Leinsamen_Superfood

Leinsamen: Powerplayer fürs Immunsystem

Neulich habe ich mal wieder Sex and the City angesehen, die Folge, in der Charlotte ein Tagebuch für ihre depressive Vagina führen sollte. Dabei fiel mir ein: Ich wollte doch unbedingt etwas über Leinsamen schreiben!

Kurze darauf konfrontierte mich die Werbepause mit einem Spot für eine Creme gegen Scheidentrockenheit. Und plötzlich wusste ich sogar wieder, warum ich das tun wollte.

Zum Thema Leinsamen fällt den meisten von euch sicher eher der träge Darm ein, der etwas Starthilfe braucht. Leinsamen können jedoch noch wesentlich mehr als Verdauung fördern. Der Verzehr von geschroteten Leinsamen hilft beispielsweise hervorragend gegen Scheidentrockenheit, wie sie aufgrund des sinkenden Östrogenspiegels in den Wechseljahren vorkommen kann. Doch damit nicht genug.

Das Versprechen. Was Leinsamen alles können sollen.

Fast scheint es, als sollten wir den Satz „An apple a day keeps the doctor away“ auf Leinsamen umschreiben. Denn die ihnen zugeschriebenen Wirkungen sind beträchtlich. Sie sollen u. a. antibakteriell wirken, antikanzerogen, antioxidativ, antiviral, blutdrucksenkend, cholesterinsenkend, entzündungshemmend, hormonregulierend (östrogenausgleichend), schleimhautschützend respektive -aufbauend, verdauungsanregend und zellschützend. Wow.

Demnach wäre der Konsum von Leinsamen in folgenden Fällen eine gute Idee: an PMS-Tagen und bei Wechseljahresbeschwerden sowie bei Scheidentrockenheit, bei einem erhöhten Cholesterinspiegel und zur generellen Prophylaxe von Herz-Kreislauf-Beschwerden.

Reizlindernd wirken Leinsamen auch, wenn’s in der Körpermitte zwackt und grummelt (Reizdarm, Magenschleimhautentzündung). Und wer seine Verdauung pushen möchte, greift ebenfalls zu Leinsamen, am besten zur ungeschroteten Variante.

Auch bei Erkältungen schaffen Leinsamen Linderung. Beispielsweise wenn Reizhusten die Nacht zum Tag macht oder der Hals kratzt – zu dem Zweck bereitet ihr eine Art Leinsamentee zu.

  • 3 EL Leinsamen in ein Glas mit kaltem Wasser geben (150 – 200ml)
  • 1 – 2 Std. aufquellen lassen
  • Dabei immer wieder umrühren, um das Wasser „schön schleimig“ werden zu lassen.
  • Das auf den ersten Blick wenig verlockende Gebräu trinkt ihr in kleinen Schlucken (Reizhusten) oder gurgelt damit (Halsweh).

Schon wieder ein neues Wundermittel?

Wundermittel: ja. Neu: nein. Lein (Flachs) gehört zu den ältesten Kulturpflanzen und ist schon in der griechischen Mythologie bei den Schicksalsgöttinnen (Atropos, Lachesis und Klotho) sowie bei den „alten Ägyptern“ zu finden. Lein war auch das erste Pflanzenfett, noch ehe man auf die Olive kam.

Zudem war Lein nicht nur in der Küche bewährt, sondern u. a. auch in der Leinenweberei, als Farbe oder als schützende Holzpflege.

Aber echte Karriere machte die vielseitige Pflanze dank ihrer Heilwirkung. Dennoch gerieten die Leinsamen angesichts neuer „Superfoods“ kurzzeitig in Vergessenheit. Wir wünschen ihnen im Zuge der Rückbesinnung zu natürlichen Heilmethoden eine verdiente Renaissance. Prominente Fürsprecher hätte sie schon einmal.

Wichtige Omega-3-Fettsäuren- u. Phytoöstrogen-Quelle

Gynäkologin, Geburtshelferin, Gründerin des Frauengesundheitszentrums „Women to Women“ und Autorin: Dr. med. Christiane Northrup widmet sich in ihrem Buch „Die Weisheit der Wechseljahre“ ausgiebig den Leinsamen. Sie nennt sie als wichtige Quelle für Omega-3-Fettsäuren, Lignane und natürlich als Ballaststoffe.

Leinsamen sind die beste verfügbare Quelle für antikanzerogene und phytoöstrogene Verbindungen, die als Lignane bezeichnet werden – mit einer Konzentration, die mehr als hundertmal größer ist als in anderen lignanhaltigen Lebensmitteln wie Getreide, Obst und Gemüse.

Dr. med. Christiane Northrup [1]

Warum sind Lignane so wichtig? Sie sollen u. a. antikanzerogen wirken und eine wichtige Rolle in der Brust- und Darmkrebs-Propyhlaxe spielen. Außerdem sind Lignane eine potente Quelle pflanzlicher Östrogene und somit auch für alle interessant, die keine Sojaprodukte vertragen oder mögen.

