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Was Foundations und Politik gemeinsam haben

Hach, alles könnte so schön sein. Schön glatt, schön gleichmäßig. Jeder Morgen, jeder Tag, mit Chance auch noch der Abend. Wenn – das Wörtchen wenn nicht wäre. Und wenn Foundations annähernd so funktionabel wären wie ihr Marketing. Dann würde Frau morgens aufwachen, schlafverwuschelt Richtung Badezimmerspiegel schlurfen, wo sie eine verträgliche Menge getöntes Etwas aus einer Tube drückt, aufträgt und zack: natürlich aussehender Power-Teint für 24 Stunden. Na gut, 12 bis 16 würden reichen. Frauen sind vermeintlich bescheiden.

Da der Statistik zufolge ¾ meiner Lebenszeit bereits hinter mir liegen, kann ich mit einiger Erfahrung versichern: Weder das mit der Bescheidenheit stimmt noch hilft Foundation. Nicht im Bad und nur selten der Schönheit. Noch immer fabriziert das meiste Zeug Gesichter, die eher gemalt aussehen als strahlend menschlich. Oder gar natürlich, obwohl das alle Werbung dafür verspricht. Und das fast 100 Jahre, nachdem Maksymilian Faktorowicz aka Max „Foundation“ Faktor im erstes Make-up Studio Hollywoods den Stars einen Look ins Gesicht pappte. Nein, Kosmetik ist wie Politik: Viel versprechen, einen Bruchteil einlösen – und gegen jede Vernunft glauben trotzdem alle daran, dass bald, ganz bald alles besser werde.

Im Alter aber wird – oberflächlich betrachtet – wenig besser. Wo früher vereinzelt ein Pickel am straff gepolsterten Selbstbild kratzte, richten sich gefühlt mit Licht-Geschwindigkeit Falten und Flecken ein. Für die Ewigkeit. Da wäre es umso cooler, wenn … ja, wenn ein Make-up denn je so funktionieren würde, dass es Ebenmaß und Glow verleiht, dass es pflegt und die Haut geschmeidig hält, bis man abends wieder im Bad landet. Ihr kennt so eine? Belehrt mich! Denn ich hatte sie (fast) alle.

Foundations, die in die Fältchenlandschaft fallen

Nennt mir eine, und ich habe mich irgendwann auf sie eingelassen. Die einen wollten farblich nicht, wie ich wollte, andere waren wahlweise zu pastös, zu flüssig, zu schmierig. Pudrige Anteile lassen sich in aller Regel entspannt und sichtbar in die Fältchenlandschaft fallen. Nicht wenige Foundations trocknen die Haut eher aus oder machen sie anderweitig zum Unruheherd (Stichwort: verstopfte Poren). Und nein, das betrifft nicht nur die bösen-bösen konventionellen Marken. Bio-Brands oder mineralische Foundations können’s kaum besser. Aber was für alle galt und gilt: Mich ließ jede von ihnen vor allem älter aussehen. Makellos schön? Klappt nur als Filter-Modell mit der Beauty-App.

Die Lösung: Verabschiedet euch von „makellos“. Ist sowieso überbewertet. Je älter die Haut, desto mehr muss „normale“ Pflege einen guten Glow-Job tun. Gegen die fortschreitende Dürre helfen nur Rituale: zweimal täglich Reinigung, 2-mal die Woche Peelings, täglich mindestens ein Serum oder eine Ampulle, reichhaltige Pflege inkl. Sonnenschutz, wöchentlich eine Maske, am besten in Flies-Form. Und wenn ihr hinter das Prozedere einen Erledigt-Haken setzen könnt, kommt die Trickkiste dran.

Das Ritual für einen natürlich aussehenden Look

Mein typischer Tagesanfang: Ich breite ein ausgesuchtes Sammelsurium an Pinselchen und Helferlein vor dem Schminkspiegel aus und trage nach- und übereinander kaschierende Concealer-Produkte auf. Weniger ist dabei mehr! Solange die Farben zur eigenen Haut passen und man nur die gröbsten Unregelmäßigkeiten gut abdeckt, ist im Handumdrehen einen passabler, natürlich wirkender Tages-Look gezaubert.

Meine Favoriten, lang erprobt auf einer eher blassen Haut (die Links führen euch zu den Produkten auf Amazon, falls das jemand möchte):

Oil of Olaz Total Effects BB Creme

… eine Multitasking-Pflege mit diversen Pflege-Inhaltsstoffen und einem Hauch Max Factor Make-up, ziemlich unsichtbarer, aber effektiv harmonierender Schutz inkl. leichten SPF

Max Factor Concealer 303 …

… für das Touch-up der gröbsten Hyperpigmentierungen, leicht lokal auf die Stellen auftupfen und mit den Fingerspitzen einblenden

Benefit Tint

… je nach Hauttyp in verschiedenen Ausführungen, sehr natürlich sieht diese kombinierte Lippen- und Wangenfarbe in der pinkishen Variante posietint aus

Sisley Phyto-Touche Illusion d’Été Sonnenpudergel

… im Winter oder wenn ich wirklich zu müde aussehe, ergänze ich den Look final mit einem Hauch gezielt konturierender Bräune. Dieser Glow-Puder sieht a) extrem natürlich aus, sofern man nicht übertreibt, und hält b) deshalb jahrelang, was den hohen Preis für die Anschaffung relativiert

Für das Augen-Make-up gilt dann: nicht zu viel. Lieber in ein Wimpern-Serum investieren als in diese künstlichen Pimp-Manöver. Die jungen Frauen sehen mit diesen Augenbalken fast alle so aus, als wären sie im horizontalen Gewerbe tätig. Und professionell geklebte Wimpern sind mit Geld und Aufwand verbunden: Sobald die ersten ausfallen und die Augenpartie deshalb sichtbar löchrig wird, muss man nachlegen … ein teurer Teufelskreislauf.




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