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Laune im Keller? Tipps gegen den kleinen Blues

Es sind diese Tage mit dem berühmten linken Fuß. Solche, an denen mir schon morgens die Laune abgeht. Das Wetter ist schlecht, der Kaffee kraftlos; der Mann hat noch keinen „richtigen“ Satz gesagt, und Hunger habe ich auch. Worauf? Keine Ahnung. Aber irgendwie ist alles blöd.

Und wie könnte es anders sein, passen sich meine Körperhaltung und Mimik prompt der Tagesform an:

  • der Kopf sinkt,
  • die Mundwinkel maulen
  • die Schultern hängen.

Der volle Charlie Brown, eben.

Schlecht drauf sein und dabei durch die Wohnung tänzeln ist nämlich nicht drin. Genau da liegt der Casus Knacksus. Eine saft- und kraftlose Haltung legt den Grundstein dafür, dass die Laune in absehbarer Zeit nicht besser werden wird. Schon der Peanuts-Antiheld wusste, dass er, um richtig mies drauf zu sein, eine bestimmte Körperhaltung benötigt:

Das Verkehrteste, was du tun kannst, ist aufrecht und mit erhobenem Kopf dazustehen, weil du dich dann sofort besser fühlst.

Charlie Brown

Die Körperhaltung als Stimmungs-Booster

Aus diesem Grund nennt die Neurolinguistische Programmierung (NLP) die bewusste Änderung der Körperhaltung, um einen Stimmungsumschwung herbeizuführen, die „Charlie-Brown-Technik“. Im Volksmund heißt dasselbe schlicht, ergreifend und treffend: Brust raus, Bauch rein, Kopf hoch.

Schon diese simple Änderung pusht eure Stimmung, weil „Körper und Seele das Bestreben haben, in Einklang zu kommen», so Psychologin Doris Wolf in ihrem Buch „Gefühle verstehen. Probleme bewältigen“. Wildes Trampolinhüpfen und im Tief schmoren passen wie erwähnt nicht zusammen.

Denn leider funktioniert das auch andersrum: Fade auf der Couch lümmeln und dabei die Energie fürs Workout oder den Wochenendeinkauf aufbringen zugleich klappt nicht. Bei wichtigen Vorhaben ist das wichtig zu wissen und zu befolgen: US-Forscher zeigten, dass Probanden, die zuvor mit rundem Rücken auf einem Stuhl kauerten, bei anschließenden Tests in den Punkten räumliches Denken, Mut und Konzentration schlechter abschnitten als jene, die gerade gesessen hatten.

Was aufrechte Haltung mit Schönheit zu tun hat

Eine dauerhaft schlaffe Haltung schlägt leider nicht nur aufs Gemüt, sondern verändert den ganzen Körper und die Art, wie andere euch wahrnehmen, sagt der Arzt und Bewegungsforscher Christian Larsen. Ohne Körperspannung wirkt ihr schlaff, müde oder sogar unattraktiver. Eine aufrechte Haltung lässt euch dagegen frisch, attraktiv und dynamisch wirken. Die richtige Körperhaltung ist sogar eine kleine Frischzellenkur, so Larsen.

Mit einem ewigen Rundrücken züchtet ihr euch mittelfristig mindestens ein Doppelkinn und eine Menge Rückenschmerzen, der hängende oder stets eingezogene Kopf fördert außerdem Falten im Hals- und Dekolleté-Bereich. Es ist daher wesentlich effektiver, immer mal wieder eine aufrechte Haltung einzunehmen (und idealer Weise noch Spezialgymnastik für eine straffe Kinnlinie zu betreiben), statt dort mit teuren Cremes zu hantieren, die die Haut vermeintlich in Form halten soll – aber laut Kosmetikverordnung sowieso nur auf der obersten Hautschicht wirksam sein dürfen.

Langfristig betrachtet ist es logischerweise eine gute Idee, den Körper „aus der Ruhe“ zu bringen. Durch mehr Bewegung im Alltag, durch ein Workout, das euch Spaß macht, oder mit Yoga. All das sorgt nicht nur für ein gutes Körpergefühl, sondern überschüttet euch mit Glückshormonen. Und davon darf es ja gerne ein bisschen mehr sein.

Bloß nicht permanent gut drauf sein!

Versteht diesen Text bitte nicht als Aufruf, immer gut gelaunt sein zu müssen. Jede Stimmung hat ihre Berechtigung und ihre Ursachen, und an manchen Tagen gebe ich mich bewusst meinem Weltschmerz hin – bevorzugt unter therapeutischer Begleitung mit Soulfood und einem schönen Film.

Oder mit einem Soundtrack, der dem Gefühl einen roten Teppich ausrollt …

Und hilft beim Blues nicht auch ein bisschen Selbstreflektion dabei, am Leben zu wachsen? Die Fragen dazu lauten unter anderem: Was ist der wahre Grund hinter der Laune? Gibt es etwas, das sich daraus lernen lässt? Kann ich meinen Anteil, mein Verhalten in der ganzen Sache verändern – und daraus für die Zukunft Lehren ziehen?

Nur wenn ich aus so einem Abgrund so gar nicht mehr herausfinde – dann mache ich das Charlie-Brown-Gegenprogramm, frei nach dem Motto fake it, till you make it. Oder aber ich stelle mich vor den Spiegel und beiße auf einen Bleistift. Das zwingt die Mundwinkel nach oben, sorgt so erwiesenermaßen ebenfalls für kleine Glückshormon-Impulse und sieht derart blöd aus, dass es unmöglich ist, nicht über sich selbst zu lachen.

Manchmal schafft das sogar der arme Charlie.




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