Lampenfieber_Tipps

Bye, bye, Panik. 8 Tipps gegen Lampenfieber

Irgendwann kommt für jede/n von uns „Der große Tag“. Die Bühne, das Publikum, die vielen Augen und Ohren. Die perfekte Gelegenheit, um die eigene Brillanz und Großartigkeit unter Beweis zu stellen.

Doch statt selbstbewusster Freude über die herzerfrischende Herausforderung plagt uns nerviges Lampenfieber, schwitzige Zitterhände und piepsiges Mäusestimmchen inklusive. Wir fühlen uns wie eine Mensch gewordene Sorgenfalte und eher nach kleinem Würstchen als nach großem Auftritt.

Lampenfieber – was macht der Körper da? Und warum tut er das?

Was uns aus der Selbstdarsteller-Bahn wirft, ist schlicht Angst. Ein Jahrtausende alter Instinkt, der ursprünglich unser Überleben sichern sollte. Wer keine Angst hat, setzt sein Leben aufs Spiel. Auch die aktuelle Prüfungssituation deutet unser Körper als Gefahr, gibt eine dringende Warnmeldung an die Hirninnenrinde aus und bereitet sich vor.

Auf einen Kampf oder auf die Flucht.

Er beschleunigt die Atmung, die Pupillen weiten sich, das Stresshormon Adrenalin wird großzügig verteilt. Der Sauerstoffverbrauch steigt, die Muskeln spannen sich an.

Normalerweise suchen wir in lampenfiebrigen Situationen natürlich nicht das Weite. Selbst wenn das manchmal durchaus verlockend erscheint. Ich stand schon vor einigen herausfordernden Terminsituationen, wo mir ein „Und was, wenn ich jetzt einfach abhaue?“ durch den Kopf schoss.

Vereinfach gesagt, hat euer Körper also zu viele Energiereserven, zu viel nicht abgearbeitetes Adrenalin. Und das wirkt sich in solchen Situationen extrem störend auf die Physiologie aus.

Aber damit ist jetzt Schluss. Egal, ob der Große Moment nun ein Vorstellungsgespräch, eine Präsentation, Aufführung, Prüfung oder lediglich die Oscar-Moderation ist.

Denn wir wissen, wie ihr Lampenfieber in Präsenz umwandelt und „in euer Licht tretet“, wie es die Berliner Yogalehrerin Patricia Thielemann so schön formuliert.

 8 kraftvolle, auf Herz und Nieren erprobte Anti-Lampenfieber-Tipps

  1. Bleibt in Bewegung

Bewegung ist ein raketentoller Trick gegen Lampenfieber. Selbstverständlich hilft sie am besten im Vorfeld, also durch eine gewisse sportliche Routine. Regelmäßiges Yoga schenkt euch bereits ein wunderbares Werkzeugköfferchen mit den unterschiedlichsten Übungen, die euch erden und zentrieren helfen; das bringt geschmeidig durch stressige Situationen.

Aber auch eine morgendliche Laufrunde im Park oder ein flotter Spaziergang vor der Präsentation steuern Kraft und die gewünschte Leichtigkeit bei.

Generell ist es eine gute Idee, am Tag X rechtzeitig vor Ort zu sein und sich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen (wichtigste Frage: Wo befinden sich hier die Waschräume …).

Also nutzt direkt die Gelegenheit und trabt zum Beispiel zweimal zackig durchs Treppenhaus.

  1. Trinkt nicht das Falsche!

Ein trockener Mund während eines wichtigen Rede-Termins ist ziemlich normal – auch das ist eine der Auswirkungen des Adrenalinschubs (deswegen greifen Jauchs Millionenkandidaten so oft zum Wasserglas!). Das ist unangenehm und extrem hinderlich, wenn ihr eigentlich flüssig mitreißende Reden halten wollt.

Dieses Problem könnt ihr wirklich ganz easy vermeiden. Mit schlichtem Wasser. Das gehört zu den ersten Erkenntnissen in einer Sprecherausbildung: Wer viel sprechen musst, trinkt vorher keinesfalls Kaffee. Auch süße und kohlensäurehaltige Getränke und Milch sind gestrichen.

Neben ihren vielen anderen eher ungesunden Eigenschaften  verschleimtMilch vor einem wichtigen Auftritt komplett die Stimmbänder. Nein, danke.

Die Stimme ist kein „Organ“, sondern ein Zusammenspiel verschiedenster Muskeln, Körperteile und der Seele. Verspannungen und Blockaden im gesamten Körper wirken sich also negativ auf die Stimme aus.

  1. Verwöhnt die Stimmbänder

Eure kostbaren Stimmbänder solltet ihr also liebevoll verhätscheln und ihnen eine fürsorgliche „Mutter“ sein. Ich trinke vor und während meiner Lesungen oder dem Einsprechen literweise stilles Wasser. Zuckerfreie Salbeibonbons befeuchten die Stimmbänder und tun richtig gut.

Stimmtherapeuten, Sänger und Sprecher schwören auch auf Emser-Pastillen, die die Hals- und Rachenschleimhaut optimal reinigen und mit Feuchtigkeit versorgen.

