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Das Power-Gemüse: Wir lieben Zwiebel

Ich liebe die Zwiebel. Sie bringt mich zum Beispiel zuverlässiger zum Heulen als Rosamunde Pilcher. Ohne sie bleiben viele Gerichte flach, leblos, geschmacklich leer. Aber seit ich weiß, wie wahnsinnig gesund das scharfe Lauchgewächs außerdem ist, habe ich es noch ein bisschen tiefer ins Herz geschlossen.

Damit befinde ich mich in guter Gesellschaft. Der Gesundheitsdauerbrenner, von Pharaonen um 3400 v. Chr. der Göttin Isis geweiht und später bei Römern, Germanen oder Kelten sowohl Grundnahrungs- als auch Heilmittel, ist Bestandteil diverser aktueller Forschungen.

Mit dem Resultat, dass die Zwiebel zur Heilpflanze 2015 gekürt wurde. Grund genug für uns, die Zwiebelschalen zu lüften und genauer hinzuschauen, was ihr mit der Zwiebel alles anstellen könnt. So viel vorweg: Die Zwiebel gehört nicht nur in die Küche, sondern auch in jede Hausapotheke.

Der Klassiker: Zwiebel auf Insektenstich

Als schmerzlindernde Sofortmaßnahme bei Insektenstichen schnappt ihr euch eine Zwiebel, schneidet eine Scheibe ab und legt sie auf den Insektenstich – zur Not mit einer Mullbinde fixieren. Hilft sogar bei Bienen- und Wespenstichen. Ich habe das ausprobiert, allerdings unfreiwillig. Und warum hilft es? Weil der frische Zwiebelsaft entzündungshemmend, abschwellend und keimtötend wirkt und die Wundheilung fördert.

Zwiebelsirup: Klasse bei Husten

Geschmacklich ist er möglicherweise ausbaufähig, die Wirkung tröstet jedoch darüber hinweg. Der Zwiebelsirup wirkt schleimlösend, antibakteriell, mild antibiotisch und antientzündlich. So gelingt er: Zwiebel in Stückchen schneiden, in einem Viertelliter Wasser aufkochen, mit Honig süßen, 30 Minuten ziehen lassen und abgießen. Täglich bis zu 10 Teelöffel des Sirups einnehmen.

Erste Hilfe bei Innenohrentzündungen

Nichts hilft Kindern, die nachts vor Ohrenschmerzen weinend in ihren Bettchen stehen, nachhaltiger: Kocht 2, 3 Scheiben gehackte Zwiebel mit wenig Wasser auf, lasst den Sud kurz abkühlen und gebt ein paar Tropfen davon mit einer Pipette ins schmerzende Ohr. Ein Schmerzzäpfchen lässt die Kinder wieder einschlafen – und am nächsten Morgen hat sich die Entzündung meist schon erledigt.

Schießt die Hexe, gib ihr ein Zwiebelpäckchen

Zwiebelsäckchen bei Ohrentzündungen sind ebenfalls eine prima Sache – und dieselbe Wirkweise lässt sich auch auf Rückenschmerzen anwenden (allerdings nicht bei dem eher seltenen, echten Bandscheibenvorfall, den viele oft mit dem sogenannten Hexenschuss verwechseln!).

1 – 2 Zwiebeln in Scheiben oder klein schneiden, in einen Waschhandschuh (alternativ: großer Strumpf, Küchenhandtuch) geben, das Zwiebelpäckchen über Wasserdampf (z. B. im Nudelsieb) erwärmen und für ca. 20 Min. angenehm temperiert (nicht zu heiß, nicht zu kalt) auf die schmerzende Stelle legen. Bei Bedarf wiederholen.

Die Zwiebel als täglicher Gesundheits-Booster

Sie hilft nicht nur im Ernstfall, sondern auch präventiv, dank ihrer antibakteriellen, blutverdünnenden, blutfett- u. blutdrucksenkenden Wirkunk. Die Kommission E (selbstständige, wissenschaftliche Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes) empfiehlt die Zwiebel daher u. a. zur Vorbeugung altersbedingter Gefäßerkrankungen. [1]

Auch die Osteoporose-Prophylaxe könnte Unterstützung durch die Zwiebel bekommen. Dr. Bharat B. Aggarwal schreibt dazu in seinem Buch „Heilende Gewürze“:

Forscher an der Medical University of South Carolina analysierten Daten des „National Health and Nutrition Examination Survey“, eines Forschungsprogramms des „National Center for Health Statistics“ (NCHS) in den Vereinigten Staaten. Dabei wurden die Daten von über 35 Millionen Frauen untersucht. Dabei ergab sich, dass perimenopausale und postmenopausale Frauen (also vor und nach den Wechseljahren), die eine oder mehr Zwiebeln pro Tag verzehrten, eine um 5 % höhere Knochendichte hatten als Frauen, bei denen Zwiebeln nur einmal im Monat oder seltener auf dem Speiseplan standen. Der Verzehr von Zwiebeln scheint sich also positiv auf die Knochendichte auszuwirken, folgerten die Forscher. [2]

Faszinierend. Und es geht noch besser. Aggarwal listet in seinem Buch weitere Studien auf, bei denen sich wiederholt zeigte, dass die Zwiebel das Risiko senken konnte, an häufigen Krebsarten zu erkranken. Auch das Deutsche Institut für Ernährungsforschung verwies auf eine breit angelegte US-amerikanische Ernährungs- und Krebsstudie , die vermuten lässt, dass die in der Zwiebel enthaltenen Flavonole das Bauchspeicheldrüsenkrebsrisiko deutlich senken könnten.

Vitalstoffreichste unter den Zwiebeln ist übrigens die Schalotte. Forscher der Cornell University untersuchten 13 Zwiebelsorten und attestierten der Schalotte die stärkste antioxidative Wirkung aller gelben Zwiebeln und, verglichen mit Vidalia-Zwiebeln, einen sechsfach höheren Phenolgehalt. [2]

Natürlich ist die Zwiebel kein Allheimmittel, das gesundheitliche Schnitzer einfach ausradiert. Doch lohnt es sich offensichtlich, ein paar gute Zwiebelrezepte auf der Pfanne zu haben. Aber bitte nicht übertreiben. Eine Tagesdosis von maximal 50g ist genug. Von der getrockneten Zwiebelvariante reichen sogar 20g am Tag. [1]

Bitte beachtet: Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Er dient ausschließlich der Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen Arzt oder Heilpraktiker und ist keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen.

Quellen:

[1] http://buecher.heilpflanzen-welt.de/BGA-Kommission-E-Monographien/allii-cepae-bulbus-zwiebel.htm

[2] Dr. Bharat B. Aggarwal: „Heilende Gewürze“ (ISBN-13: 978-3955820268)




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