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Im Trend: Facial Cupping – mehr Detox im Gesicht

Ich bin undiszipliniert. Das haben schon meine Lehrer:innen in jedes meiner Zeugnisse geschrieben. Ich würde eher sagen: Ich bin schnell gelangweilt. Bringe ich Energie und Lebenszeit für etwas auf, sollte es a) möglichst Spaß machen, b) einen irgendwie gearteten Nutzen haben und c) spannend bleiben. Das war in der Schule nicht wirklich der Fall. Jahrzehnte später habe ich mir das nun vom Facial Cupping erhofft, dem jüngsten Trend in der Gesichtspflege.

Und die geht so: Morgens (und nach Belieben) abends für insgesamt etwa drei Minuten bewegt man ein speziell entwickeltes Schröpf-Köpfchen über das ganze Gesicht. Für Augen und Lippen gibt es extra kleine BAY CUPs, die mit weniger Unterdruck an sensibleren Stellen besser sind. Vom Cupping erwarte ich wie von der Hersteller-Marke Doctor’s Bay angekündigt, „rosige und straffe Gesichtszüge ganz ohne Nadel und Pieks“. Klingt nach Anti-Aging für Zuhause, also schon mal spannend. Das Gesichtsschröpfen in 2 Sätzen: Man zieht das kleine Cup-Gefäß aus Silikon mit leichtem Unterdruck von der Gesichtsmitte Richtung Ohren. Der dadurch ausgelöste Vakuum-Effekt regt die Blutzirkulation und die Kollagenproduktion an, was den Teint frischer und straffer erscheinen lassen soll.

Also setze ich mein Gesicht unter Druck und lasse das Silikon-Käppchen über den leckeren Schaumreiniger Gentle Cleansing Balancing gleiten. Entsprechend der Schröpf-Idee rötet sich auch direkt die´ behandelte Haut. Ja, anfangs ruckelt es noch. Wie stark drücke ich den Silikon-Sauger, dass er einerseits beim Bearbeiten der Haut nicht ständig Luft zieht und ich neu beginnen muss, andererseits aber auch nicht so starke Saugkraft aufs Gewebe entwickelt, dass Blutergüsse bleiben? Aber irgendwann finde ich den Mittelweg. Und starte in meinen Tag mit einer gut durchbluteten Haut. Sie ist außerdem perfekt gereinigt und durch das Cupping perfekt vorbereitet auf nachfolgende Seren und Cremes mit ihren Wirkstoffen.

Das mache ich ein paar Tage lang für meine Verhältnisse ziemlich diszipliniert. Frau muss schließlich Einsatz zeigen, wenn sie Ergebnisse wünscht. Derweil tauchen Fragen auf, die ich an Dr. Ricarda Granes richte, Fachärztin für Orthopädie, Spezialistin für Ästhetische Medizin und Gründerin der Marke hinter dem Facial Cupping. Die Idee, in ihre Kosmetiklinie Schröpf-Cups zu integrieren, fand sie naheliegend: „In der Sportmedizin hat das Schröpfen einen hohen Stellenwert, da es sehr oft als Therapie für verspanntes Fasziengewebe eingesetzt wird. Durch die verstärkte Durchblutung schleust der Körper vermehrt eigene entzündungshemmende und regenerative Botenstoffe in die Haut, wo sie sofort einen sichtbaren aufbauenden, schützenden und straffenden Effekt erzielen.“

Genau das, was wir uns wünschen. Vor allem den Ansatz, dass laut Dr. Granes auch „die Kollagensynthese angeregt werden soll, so dass langfristig die Haut straffer erscheint“. Denn dass mein Gesicht noch ohne jede Nachhilfe täglich knackig aussah, ist wie erwähnt etwas länger her.

Nichts für Faule: Cupping braucht die regelmäßige Anwendung

Dr. Granes, wie und warum klappt das mit dem Facial Cupping?