Zudem helfen Lignane beim Schutz des Herz-Kreislauf-Systems, indem sie beispielsweise den Blutdruck und den Cholesterinspiegel senken (genauer: sie senken das „böse“ LDL-Cholesterin und heben das „gute“ HDL-Cholesterin).

Und zu guter Letzt wirken Lingnane antioxidativ, schützen also vor dem Angriff freier Radikaler. Das dürfte alle, die an Anti-Aging interessiert sind, hellhörig machen.  

Omega-3-Fettsäuren für die Allgemeingesundheit.

Fett ist nicht in jeder Form eine Bedrohung. Diese tollen Fettsäuren beispielsweise unterstützen eure Gesundheit von A-Z, sind enorm wichtig für Herz, Gehirn, das Immunsystem oder das hormonelle Gleichgewicht. „Nebenbei“ macht sich ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren auch durch Müdigkeit, dünnem, splissanfälligem Haar, trockener Haut oder brüchigen Nägeln bemerkbar.

Dr. Northrup empfiehlt daher täglich den Verzehr von 1/4 Tasse geschrotetem Leinsamen – beispielsweise im Müsli, in den Joghurt gestreut oder einfach so, aber kombiniert mit ausreichend Flüssigkeit.

Blutdrucksenkendes Futter fürs Gehirn

Verschiedene Studien – u. a. die der Hope-Universität in Liverpool oder dem medizinischen Zentrum Tel Aviv – lassen vermuten, dass regelmäßiger Verzehr von Leinsamen nicht nur die Gedächtnisleistung pusht, sondern sogar vor Funktionsstörungen wie Demenz schützen kann.

Zudem zeigte sich in einer Doppelblindstudie der American Heart Association Scientific Sessions der nachweislich blutdrucksenkende Effekt bei regelmäßigem Leinsamenverzehr. Bei Bluthochdruckpatienten, die für 6 Wochen 30 g der geschroteten Samen verzehrten, sank der RR-Wert um bis zu 15 mmHg.

Und noch einmal zurück zur Trockenheit.

Heide Fischer, Ärztin und Mitbegründerin des Frauengesundheitszentrums IFF, berichtet in ihrem Buch „Frauenheilpflanzen“ von einer Frau, die aufgrund künstlicher Wechseljahre unter enormer Scheidentrockenheit litt. Die einzig mögliche Behandlung, eine lokale Hormonbehandlung mit Östrogencreme oder Scheidenzäpfchen, schied aufgrund ihrer Krankheitsgeschichte aus.

Was nun? Sie nahm 2 x täglich einen Esslöffel geschroteter Leinsamen mit je einem Glas Wasser (mind. 200 ml) ein – und die Scheidenschleimhaut erholte sich. Die Tatsache, dass Leinsamen die Schleimhäute, und zwar alle Schleimhäute „schmieren“, bestätigen auch Hebammen, die ihren Schwangeren raten, ab ca. 3 Wochen vor der Geburt zwei Esslöffel Leinsamen pro Tag zu verzehren, damit die Geburt „besser flutscht“. [2]

Wichtig für die Einnahme: Leinsamen können abführend wirken, darum ist es ratsam, sich in kleinen Schritten an die empfohlene Menge heranzutasten. Ebenfalls wichtig: Leinsamen unbedingt mit genügend Flüssigkeit einnehmen. Auf 1 EL Leinsamen kommt ein Glas Wasser (200 ml) oder mehr.

Wer Medikamente einnimmt, kombiniert das ebenfalls besser nicht mit der gleichzeitigen Einnahme von Leinsamen, weil der Pflanzenschleim die Resorption der Wirkstoffe beeinträchtigen kann. Haltet besser einen zeitlichen Abstand von ca. 1 Stunde ein.

Und bei Entzündungen im Magen-Darm-Trakt fragt bitte erst euren behandelnden Arzt, was der von der Leinsamenanwendung hält!

Quellen:

[1] Weisheit der Wechseljahre: Selbstheilung, Veränderung und Neuanfang in der zweiten Lebenshälfte (C. Northrup)

[2]Frauenheilpflanzen: Wirkungen, Hausmittel und praktische Selbsthilfetipps

[3] http://www.epochtimes.de/Studie-beweist-Leinsamen-kann-Leben-retten-a1056744b.html

http://www.epochtimes.de/Das-kleine-Wunder-mit-dem-Leinsamenoel-a782982.html

Bitte beachtet: Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Er dient ausschließlich der Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen Arzt oder Heilpraktiker und ist keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen.

Text: Sabine Otremba, www.weibswort.com

Redaktion: Alke von Kruszynski

 




Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Mehr von diesem Autor

Möchtest Du uns lieben …

… und ehren, in guten wie in besseren Tagen?

Sag Ja zum Ginger Newsletter!

(natürlich geben wir deine Daten niemals an Dritte weiter)
Diese Einladung bitte nicht mehr anzeigen.
0