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Liebe ohne Wenn und Aber

Jeder möchte am liebsten um seiner selbst willen geliebt werden. Ohne Wenn und Aber, ohne Ansprüche, völlig ohne Einschränkung. Aber können wir selbst so lieben?

Oder stehen nicht auch unserer Liebe oft überzogene Vorstellungen davon im Weg, was und wie jemand anderes sein soll?

Yoga nimmt uns über die körperliche Praxis hinaus mit auf einen Weg der Transformation. Die bedingungslose Liebe, ein „himmlischer Verweilzustand“ im Kontext der buddhistischen Ethik, kann auf diesem Weg erlernt werden. Sie beginnt bei einem selbst und gilt nicht nur anderen Menschen, sondern dem Leben, den Tiere, Pflanzen, Dingen. Für GINGER schreiben erfahrene Yogalehrer, wie sie die Aspekte der Brahmaviharas verstehen und vermitteln.

Die erste Autorin zu unserer Serie „Bedingungslose Liebe (durch Yoga)“ ist Liz Warrington, 49, aus Brighton.

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„Konditionierungen schränken unser ganzes Leben ein. Wir werden in Bedingungen hineingeboren, die uns die Familie, die Gesellschaft, unsere Kultur und letztlich die ganze Welt vorgeben. Wir werden älter und lernen, uns durch angepasste, konditionierte Reaktionen auszudrücken und zu definieren. Stets getrieben durch unbewusste Kräfte, nehmen wir diese Verhaltensmuster und Gewohnheiten mit in jede Begegnung, ob mit anderen Menschen, Tieren oder Situationen.

Die Liebe ist dabei tief in unseren Gehirnen verankert. Wir sind darauf programmiert zu lieben. Und die meisten folgen dieser Verbindung bestmöglich. Nur: Wie viel unserer Liebe kann bedingungslos sein, wenn in jede Begegnung zweier Menschen ihre individuellen sowie unsere kollektiven Konditionierungen hineinspielen?

Hier kommt eine Praxis wie Yoga zum Tragen. Sie eröffnet uns die Möglichkeit, uns ohne Konditionierung zu erleben. In jenen Momenten im Studio oder auf der Matte zu Hause, wenn die körperliche Erfahrung uns vom inneren Geschnatter befreit. Wenn wir in den unendlichen Weiten des Seins ganz zu Körper und Atem werden.

Oder wir widmen uns den yogischen Schriften, und das Gelesene berührt uns so intensiv, so dass beim Aufblicken von den Seiten plötzlich die ganze Welt verändert erscheint. Sanfter, pulsierender; wir spüren eine tiefere Verbindung mit allem, was unser Auge sieht.

Neben solchen Erfahrungen verblassen unsere Alltags-Dramen. Man erlebt innere Ruhe, Frieden, den ungebrochenen Fluss des eigenen Ichs. Jenes Ich, das immer da war und immer sein wird und das umso greifbarer und verfügbarer wird, je mehr man sich in der Yoga-Praxis selbst begegnet. Ohne Wertung. Ohne Vergleiche. Freundlich und voller Mitgefühl.

Human Happiness and human satisfaction must ultimately come from within oneself. Dalai Lama

Diese Momente sind durchdrungen von bedingungsloser Liebe und prägen sich tief in unsere Herzen ein. Hinterlassen dort ihre alles verändernden Spuren: Das Gefühl der Zugehörigkeit, des Eins Seins mit Allem, dass wir gut sind, so wie wir sind. Dass es nichts zu verändern, verbessern gibt.

Yoga lehrt uns, Verantwortung für uns zu übernehmen. Dass wir erspüren, wo wir enden und wo der andere (oder ein anderes) beginnt. Wir lernen zu unterscheiden und zu definieren, was wir selbst mitbringen und was der Anteil eines anderen ist. So beginnen wir Liebe der Liebe wegen zu erfahren. Eine Liebe, die nicht mehr abhängig ist von den Worten oder Taten eines anderen. Sondern die Ausdruck unser eigenen Ausgeglichenheit und Zufriedenheit ist.

Bedingungslose Liebe kreist jedoch nicht um sich selbst. Sie will vermittelt und gelebt werden. Durch Yoga erkennen wir das Leben durch die Augen der Liebe und bewegen uns hin zu einem Zustand der Bedingungslosigkeit.“

Liz Warrington ist eine international renommierte Senior-Lehrerin. Sie begann ihre Yogareise mit Iyengar Yoga und fand 1987 ihre Heimat in der Tradition der Yogapionierin Vanda Scaravelli: Die enge Freundin des Philosophen Jiddu Krishnamurti war persönlich von BKS Iyengar und T.K.V Desikachar ausgebildet worden, bevor sie ihren eigenen, radikal intuitiven Ansatz entwickelte.




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