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Tools und Kosmetik für mehr Winter-Glow

Wenn die Sonne flache Bahnen über den Himmel zieht, die Fauna alle Farben wechselt, Stiefel durch das Laub rascheln: Dann ist der Moment da, um einen Wechsel in der Hautpflege ins Auge zu fassen. Denn in kälteren Jahreszeiten braucht unser größtes Organ einen anderen Kosmetik-Schutz als im Sommer. Zur trockenen Heizungsluft gesellt sich oft weniger Bewegung (sprich: Durchblutung), und je kälter es wird, desto empfindlicher kann sich der Säureschutzmantel der Haut benehmen. Das lässt sich mit Kosmetik und Tools beheben.

So kommt die Haut erkennbar fitter durch Herbst und Winter, wenn wir von Öl-in-Wasser-basierten Cremes auf solche mit Wasser-in-Öl-Formulierunge umstellen. Idealerweise ist die Winter-Hautpflege außerdem reich an Lipiden – das sind zelluläre „Bausteine“, die unter anderem Haut-Barrierebrüche flicken.

Im Winter also braucht Haut, die mit zunehmendem Alter ohnehin nach mehr Pflege-Hilfe ruft, echte Extras. Das merkt man dann unter anderem daran, dass sie trotz Eincremen schneller Spannungsgefühle entwickelt, fahl wird und sich Trockenfältchen zeigen. Sie reagiert schneller gereizt, manchmal kommt es in den kalten Monaten sogar zu Trockenheitsekzemen. Spätestens dann ist es höchste Zeit, Platz auf dem Badregal zu schaffen für Pflege im Lagen-Look!

Die Basics:
  • Milde Reinigung
  • Enzym-Peeling
  • Seren mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen
  • Tagespflege
  • Nachtpflege
Dazu kommen unterstützende Hautpflege-Extras:
  • Ampullen-Kuren mit unterschiedlichen Wirkstoffen
  • Masken für jeden Hautzustand
  • Spezial-Winterhelfer (z. B. Kokosöl, Sheabutter oder Nachtkerzenöl)
  • intelligente Apparate-Kosmetik (z. B. elektrische Waschbürste, Mikrodermabrasion für zuhause, Microneedling o. a.)

Da Kosmetik-Experten längst nicht mehr von Hauttypen sprechen, sondern immer (auch saisonal wechselnde) Hautzustände erleben und behandeln, kann ich hier kaum für jede Haut die passenden Beispiele geben. Der Kosmetikmarkt ist gigantisch, was eher die Beratung durch eine möglichst markenunabhängige Kosmetikerin ratsam macht. Ich betone die unabhängige Beratung gern, da nicht jede Marke für wirklich jeden Hautzustand das Passende anbietet. Auch können die Salonexpertin aus einem Erfahrungsschatz schöpfen, den kaum eine Verkäuferin haben kann. Und keineswegs maße ich mir eine Rundum-Empfehlung an. Sondern beschreibe in der Regel vor allem aus eigenen Test-Erfahrungen als Beauty-Journalistin und Kosmetik-Junkie.

Mit dem Älterwerden braucht Haut Tools und Routinen

Ich bin zum Beispiel mit einer klassischen Mischhaut ins Erwachsenen-Leben gestartet, habe aber nach der Menopause eine sehr trockene und auch sensiblere Haut. Deshalb befolge ich in Sachen milde Reinigung zum Beispiel den Rat meiner Dermatologin Dr. Anna Brandenburg: Klares, nicht zu warmes Wasser ist für eine Makeup-freie Haut wie meine bei der Tageswäsche durchaus ausreichend. Ich unterstütze das ganz old fashioned mit einem Waschlappen. Aus zwei Gründen: Zum einen peelt die Frottee-Oberfläche sanft die abgestorbenen Hautschüppchen, zum andern öffnet der lauwarme Stoff die Poren als Schleusen für nachfolgende Pflegewirkstoffe. Da ich so außerdem keine Tenside an mein Gesicht lasse, bleibt meine Hautschutzbarriere weitgehend intakt, der transdermale Wasserverlust wird gedrosselt.

