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10 klassische Weihnachtsstress-Typen {Fun}

Und schon ist wieder Vorweihnachtszeit. Die eigentlich vorfreudige, besinnliche, ruhige. Die aber immer ganz anders daherkommt: als die hektische, stressige oder einfallslose. Und was machen wir bei Stress? Wir verfallen in bewährte Muster.

Wir haben die häufigsten Vorweihnachtsstress-Typen einmal unter unsere Verhaltens-Lupe gelegt – und für alle Beteiligten ein paar Tipps parat, diese Zeit trotz aller Muster-Macken schadlos zu überstehen.

Der Last-Minute-Geschenkekäufer

Vom 1. bis zum letzten Advent gleitet der Last-Minute-Geschenkekäufer fröhlich und entspannt durch die Wochen. Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt hier, die Firmenfeier dort, öfter mal einen Glühwein mit Freunden heben – er ist überall dabei, denn er hat für alles und jeden Zeit.

Am 23. und 24.12. allerdings rennt er mitsamt der Horde panischer Gleichgesinnter durch die Innenstadt, von einem Laden zum anderen, hektisch und fluchend, weil seine wenigen Geschenkideen allesamt ausverkauft sind. Und sowieso sind ihm plötzlich viel zu viele Leute unterwegs. Da geht einem doch völlig die Kreativität für Ideen flöten, worüber Oma sich wohl freuen könnte.

Gern terrorisiert der Last-Minute-Geschenkekäufer seine Freunde und Verwandten am 24. vormittags noch mit Ad-hoc-Anrufen vom Typ: „Was magst du lieber: Rot oder Lila?“ Dieser Vorweihnachts-Typus ist nur an ein, zwei Tagen im Jahr unverhältnismäßig infarktgefährdet. Habt ihr also einen davon in der Familie und möchtet ihn noch lange behalten, stellt ihr euch auf diese Extremsituation ein. Denn ändern wird er sich in diesem Leben nicht mehr.

Am besten macht ihr Fotos von euren Objekten der Begierde und schickt sie dem Last-Minute-Menschen inklusive Bezugsadressen auf sein Handy. So kann sich der Stressgeplagte einfach den nächsten Verkäufer im Laden eurer Wahl schnappen, das Foto hinhalten – und mit Glück bekommt er gleich noch Papier und Schleife drumherum.

Die Back-Wahnsinnige

Ihre Geschenkekarriere startete sie einst als arme Studentin, die für ihre selbst gebackenen Plätzchen viel Lob ernten durfte. Seitdem kann sie nicht anders, als die Frage „Machst du wieder deine tollen Kekse?“ mit einem netten „Ja“ zu beantworten. Dass dabei ihr Augenlid leicht zuckt, entgeht den meisten.

Akribisch kauft die Back-Wanhsinnige Zutaten, mixt, backt, knetet, dekoriert und verpackt bis zur völligen Erschöpfung. Nur ein bedenklich hoher Konsum von Eierpunsch hält sie in der Senkrechten und die Illusion aufrecht, dass dies wirklich ein Vergnügen sei.

Der Back-Wahnsinnigen ist nur zu helfen, indem man ihr Schaffens-Zeitfenster so klein wie möglich hält. Ein Wochenende im Dezember reicht aus, um sie ca. 200 Plätzchen backen und liebevoll drapieren zu lassen. Den Rest der Vorweihnachtszeit muss man sie komplett verplanen – Filmabend, Weihnachtsmarkt, Kosmetik, Shoppen, Sport … Jeden Abend muss sie abgelenkt sein – mit Ausnahme besagten Wochenendes.

An dem sich tunlichst niemand bei ihr blicken lässt, denn dann staubt das Mehl nur so durch ihre Küche, sie wird mit teigverschmierten Klamotten in den Supermarkt flitzen, weil mal wieder die Vanille ausgegangen ist – und jeder, der es wagt, sie aufzuhalten, läuft Gefahr, ungesunde Bekanntschaft mit dem Nudelholz zu machen.

Der Konsum-Fetischist

Die letzten acht bis vier Wochen vor Weihnachten sind das natürliche Habitat des Konsum-Fetischisten. Mit erhöhter Aufmerksamkeit registrieren seine auf Kaufrausch ausgerichteten Antennen jeden Hinweis auf Erfüllung seiner Mission. Jede noch so unschuldige Bemerkung verwandelt er in Sekundenbruchteilen in eine Geschenkidee:

Ah, du magst Schokolade? – Schokoladenbrunnen, luxuriöse Gold-Schoko-Täfelchen. Check!
Der neue Star-Wars-Film hat dir gefallen? – Lichtschwert, Bettwäsche, Sammel-Roboter. Check!
Oh ja, du kochst auch so gerne? – Bratpfanne, Messerset, trendiges Kochbuch. Check!
Blau steht dir aber gut. – Blauer Pulli, blauer Schal, blaue Handschuhe. Check!

