Luzide_Träume

Magische Nächte: 3 Kräuter für „Traumreisen“

In den lichtarmen Monaten richten wir die Sinne nach Innen. Meditation, Achtsamkeitsübungen, Mandalas malen … während uns im Sommer viel Outdoor-Ablenkung auf Trab hält, wenden wir uns aktuell Dingen zu, die etwas mehr Zeit, Lernen, Konzentration erfordern. Auch das Träumen, eine unserer interessantesten Gaben, können wir jetzt intensivieren (lernen).

Nicht alle Menschen träumen, und nicht alle träumen gleich intensiv. Manche erinnern tagsüber viele Details ihrer Traum-Abenteuer, andere wünschten, sie würden weniger träumen (ein Freund kannte ausschließlich Albträume, ihm half dagegen nur Cannabis, dann schlief er traumlos … ).

Warum wir träumen und was der „Sinn“ dieses körperchemischen Prozesses ist, konnte die Wissenschaft bisher nicht vollends klären. Allerdings ist die Schlafforschung so weit zu bestätigen, dass Träumen Sinn macht: So hat unter anderem alles im Traum Erlebte hat eine Erfahrungsebene für unser Wachbewusstsein. Wir können aus dem, was wir schlafend erleben, gewisse Lehren und Erkenntnisse über uns ziehen.

Für mich persönlich macht Träumen auch ohne Forschung Sinn. Ich bin eine begeisterte Intensivträumerin. Was mir schon alles im Traumbewusstsein passiert ist, wäre Stoff für kilometerweise Actionfilm (nur so viel: Dennis Hopper war mir nach „Blue Velvet“ jahrelang als übermenschlicher Schurke auf den Fersen …). Vielleicht hätte ich Drehbuchautorin werden sollen.

Auch sogenannte Klarträume oder luzide Träume kenne ich gut: In solchen ist man sich im Schlaf des Träumens bewusst und kann steuern, ob und wie man weiter träumen möchte. Vor vielen Jahren hatte ich zum Beispiel mehrere Todes-Träume – und entschied mich nach einem anfänglichen Schreck dafür, die nächsten einfach weiter zu träumen. Ja, es funktioniert. So viel sei verraten: Nach dem Sterben wurd’s erst richtig lustig, als Traum-Geist habe ich jede Menge unbestraften Unfug anstellen können.

Luzides Träumen hat eine sehr kreative Kraft, weshalb sich seit jeher viele Künstler darin üben. Denn offenbar kann jeder klarträumen, sofern er oder sie sich mit der Technik dahinter beschäftigt (ihr findet einen Link zu einer Website dafür am Ende dieses Beitrags).

Aber auch bestimmte legale Kräuter könnten eure Klarträume unterstützen. Sie haben Tradition bei Schamanen, Heilern, spirituellen Führern – sie bitten in ihren Klarträumen auftauchende Charaktere nach Antworten und tieferem Wissen.

Ein Hinweis daher an jeden, der solche Kräuter nutzen möchte: Tut nichts, worüber ihr euch nicht selber ausreichend informiert habt. Kräuter sind Medizin und als solche mit einer gewissen Vorsicht und Vernunft zu behandeln.

Indischer Spargel oder Shatavari (Asparagus racemosus)

Schamanen, Mönche und andere Wandler auf spirituellen Wegen schätzen die im Chinesischen als Tian Men Dong bezeichnete Wurzel seit Jahrhunderten für ihre „das Herz öffnenden“ Kräfte. Man nennt sie auch „Flugkraut“ – sehr offensichtlich, weil sie uns durch die nächtlichen Abenteuerreisen fliegen lässt, jenseits unserer physischen Grenzen.

Die chinesische Medizin schreibt dem Indischen Spargel, dem in der ayurvedischen Lehre als Shatavari weibliche Verjüngungseffekte zugeschrieben werden, einen direkten und wertvollen Effekt auf unsere Herz-Energie zu. Es soll unsere dualistischen Beschränkungen – Gut und Böse, Schwarz und Weiß, Richtig oder Falsch – aufheben. So erweitern wir unseren Bewusstseinshorizont quasi im Schlaf.

Anwendung: Macht aus den Wurzelknollen am besten einen Tee. Indischen Spargel bekommt ihr getrocknet (in Bio-Qualität) oder frisch in ausgewählten Naturmärkten. Frische Zutaten, nur zur Erinnerung, haben immer die stärke Wirkung.

Echter Baldrian (Valeriana officinalis)

Eine alte Bekannte in Sachen Bettruhe ist Baldrian. Seit ewigen Zeiten und in allen Kulturen beruhigt dieser Pflanze gewordene Sandmann uns und entspannt das Muskelgewebe. Klarträume passieren in den tieferen Schlafphasen, weshalb Baldrian zur Unterstützung Sinn macht.

Das gilt natürlich weniger für alle, die bereits zu den intensiveren oder luziden Träumern gehören – und manche Träume möchte man ehrlicher Weise auch gar nicht intensivieren …

Schwangere sollten jedoch auf Baldrian verzichten, da über die Wirkungen dieser Pflanze auf das Ungeborene nicht genügend Informationen vorhanden sind.

Angeblich erinnert man sich besser an Träume unter Einfluss von Baldrian. Diesen Effekt habt ihr allerdings auch mit einem Traumtagebuch. Dafür legt ihr euch Schreibmaterial ans Bett und notiert direkt nach dem Aufwachen alles, woran ihr euch erinnert; das können auch nur Traum-Fragmente sein. Das trainiert euer Traumerinnerungsvermögen enorm!

Anwendung: Brüht den Baldrian-Tee nicht mit kochendem Wasser, um die feinen ätherischen Öle zu erhalten. Oder macht eine Tinktur aus eingelegtem Baldrian; und wer kann, zieht diese schmückende Staudenpflanze selber und erntet frisch. Das erspart euch den sehr speziellen, intensiven Duft von getrocknetem Baldrian – bei uns wurde die Tüte aus der Apotheke direkt nach Öffnung in den Vorratskeller verbannt.

Beifuß (Artemisia vulgaris)

Diese auf fast allen Kontinenten beheimatete Pflanze hat auf eine lange Geschichte innerhalb der Heilkunde und Medizin, aber auch in der Metaphysik. Ihre Beinamen sprechen Bände, Besenkraut, Männerkrieg oder Frauenwurz – ihr versteht, in welche Richtung das geht. In der keltischen und nordischen Mythologie sollte diese als magisch geltende Pflanze das Böse abhalten, wurde an Türen gehängt oder als Rauchkraut verbrannt.

Dieselben Anwendungen kennen diverse amerikanische Indianervölker, bei denen es auch als Traumpflanze unter anderem geraucht wird. Aber auch Fruchtbarkeit und Krankheitsheilung wird mit Beifuß seit jeher in Verbindung gebracht. Schwangeren ist von Beifuß eher abzuraten.

Wer mit dieser überall wachsenden Pflanze Traum-Erfahrungen gemacht hat, berichtet von farblich aufregenden Erlebnisnächten, die außerdem lang und erholsam waren.  Klingt äußerst verlockend – in meine nächste Kräutergartenbepflanzung im Frühjahr ist Beifuß deshalb schon eingeplant.

Anwendung: Die Blätter der Pflanze konsumiert ihr entweder als Tee oder raucht sie in der Pfeife – die Entscheidung ist eine der individuellen Vorlieben.

Wir wünschen euch aufregende und erhellende Winterträume!

 Falls ihr das Klarträumen oder luzides Träumen lernen möchtet, findet ihr hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.




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