Wer Make-up benutzt oder morgens das Gefühl braucht, zwar mild, aber intensiver reinigen zu wollen: alle Gesichtsmilch-Produkte ohne Alkohol wären ein Tipp.

Kein Anti-aging ohne Peeling

Etwa alle 5 Tage mache ich ein Enzym- oder leichtes Glykol- oder Fruchtsäure-Peeling. Wer noch Kosmetik mit Peeling-Partikeln nutzt: Die sind sowas von out! Die meisten verletzen mikrofein die Hautoberfläche und sind für die Gesunderhaltung somit kontraproduktiv. Andere peelen mit Schleifpartikeln aus Kunststoffen, die ins Abwasser gelangen und die Umwelt belasten. Enzym- oder Säurepeelings dagegen hinterlassen eine ebene Hautoberfläche und sind perfekte Vorbereitungsschritte für Seren und Masken, deren Wirkstoffe im nächsten Pflegeschritt ungehindert in die Epidermis wandern können.

Eine meine jüngsten Entdeckungen ist da die Hautkosmetikserie von Cellagon, im Kontext Peelen sticht die effiziente 2-in-1-Maske heraus. Dazu eine abschweifende Anmerkung: Aus mir wäre definitiv eine schlechte Japanerin  geworden. Im Land der aufgehenden Sonne feiert man bekanntermaßen extreme Kosmetikrituale. Absolut makellose Haut ist in vielen Ländern Asiens ein geradezu manisch verfolgtes Gut. Dafür investieren die Damen sehr viel Zeit und Geld. Beides verschwende ich lieber an andere Dinge. Ein Grund, warum mir Cellagons Aniaging-Serie sympathisch ist. Deren Maske nämlich reinigt und tiefenversorgt die Haut zeitsparend in einem Rutsch.

Und das macht sie so: Durch das Auftragen der Maske und die Einwirkzeit werden überschüssiges Fett und Make-up-Reste durch sogenannte grenzflächenaktive Substanzen wie etwa Glyceryl Stearate Citrate, Glyceryl Stearate und Octyldodecanol gebunden und beim Herunternahmen der Maske mit entfernt. Der große Vorteil liegt darin, dass gegenüber einer Reinigung mit Seife oder seifenähnlichen Produkten keine Tenside oder ähnliche Stoffe verwendet werden müssen. Die reinigen die Haut zwar gut, aber trocknen sie auch massiv aus. Das Gleichgewicht der Haut wird durch dieses Prinzip nicht gestört, was die Maske gerade auch für Menschen mit empfindlicher Haut sehr interessant macht.

Cellagon als erste NATRUE-zertifizierte Bio-Wirkkosmetik CELLAGON cosmetics verzichtet zudem komplett auf Palmöl. Ein Öl, das aufgrund seiner recht guten Wirkung auf die Haut in nahezu allen Kosmetika enthalten ist. Aber eben leider ein Naturkiller … Zur Linie gehören die Basics, also Reinigungsmilch, ein Feuchtigkeitsserum, ein Handtaschen-freundlicher Roller für die Augenpartie, die 24h-Creme sowie die erwähnte 2-in-1-Maske. Meine Gedanken, jedes Mal, wenn ich sie nutze: Ich nähre die Haut. Warum ich das denke? Weil das Unternehmen seine Kosmetik auf Basis von Pflanzenstoffen entwickelt hat – ganz genau wie ihre Supplements!

Kurz zurück zur Maske, von der ihr euch am besten direkt ein Depot zulegt (da sie wahrscheinlich das Sortiment verlassen muss, nachdem sie nicht gut genug verkaufsperformt), kombiniert Detox und Intensivpflege. Die wirksamen Pflanzenstoffe pushen zum einen den Zellstoffwechsel (meine Haut wird wirklich warm, ist total „wach“) und füllt zum anderen das Feuchtigkeits- und Fettreservoir der Haut auf. Ich trage sie 1 bis 2 Mal pro Woche auf das „große Gesicht“ auf, also inklusive Hals und Dekolleté. Und nehme sie nach ca. 20 Minuten mit einem feuchtwarmen Waschlappen wieder ab.