Das Wichtigste ist: Er meint es nur gut. Der Konsum-Fetischist möchte seine Lieben überraschen, deshalb hält er auch nichts von Wunschzetteln. Der Versuch, ihm zu entkommen, ist zwecklos. Alles was man tun kann, ist, seine Worte sehr sehr sorgfältig wählen. Schaut er einen aber eine Woche vor Weihnachten immer noch sehr fragend an, ist die Zeit reif: Ich hab heute in der Stadt einen so tollen Pullover gesehen … bei XY in der XY-Straße. Wirklich wunderschön 😉

Die DIY-Fee

Sie schnibbelt, klebt, näht und malt, was das Bastelzeug hält. Anders als die Back-Wahnsinnige verfällt sie allerdings nicht in Stress. Ihre Beschäftigung hat vielmehr eher etwas Meditatives, was sie zu einer der entspanntesten Personen in der Vorweihnachtszeit macht.

In geradezu sakraler Stille verbringt sie ihre Wochenenden gemütlich am heimischen Basteltisch, die einzige spürbare Änderung ist ihr völliges Fehlen im Freundeskreis. Lediglich auf Pinterest ist sie in dieser Zeit erhöht nachtaktiv. Wo sonst wird man so inspiriert.

Die DIY-Fee braucht nur sehr wenig Unterstützung in diesen Wochen – mit Ausnahme der Essenssituation. Hier helfen spontane Besuche – am besten mit einem großen Topf Suppe, einer Flasche Wein, einem halben Kilo Kekse und viel Zeit.

Der Weihnachtsfeier-Profi

Dieser Vorweihnachts-Typus stresst in den letzten Jahreswochen lieber seine Leber als seinen für Geschenkideen zuständigen Hirnbereich. Ob Fußballverein, Kollegenkreis, Bücherclub der Freundin – er nimmt jede Weihnachtsfeier mit. Mit viel Spaß an Lebkuchen, stets einem ordentlichen Schuss Hochprozentigem im Glühwein und seiner Weihnachtsmannmütze auf dem Kopf stürzt er sich in den letzten Monat des Jahres.

Meist ist der Weihnachtsfeier-Profi ein liebevoller, geselliger Typ, der auch häufig im roten Dickbauchkostüm durch die Heilig Nacht streift. Klar, hatte er ja neulich versprochen, auf dem Weihnachtsmarkt, er erinnert sich dunkel. Denn leider schlägt er in diesen geselligen Tagen und Nächten oft über die Stränge. Die Kombination aus Alkohol und Zucker im Glühwein hinterlässt nun mal Lücken im Kopf.

Um der eigenen und seiner Lebergesundheit willen hilft man ihm bestenfalls damit, die sozialen Netzwerke auf Hinweise darauf zu checken, auf welchem Weihnachtsmarkt er aktuell sein Unwesen treibt. Und dann genau da nicht hinzugehen. Zum Wohle der Freundschaft.

Der Lichterketten-Fanatiker

Der Lichterketten-Fanatiker und der Deko-Freak treten gerne als Paar oder sogar Familie auf. Spätestens in der Woche vor dem ersten Advent holen sie mindestens 3 Kilometer Lichtschläuche, Leucht-Rentiere, aufblasbare Weihnachtsmänner und tonnenweise Kunstschnee vom Dachboden, sammeln alles im Vorgarten und verteilen es dann im, um und am Haus.

Dabei hat der Anführer alle Stromquellen im Blick und rüstet zur Sicherheit den Verteilerkasten auf, bevor zu Sonnenuntergang der Hebel umgelegt wird und bis zum Carport-Dach alles in gleißendem Winterglanz erstrahlt. Bis zu einem Monat nach Weihnachten wird diese Installation auch nicht erlöschen – ist doch einfach zu und zu schön. Oder?

Lichterketten-Fanatikern ist in der Regel nicht zu helfen. Jeder Versuch artet in Stress aus, und das Gegenteil ist jetzt erwünscht. Vor allem als Nachbar helfen lediglich blickdichte Vorhänge im Schlafzimmer und ein freundliches Lächeln, denn die Gesichter dieser Menschen strahlen oft genauso wir ihr Vorgarten.

Eine Warnung: Eher kontraproduktiv ist eine Infektion der eigenen Deko-Bereitschaft. Zwei bis drei Lichterketten sind noch okay. Alles weitere animiert den zum Wettrüsten neigenden Typus des Lichterketten-Fanatikers zur Arsenal-Aufstockung im nächsten Jahr.