„Man setzt den BAY Cup mit sanften Unterdruck in der Mitte des Gesichtes an und zieht ihn nach außen in die Ohrregion. Dort und im Halsdreieck liegen die großen Lymphabflussgefäße. Das Facial Cupping kann eine abschwellende Wirkung haben, von der besonders die empfindliche Augenpartie profitiert.“

Und wie entsteht der zusätzliche straffende Effekt?

„Indem die Schröpf-Technik das myofasziale System entspannt. Das kann die Gesichtsmuskulatur so positiv beeinflussen, dass die Gesichtshaut insgesamt glatter aussieht.“

Wer kann cuppen, gibt es Ausschlusskriterien für bestimmte Hautbilder?

„Schröpfen eignet sich für jeden. Wichtig ist nur, dass man die Intensität des Unterdrucks seiner Gesichtshaut anpasst. Ältere Haut ist in der Regel elastischer und dünner und neigt eher zu Hämatomen. Hier sollte man vorsichtig sein und nicht mit einem zu hohen Unterdruck arbeiten.“

Sind Rosazea oder andere Erkrankungen problematisch?

„Patienten mit Rosazea sollten vorsichtig sein. Milde Ausprägungen können unter Umständen von einem sanften Cupping profitieren. Das sollte aber nicht zuhause, sondern gegebenenfalls unter ärztlicher Aufsicht gemacht werden. Nicht empfehlenswert ist es bei akuten Infektionen und Entzündungen der Haut.  Patienten mit chronischen Erkrankungen, die mit Wundheilungs-Störungen einhergehen wie Diabetes mellitus oder Patienten mit Gerinnungsstörungen sollten auch auf das Cupping verzichten.“

Ich fand es kompliziert, die Cups über die Stirn zu bewegen, weil da kaum Gewebe über dem Knochen ist, das angesaugt werden könnte. Haben Sie einen Trick?

„Die Stirn können Sie ruhig mit  einem höheren Druck bearbeiten – vorausgesetzt, Sie neigen nicht zu blauen Flecken. Das Schröpfen ist an die Haut anzupassen, über die entsprechende Größe des Cups und die Intensität bei der Anwendung. Mit ein bißchen Übung funktioniert es überall sehr gut. “

Hat das Cupping Antiaging-Effekte? Also, wird die Haut durch den Kollegensynthese-Push nachhaltig fester?

„Schröpfen gibt der Haut mehr Substanz und Frische – bei regelmäßiger Anwendung, versteht sich. Der regenerative Effekt kann vielleicht die Hautalterung ein wenig verzögern, aber aufhalten oder gar das Rad zurückdrehen wäre Wunschdenken. Die Unterstützung der natürlichen regenerativen Prozesse (Kollagensynthese) und der daraus resultierende Effekt sind erst nach regelmäßigen und langzeitigen Anwendungen spürbar.

Nimmt man also nachhaltige minimal-invasive Angebote wie Filler-Behandlungen, Botox oder ein Fadenlift in Anspruch – wie vertragen die sich mit dem Cupping?

„Nach Filler- und Botoxbehandlungen sollte man mindestens 2 Wochen warten. Nach Fadenlifts mindestens 4 Wochen. Aber ich rate da immer zur engmaschigen Absprache mit der behandelnden Ärztin.“

Mein persönliches Cupping-Fazit: Ich sehe direkt mehr Frische, und meiner unmaßgeblichen und absolut subjektiven Wahrnehmung zufolge reduzieren sich auch feinste Milienansammlungen. Durchblutung hilft nun mal bei vielerlei Gewebeprozessen! Es ist also durchaus eine Empfehlung für alle, die vorbeugende Antiaging-Maßnahmen ergreifen wollen, die einen trägen Lymphfluss beschleunigen möchten, die dafür die Disziplin mitbringen. Ich hadere nämlich ausschließlich mit mir selbst: Wenn ich abends ins Bett fallen will, schaffe ich mit Hängen und Würgen grade noch die Mindestanforderungen Zähneputzen, Gesichtsreinigung, Nachtcreme, Licht aus.

Die BAY CUPS gibt es für ca. 15 Euro unter www.doctorsbayskin.com




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