Danach kommt das Serum, und abschließend eine 24-h-Creme – aus meiner Wahrnehmung könnte diese für die Winterzeit etwas kräftiger sein, aber für mehr Lipide resp. Fett gebe ich nach dem Eincremen (und Einziehen!) eh fast immer ein Öl on top. Ich mag das Miracle Facial Oil von Omorovicza sehr, eine feine, kleine Budapester Marke, die seit Anfang der 2000er mit hautheilenden Wirkstoffen arbeitet. Das Öl kommt abends manchmal auch pur auf die gereinigte Haut – und im Winter vor jedem Spaziergang. Dafür 2, 3 Tropfen in den Handflächen leicht warm reiben und die warmen Hände auf das Gesicht drücken.

Seren und Tools: i-Tüpfelchen als Glow-Knaller

Bei Serum kommt in Deutschland niemand an Babor vorbei. Ich kenne keine andere Marke, die sich bei Ampullen und Spezialpflegen ähnlich breit aufgestellt hat, auch deshalb lassen (unter anderen) diverse Dr. Brands ihre Kosmetiklinien in den Babor-Laboratorien herstellen. In meinen langen Jahren als Beauty-Redakteurin war der Adventskalender der Kosmetikmarke stets das Highlight im Herbst. Und bis Weihnachten sah man dann aus wie die Glow-Queen. Aktuell neu im Babor-Sortiment ist die Wochen-Kur Precious Collection mit jeder Menge zellaktivierenden Mineralien in 3 aufeinander aufbauenden Ampullen-Inhalten. Wer mag, lässt sich die als Treatment in den eigenen Marken-Kosmetikinstituten verpassen … herrlich.

Was mir übrigens inzwischen viel Spaß und Gesichts-Strahlen macht: Ich nutze die Seren auf der gut gereinigten Haut als Wirkstoffe beim Microneedling. Dafür habe ich mir vor zwei Jahren über Amazon (ja, ich  weiß …aber findet sowas mal woanders) ein eigenes Microneedling-Gerät mit einer Nadeltiefe von max 2,5 mm geleistet. Zirka alle 2, 3 Wochen kommt mein Dermapen aus seinem Koffer und zum Einsatz. Dafür ist ein darunter aufgetragenes Serum mit mindestens Hyaluronsäure-Serum zum tausendfachen „Einpieksen“ Pflicht. Das wird durch die oberflächlichen Mikroverletzungen logischerweise tiefer in die Epidermis eingearbeitet, als wenn man es einfach nur so auf die Haut gibt. Nach dem Needeln schließe ich ab mit einer regenerierenden und beruhigenden Fleece-Maske … und sehe tagelang knackiger aus. Keine Übertreibung.

Microneedling nutzt nämlich die körpereigenen Heilungsprozesse, um oberflächliche Verletzungen aus der Tiefe heraus durch Neubildung kollagener Fasern zu heilen. Deshalb lässt eine regelmäßige Verwendung des Stifts die Haut länger jugendlich aussehen. Für den Hausgebrauch eines Microneedlers beachtet aber unbedingt sämtliche Vorsichtsmaßnahmen (sterile Nadeln, desinfiziertes Gesicht und Hände) und nutzt eher nicht die volle Druckstärke bis aufs Blut! Das lasse ich höchstens im Salon zu.

Was könnt ihr euch sonst noch Gutes tun?

Neben einer elektrischen Waschbürste von Clinique nutze ich seit Jahren eine Art Mini-Laser, den Tria Age Defying Laser. Den bekommt ihr beispielsweise für ca. 480 € bei niche beauty (kein Affiliate-Link!) oder anderswo im Netz. Ich liebe ihn, und ihr könnt ihn problemlos über 3 Monate 5 mal wöchentlich anwenden. Er stimuliert die Bildung von Elastin und Kollagen in der Haut … und lässt sich prima auf die individuelle Schmerzempfindlichkeit einstellen. Mein Tipp: Entspannt damit starten und langsam die Intensität steigern. Und weil ich nun schon seit Stunden an diesem Text sitze, werde ich jetzt genau das machen: Her mit dem Laser – und Frische ins Herbstgesicht holen!




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