Vor eurem großen Auftritt können außerdem diese beiden Übungen helfen. Macht sie am besten im stillen Kämmerlein und ohne Publikum:

  • Summt irgendeine kleine Melodie, und zwar einmal auf „mmm“ und einmal auf „nnn“. Ich nehme meistens die erste Strophe von Bolle reiste jüngst nach Pfingsten…
  • Schnaubt wie ein Pferd. Lasst dabei Ober- und Unterlippe flattern, bis sich der ganze Mundbereich leicht kribbelig anfühlt.
  1. Atmet – am besten kalte Luft

Wenn euer Herz schneller schlägt, der Puls rast und Schweiß ausbricht: Setzt euch (noch besser: legt euch) hin und atmet sehr bewusst 10 Mal tief durch die gerollte Zunge ein und durch die Nase wieder aus. Die kalte Luft holt den Organismus sofort wieder „runter“ und beruhigt euch.

Gehört ihr zum Genpool, der die Zunge nicht rollen kann: Spitzt den Mund und leitet die Luft über die Zunge beim Einatmen.

  1. Entspannt euch

Ich kann progressive Muskelentspannung nur empfeheln. Es lohnt sich sehr! Dabei erreicht ihr durch bewusstes Anspannen und Lösen bestimmter Muskelgruppen einen entspannten Zustand im Körper.

Versucht folgendes:

  • ballt und entspannt die Fäuste im Wechsel (mindestens 30 Mal)
  • stellt euch danach auf die Zehenspitzen, streckt die Finger zur Decke und dehnt den ganzen Körper. Schüttelt euch danach richtig durch. Lockere Kiefermuskulatur, weicher Gesichtsausdruck, ein kleines Lächeln
  • atmet lang und bewusst: belebende Energie und Klarheit ein, Anspannung und Stress aus.
  1. Findet Verbündete

Mischt euch vor dem Vortrag, Auftritt, der Präsentation unter die Zuschauer und plaudert ein wenig. Nein, das sorgt nicht für zusätzlichen Stress, sondern entkrampft ganz wunderbar. Versprochen.

Sobald euer Vortrag beginnt, sucht ihr mit den Blicken im Publikum Verbündete.

Es wird immer einige geben, die euch mit versteinerter Miene und verschränkten Armen irritieren. Lasst euch davon nicht verunsichern!

Lasst statt dessen während des Sprechens euren Blick natürlich über das Publikum schweifen, ignoriert Menschen mit ablehnender Körperhaltung – und „ankert“ statt dessen zum Auftanken bei den vielen freundlichen und wohlwollenden Gesichtern.

  1. Zieht etwas Passendes an

Natürlich weiß jeder Mensch, was ihm steht und worin er gut aussieht. Wichtig ist, dass ihr euch in dem gewählten Outfit hundertprozentig wohlfühlt und, Achtung: atmen könnt.

Als Sprecherin war ich einmal für einen Leseabend im erlauchten Rahmen gebucht. Ich sollte saftige Texte und literarische Aphrodisiaka von Anaïs Nin, Colette und Co. lesen.

Dem Anlass entsprechend hab ich mich richtig in Schale geschmissen und zur Sicherheit noch ein Unterkleid von Spanx drunter gezogen. Diese Wäsche kann hinreißende Taillen zaubern. Aber dummerweise hatte ich eine zu kleine Größe erwischt. Mir schwindelte schon im Auto und hatte echte Befürchtungen, noch während der Fahrt in Ohnmacht zu fallen. Und weit und breit kein Riechsalz!

Am liebsten wäre ich auf der Berliner Avus rechts ran gefahren und hätte mir das verdammte Unterkleid an Ort und Stelle vom Leib gerissen.

Nichts gegen adrette Mogelwäsche. Aber ich empfehle nach dieser Erfahrung dringend, wichtige Termine niemals im Stahlkorsett zu absolvieren.

  1. Gönnt euch den Moment – mit Freude

Einer der wichtigsten Ratschläge im Leben gilt auch hier: Habt Spaß bei der Sache! Jammert nicht und hadert nicht. Auch wenn es streng klingt: Ihr seid in diesem Termin, weil man genau EUCH sehen und hören will. Es besteht definitiv kein Grund zur Panik.

  1. Bestimmt über eure Gefühle und Gedanken

Manchmal muss man dem eigenen Hirn den Marsch blasen, innerlich einfach mal auf den Tisch hauen und beschließen, diesen völlig unnötigen (Panik)Gefühlen keinen Raum zu geben.

Gebt negativen Emotionen einen gepflegten Tritt in den Hintern und entscheidet euch bewusst dafür, einen klasse Auftritt hinzulegen.

Spot an: Und nun ab ins Licht und „shine bright“!




Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Mehr von diesem Autor

Möchtest Du uns lieben …

… und ehren, in guten wie in besseren Tagen?

Sag Ja zum Ginger Newsletter!

(natürlich geben wir deine Daten niemals an Dritte weiter)
Diese Einladung bitte nicht mehr anzeigen.
0