Ein ideales Geschenk für diesen Vorweihnachtstypus ist ein Stromanbieter-Vertrag zu günstigeren Konditionen. Oder ein mittelgroßes Geldgeschenk. Er könnte es brauchen, wenn er den Kindern den nächsten Schulausflug ermöglichen möchte.

Der Ideen-Surfer

Der Ideen-Surfer tummelt sich bevorzugt auf diversen Blogs, die ihm die „Besten 100 Geschenketipps“ bieten, die er dann fast alle bestellt. Über das Jahr hinweg hat er Premiummitgliedschaften bei diversen Online-Shops angemeldet, um deren Vorteile im Dezember endlich nutzen zu können.

Sein soziales Umfeld erhält in jetzt gern Mails mit Frauenzeitschrift-Test-artigen Fragen wie: „Wo würdest du am liebsten wohnen? A) Indien B) Italien c) Egal, Hauptsache irgendwo am Meer“. Nur um am Heiligen Abend ein passendes Kochbuch geschenkt zu bekommen.

Gern verschickt er auch Links mit der Frage: „Wie findest du das?“. Hat man das System des Ideen-Surfers verstanden, biete sich also eine wirklich gute Chance auf ein tolles Geschenk.

Da er Menschenmassen vermeiden möchte, kauft er alles online, bis hin zur Geschenkschleife. Deshalb muss er Unmengen von Paketen annehmen. Verpasst er eins, muss er zur Post, wo auch etliche Retouren landen, denn live sehen die meisten Dinge doch anders aus als auf den Web-Fotos.

Der Stresspegel des Ideen-Surfers hält sich dennoch in Grenzen. Was man von seinem Kontostand im Januar nicht behaupten kann. Dieser Mensch gehört daher erst in den Nachweihnachtswochen umsorgt und entstresst.

Die Familienplanerin

Jedes Advents-Wochenende eine anderer Besucherüberfall in der Verwandtschaft, im Gepäck stets die komplette Mischpoke und Unmengen an Selbstgemachtem. Zusätzlich zum Geschenkesuchen nimmt die Familienplanerin 4 Wochen Hochleistungskochen, -backen, -umherfahren, -organisieren auf sich, um das „ein entspanntes Fest“ zu nennen. Ist doch für alle viel schöner so.

Mit diesem Typus in der Familie bleiben genau zwei Optionen: mitmachen oder krank melden.

Da die Familienplanerin hart am Rande des Nervenzusammenbruchs lebt, sollte man sie jetzt nicht belasten und sie evtl. zum Yoga animieren. EInatmen. Ausatmen.

Ihr Dank wird einen in Form von Plätzchen und kalten Gänsekeulen ereilen. Zum Glück sinkt alle Anspannung auf Normalnull, sobald am Heiligabend der geschmückte Baum steht und Würstchen mit Kartoffelsalat serviert sind (weil das so wenig Aufwand macht). Endlich hat sie drei Tage volle Besinnlichkeit.

Die verkniffene Missionarin

Dieser Typus Vorweihnachts-Mensch gehört in die Kategorie „Meiden“. Sie nervt einfach jeden mit sauertöpfischen Vorträgen darüber, warum Geschenke doof und oberflächlich sind und nur Charity-Spenden beweisen, dass man ein Herz habe.

Von „Wir haben doch schon alles“ bis zu „Du platzt ja bald aus allen Nähten“ zerrt sie in der Vorweihnachtszeit jeden Konsum-Vorwurf heran und reibt ihn einem ungefragt unter die kalte Nase. Zum Glück verweigert sie jegliche Art von Weihnachtsfeier und boykottiert alles, was mit Weihnachten zu tun hat, als „Fest des Konsums“.

Da Diskussionen zwecklos sind, stellt man ihr am besten heimlich eine kleine Aufmerksamkeit, gerne selbstgemacht, auf den Tisch, garniert mit ein paar warmen Worten. Wahlweise tut’s ein Beleg über eine Jahresspende an Ärzte ohne Grenzen oder ähnliches. Das erhöht vielleicht, vielleicht die Chance, dass sie es im nächsten Jahr nicht ganz so arg treibt.

Der Grinch

Nur mit übermenschlich viel Empathie begegnet ihr dem Fanatischen Weihnachts-Hasser vom Stamme Grinch. Zeternd, missgelaunt und stets verkniffen, vermiest er mit Leidenschaft jedem die Laune, der an der Weihnachtszeit und allem, was bei uns so dazugehört, seine Freude hat.

Meist jedoch haben wir jetzt alle selbst genug zu tun und im Kopf, um diesem nicht versiegenden Quell an Miesepetrigkeit etwas entgegnen zu können. Um im Umgang mit dem Grinch Stress zu vermeiden, hilft meist nur eines: ihn weiträumig zu vermeiden. So schlägt wenigstens der eigene Stresspegel nicht ungesund nach oben aus.




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