Joy_Kendall_Lane

Dear Diary: Malen wir uns etwa immer alle so – schwarz?

Heute bin ich wie Alice, als sie ins Wunderland fiel. Durchs Kaninchenloch ging es für sie ab in einen bunten, zauberhaften Kosmos. Fast genau so herrlich soll es heute für mich werden: ein Eintauchen in die wunderbare Welt der persönlichen Erfolge und glücklichen Momente stehe mir bevor.

Erfolgsmomente, sagt Cristián Gálvez, sind enorm wichtig für die Psyche. Können wir diese Glücksvolltreffer in schwierigen Situationen abrufen, gewinnen wir gewaltig an Selbstvertrauen.

Zwar ist selbst der größte Triumph zeitlich gesehen oft sehr kurz. Aber hat jeder von euch schon einmal diesen „One Moment in Time” erlebt, in dem man über sich selbst hinauswächst. Bestandene Führerscheinprüfung, die Lösung der Mathe-Abituraufgaben, die geniale Präsentation vor einem wichtigen Kunden – irgendetwas aus dieser Richtung habt auch ihr sicher parat.

So herausragende Augenblicke gilt es jetzt, spontan aus meinem Kopf zu filtern. Meine Aufgabe laut Das-Beste-in-Dir!-Coaching-Arbeitsbuch: jeden noch so kleinen, vielleicht unbedeutend anmutenden Gedanken zu notieren, den mir mein Unbewusstsein so präsentiert.

Was soll ich sagen: Das erweist sich alles andere als einfach, geschweige denn wunderbar für mich.

Obwohl ich behaupten möchte, mit Offenheit und auch einer gewissen Neugier an die Übung heranzugehen, fällt mir wahnsinnig wenig ein. Habe ich wirklich kaum Erfolge vorzuweisen? Oder sehe ich diese Augenblicke eventuell nicht als erfolgreich an?

Okay, ich habe ein Einser-Abitur (und war enttäuscht, nicht noch besser gewesen zu sein). Ich konnte schon lesen, als ich in die Schule kam (und habe mich dann im Unterricht mega gelangweilt). Ich habe tatsächlich mal im Geräteturnen einen Handstandüberschlag über den Kasten geschafft (keine Ahnung wie, ehrlich gesagt). Mein Studium lief super, ich habe in London gelebt, Praktika im Ausland gemacht. Vor zwei Jahren bin ich sogar alleine in den Urlaub geflogen und habe gleich am ersten Abend einen ganzen Tisch voll netter Leute kennengelernt.

Wirklich viele herausragende Momente finde ich allerdings nicht. Und als mein Online-Coach Cristián meint: „Wahrscheinlich möchtest du noch mehr aufschreiben“, bin ich so richtig frustriert. „Nee, eben nicht“, rufe ich ihm zu, auch wenn er mich nicht hören kann. Oder doch? Er kommt nämlich direkt auf die Schwierigkeit der Suche nach dem goldenen Moment zu sprechen.

Wir werden darauf konditioniert, nie gut genug zu sein

Wir sind generell darauf konditioniert, einzig und allein auf unsere Fehler zu schauen, sagt er. Nie sind wir „gut genug“. Unsere Lehrer schreiben Rot auf Weiß, dass wir nur 9 von 10 Punkten erreicht haben. Unsere Chefs behaupten, dass wir nicht erfolgreich genug für eine Beförderung sind. Unsere Eltern quengeln, dass wir im Gegensatz zu Anne und Elisabeth aus dem Nachbarhaus noch immer keine Kinder haben.

Glückliche Menschen haben hier eines voraus. Sie achten nur auf das Bestärkende und Kraftvolle in ihrem Leben. Sie wissen (intuitiv?): Beachtung schafft Verstärkung. Sie sind selbstbewusst, eben weil sie sich ihrer Erfolge stets bewusst sind.

Damit ich dieses Bewusstsein ebenfalls entwickle, schlägt mein Coach vor, noch einmal durch alle Erinnerungen zu gehen, die ich mir aufgeschrieben habe. Welche haben eine besonders starke Resonanz in mir ausgelöst? 3 bis 5 Momente muss ich mir bis morgen merken. In der nächsten Trainingsstunde werden wir nämlich mit einer Erinnerung arbeiten, um mir ein förderliches Selbstbild als Basis für mehr Lebensfreude, Energie, Selbstbewusstsein und damit auch Glück und Erfolg zu schaffen. Klingt ziemlich anspruchsvoll.

Um mich darauf einzustimmen, mache ich heute Abend gleich noch eine Übung. Ab sofort werde ich vor dem Einschlafen immer gedanklich durch den Tag gehen und an meine kleinen und großen Erfolgsmomente denken. Mit einem guten Gespräch, einer netten Rückmeldung oder einfach nur einem Lächeln zeige ich meinem unbewussten Verstand die guten Momente des Tages.

So träumt man süß und glücklich und lässt Mut und Selbstbewusstsein im Schlaf wachsen. Na dann, gute Nacht!




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