, schenkt er mir etwas, das mir sonst kaum noch jemand geben kann. Den absoluten Luxus: Zeit.

Ich gehöre nämlich zum Heer derer, die Familie und Job gleichzeitig meistern.

Als berufstätige 4-fach-Mutter und Ehepartnerin bin ich Warenbeschafferin, Journalistin, Putzfrau, Wäscherin. Außerdem Bloggerin, Krankenschwester und Köchin, um nur einige meiner Jobs aufzuzählen. Wie ich dennoch ab und an Zeit für mich abzweige? Indem ich viele Wege abkürze, sprich: delegiere: an Paketboten.

Meine Extra-Zeit ist die gesparte Zeit, wenn der Großteil meines täglichen Bedarfs – Ausnahme: Lebensmittel – aus dem Internet und von den Zustellern der Dienste DHL, UPS & Co. ins Haus kommt. Ich halte einen beträchtlichen Anteil an den über 1 Milliarde Paketen, die pro Jahr an deutsche Privatkunden geliefert werden, Tendenz steigend. Auch bei mir. Arzneimittel, Bücher, Klamotten, Sofa: Ich bestelle online. Das spart nicht nur Wege. Auch die Zeit fürs Anziehen, Zurechtmachen, Einkaufen und Schlangestehen an der Kasse geht nicht von meiner ab.

Geliefert: Pakete plus Zeit

Wer findet, man müsse doch das eine oder andere mit allen Sinnen einkaufen – sicher, das stößt online an Grenzen. Aber meine Erfahrung macht viele dieser „sinnlichen“ Eindrücke mehr als wett. Jeder, der schon mal einen textilen Großeinkauf für zwei, drei oder vier Kinder durchleben durfte, kann bestätigen: Das ist alle, nur kein Genuss. Man springt von einer Größen- beziehungsweise Geschlechter-Abteilung in die nächste und zurück, und oft fehlen in den Regale immer genau die Größen, die den Kids grad passen (würden). Da bleiben stets ein paar Posten auf der Einkaufsliste offen.

Auf diese Weise mehrfach im Jahr Klamotten und Schuhe in die Höhle schleppen zu müssen, ist anstrengender, hektischer und aufwändiger, als dieser berufstätigen Mutter lieb sein kann. Ich hatte das schnell satt. Heute zitiere ich das einzukleidende Kind an den Computer, wir suchen aus, vergleichen Preise und bestellen in Ruhe. Danach warten wir voller Vorfreude auf das Klingeln der Paketboten.

Sicher ist es von Vorteil, dass ich als Studentin im textilen Einzelhandel gearbeitet habe und als „semiprofessionelle Shoppinghilfe“ unterwegs war. Dieser Erfahrungsschatz hilft bei der Qualitätseinschätzung anhand von Fotos und Produktinfos, wie sie in Onlineshops üblich sind. Fehlkäufe kann ich jedenfalls an einer Hand abzählen.

Die mit dem Online-Shopping ersparte Zeit investiere ich in Arbeit und Geldverdienen. Als freie Bio-Journalistin muss ich Aufträge erledigen, wie sie kommen, sonst bräche mein System zusammen. Ich weiß nie, was der kommende Monat an Aufträgen bringt, und muss allzeit bereit für Neues sein. Das verlangt ein hohes Maß an Flexibilität. Bei vier Kindern zwischen 1 und 10 Jahren kann ich mir die nur dank eines effizienten Zeitmanagements erlauben.

Mein Home-Office ist das Sofa (auch das spart Wege). Das Laptop auf den Knien, schreibe ich mehrere Stunden pro Tag und mitunter nachts. Als vor allem Online-Journalistin arbeite ich an sieben Tagen die Woche. Der heilige Sonntag? Kennt das Internet micht. Dem Shoppen kommt das entgegen: Muss Bedarf gedeckt werden, bin ich schon im Netz.

Natürlich achte ich darauf, möglichst regional einzukaufen und bevorzugt öko-korrekt. Meist suche ich vorrangig nach Online-Shops kleinerer Anbieter. So lasse ich mich etwa gern in der Apotheke meines Vertrauens beraten, kaufe Arzneien und anderes ein erstes Mal dort, und besorge gegebenenfalls nötigen Nachschub preiswerter aus dem Netz (ich muss schließlich haushalten).

Ein kleinerer Teil der gewonnenen Zeit geht für erwähnte „Nebenjobs“ drauf. Ein Großteil aber kommt der Familie zugute. Mir ist wichtig, dass wir Eltern unsere Kinder betreuen. Ich koche täglich mittags für die Rasselbande und verbringe danach möglichst viel Zeit mit ihnen. Bei den Hausaufgaben sitze ich, falls erwünscht, zur Seite. Und die Wege zu den Kursen im Sportverein und in der Grundschule verbinden wir nach Möglichkeit und Laune mit Spaziergängen oder Spielplatzbesuchen.

Ein Hauch von Zeit … für mich

Auch wenn ich naturgemäß viel davon mit meinem Kleinsten teile, bleibt dann noch ein kleines bisschen Zeit für mich. Dass sie ganz mir gehört, darauf darf ich erfahrungsgemäß erst wieder nach der Stillzeit hoffen. Doch selbst mit einem Kind auf dem Schoß lässt es sich schreiben (zum Beispiel diesen Text).

Ein paar Stunden pro Woche fülle ich mein Bio-Blog, veröffentliche einen täglichen „Guten Rat für Eltern“ auf Facebook oder gehe meinen ehrenamtlichen Engagements nach. Auch das ist meine Zeit wert. Deshalb: Dank für die Segnungen des Online-Shoppings und an die vielen Paketdienste und -zusteller. Ohne sie wäre ich nicht in der Lage, so glücklich mit Familie, Job und mir selbst zu sein, wie ich es bin.

 




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