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Hyaluronsäure zum Trinken? So ein Unsinn!

Sagt die Dermatologin, die es wissen muss … Aber fangen wir da an, wo für die meisten die Hoffnung beginnt. Bei der Idee, man brauche nur ein teures Getränkchen schlucken, und schon verbreite sich frische Jugendlichkeit in der Haut. Dafür werben am Markt immer mehr Hyaluronsäure-Drinks. Meist sind die Zielkundschaft Frauen, die sich vermeintlich jeden Schönheits-Krempel aufquatschen lassen. Als würden wir Dank der Pink Tax nicht schon genug vom Konto bluten – jenem allgegenwärtigen Aufschlag, den Frauen für Produkte und Dienstleistungen oft mehr als Männer zahlen!

Jetzt also sollen wir teure Hyaluronsäure-Getränke kaufen. Weil sie angeblich die Haut „von innen aufpolstern“. Anti-Aging zum Trinken. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ganz richtig! Schon 2016 hat die Dermatologin Dr. Patricia Ogilvie zu den allerersten Supplements dieser Art meine Nachfrage folgendes geantwortet:

„Der sogenannte „first-pass“-Effekt, also die Verdauung und der Abbau der metabolisierten Bestandteile von den in der Nahrung aufgenommenen Hyaluronsäuren führt dazu, dass keine messbaren Mengen in der Haut ankommen. Hinzu kommt, dass die hauteigene Hyaluronsäure ja von den Fibroblasten (also den Bindegewebszellen) produziert wird. Daher hat der Körper keinen wirklichen Transportmechanismus für Hyaluronsäuren aus der Nahrung in die Zielorgane. Den braucht er ja auch nicht …“

Hyaluronsäure als Drink oder Supplement kommt nicht in den Hautzellen an

Keine weiteren Fragen, würde ich sagen. Denn Dr. Patricia Ogilvie ist als Dermatologin und Wissenschaftlerin mit Spezialgebiet Zellbiologie eine Instanz, deren Aussage ich voll und ganz vertraue. Also – ganz klar um Lichtjahre mehr als den Versprechungen der Industrie. Meine Frage damals betraf das Produkt Proceanis. Deren Marketing-Sprech zufolge würde die tägliche Einnahme von 10 ml den mit dem Altern sinkenden Hyaluronsäure-Spiegel im Bindegewebe ausgleichen und es vermeintlich „nachhaltig und gleichmäßig mit Feuchtigkeit“ versorgen. So würden „Fältchen von innen heraus aufgepolstert und die Kollagenstrukturen ausreichend durchfeuchtet und die Hautmüdigkeit reduziert“.

Bei 100 € für keine 2 Monate täglicher Einnahme sollte man von der Firma (wie von allen anderen, die auf diesen Gelddrucken-Zug inzwischen aufgesprungen sind) allerdings mehr Wirk-Beweis bekommen als vollmundige Versprechungen junger Unternehmens-Bloggerinnen (die eh noch zu jung wären, um sichtbare Feuchtigkeitsverluste zu bemerken!). Hört, hört: Sie würden sich „frischer fühlen“. Das schaffe ich auch, wenn ich mal ne ordentliche Mütze Schlaf bekomme. Und der ist gratis.

Mittlerweile spuckt Google zur Suche „Hyaluronsäure“ und „Drinks“ schon mehrere Seiten aus. Und noch mehr, wenn man „Supplement“ dranhängt. Und, meine Lieben, ich bleibe dabei: Traut dem Unsinn nicht, gebt eure hart verdienten Euros für fröhlichere Sachen aus, irgendetwas, das richtig Spaß macht. Endorphine machen definitiv schön und lassen eure Haut, ach was: eure ganze Erscheinung strahlen. Und zwar ebenfalls – völlig kostenfrei 😉




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