Coaching-Seelenkater

Dear Diary: Was hilft gegen einen Seelen-Kater?

Wurdet ihr schon verlassen, entlassen, im Stich gelassen? Garantiert wart ihr mal krank, schlecht drauf, vielleicht ausgebrannt. Manchmal wirft uns das Leben eben zu viel an den Kopf. Meine Sorgen jedenfalls scheinen gelegentlich in den Himmel zu wachsen und lassen mein Selbstvertrauen schrumpfen. Egal wie lange ich mir dann im Auto, unterm Apfelbaum oder auf dem Weg zum Einkaufen vorbete: „Du schaffst das“ – übrig bleibt manchmal nur ein „Ich kann nicht mehr“.

Wie einfach war das alles noch als Kleinkind. Wir warfen uns theatralisch auf den Teppich, hauten mit den Fäustchen auf den Boden und weinten wütende Tränen. Heute, wenn „fake it till you make it“ auch nicht mehr hilft, legen wir uns ins Bett und ertrinken in blöden Gedanken.

Alle anderen sind so viel besser als ich. Niemand sonst wurde in der Schule gemobbt. Kein Mensch ist unsportlich außer mir. Immer finden mich nur alte Männer unter 1,60 Meter gut.

Sind die Seelen-Wehwehchen relativ klein, holen vielleicht ein köstlicher Mandelmilchkaffee, dunkle Schokolade oder eine Schale frische Himbeeren beim Beste-Freundinnen-Telefonat-XXL dieses Gefühl zurück, das alles wieder gut wird. Vertreibt das nicht euren Seelen-Kater, gibt es eine andere Routine – und die will mir mein Online-Coach Cristián jetzt beibringen.

Tatsächlich soll es möglich sein, auf Knopfdruck in einen Zustand voller Selbstvertrauen und Selbstsicherheit zu kommen! Aber hey, wie erreiche ich das? Vor allem in schwierigen Zeiten?

Nun, zunächst mal gehen wir noch mal zur Aufgabe vom Vortag zurück. Ihr erinnert euch: Ich sollte vorm Einschlafen an die großen und kleinen Glücksmomente meines Tages denken.

Mein Coach rät, mir diese Bett-Minute ab jetzt jeden Abend zu gönnen, um mich innerlich aufzubauen und mein Selbstbild zu stärken. Ganz wichtig: Jeden noch so kleinen Erfolg richtig groß feiern! So werde ich (hoffentlich, irgendwann, demnächst) das Bewusstseins-Level erfolgreicher, glücklicher und selbstbewusster Menschen erreichen. Die wissen, was sie in ihrem Leben geschafft haben und auf sich vertrauen.

Okay, diese Übung in meinen Tagesablauf zu integrieren, ist relativ einfach. Ich hoffe bloß, ich vergesse sie nachts nicht wieder.

Weiter im Text mit meinen Erfolgsmomenten. Mit etwas Mühe hatte ich gestern 3 solcher Augenblicke identifiziert. Nun muss sich mein Unbewusstes für den einen „One Moment in Time“ entscheiden. Leider kommt es mir immer noch so vor, als hätte ich nichts wirklich Weltbewegendes vorzuweisen.

Letztendlich wähle ich den Tag meiner Ankunft in London. Den Moment auf der Tower Bridge, als ich auf die Stadt schaue und weiß, dass ich jetzt ein Jahr lang bleiben werde. Diesem Augenblick gebe ich einen eigenen Namen („was ganz Banales“, sagt Cristián Gálvez), dann wähle ich wieder eine neutrale Körperstelle. Hatte ich mich beim letzten Mal nicht für den rechten Ellenbogen entschieden? Dann wird es nun – wie überaus einfallsreich! – der linke.

Um den Moment fest in mir zu verankern, begleitet mich mein „Das Beste in Dir!“-Trainer mental in die Erinnerung. Ich schließe meine Augen, entspanne mich mehr und mehr – und sehe plötzlich alles absolut klar vor mir: Die Themse. Den Tower und St. Paul’s. Kleine Boote. Glitzerndes Wasser. Sonnenschein. Die Tate Modern und die Millennium Bridge. Blauer Himmel, keine Wolken. Hinter mir höre ich den Verkehrslärm der roten Doppeldecker, der schwarzen Taxis und der vielen Autos und Motorräder. Touristen laufen an mir vorbei, bleiben stehen. Doch ich nehme nur die Stadt vor mir wahr, bin überwältigt vor Freude. Während mein Coach langsam von 10 abwärts zählt, fühle ich so viel Energie und Kraft durch mich fließen wie selten zuvor.

Mein Stichwort ist die Zahl 1. Jetzt greife ich an meinen Ellenbogen und spreche laut und deutlich den Namen „meines Moments“ aus. Einmal, zweimal aufgesagt, fertig!

Wann immer mir in Zukunft der Mut fehlt, kann ich diesen „Power Booster“ aus der Vergangenheit aktivieren. Und das werde ich tun. Denn schließlich will ich weiterhin das Beste in mir hervorbringen!

Stay tuned für meinen nächsten Fortschritt J




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