Pilzsaison2

Ab „in die Pilze“

Ich habe etwas Unglaubliches getan. Ich habe mitten am Werktag meinen Arbeitsplatz verlassen und bin in den Wald gegangen. Das macht man jetzt so. Ist nämlich Pilzezeit. Und Pilzen ist der Tag egal, an dem sie aus dem Boden schießen. Sobald das Wetter passt, tun sie es einfach.

Aktuell genießen wir hier im Norden Deutschland zugleich ausreichend Wärme und mäßig Feuchtigkeit. Ideal für einen Ausflug in einen pilzsicheren Wald. Und weil Pilze etwas ganz und gar nicht Alltägliches sind, war diese Aktion goldrichtig.

Das braucht ihr zum Pilzesammeln

  • 1 Wald (am besten Laubwald für mehr Vielfalt)
  • 1 Stofftasche oder Korb
  • 1 scharfes Küchenmesser
  • 2 waldtaugliche Schuhe
  • 1 große Portion Geduld & Glück

Als Pilzunkundige war ich natürlich nicht allein unterwegs, sondern in sicherer Begleitung meiner Freundin Susanne, die mich von den wichtigsten Giftigen & Ungenießbaren fernhalten konnte. Wir konzentrierten uns auf Maronen, Steinpilze und Butterpilze, die sind am leichtesten zu erkennen.

Nach Hause brachten wir hauptsächlich Maronen, die heute Morgen ein würziges Frühstücksomelett ergaben. Ich hatte noch einige andere Arten mitgenommen, die ich einfach interessant fand – die habe ich dank Auskunft durch Google sowie meiner neuen App dem Restmüll übergeben. Sie waren sämtlich untauglich für den Verzehr.

Um als Unerfahrene demnächst allein in den nächsten Wald zu ziehen (was allein schon wegen des De-Stress-Faktors ein Riesengewinn ist!), habe ich die App direkt geladen. Leider listet sie viele Pilzsorten nicht auf, und pro Sorte wird auch nur ein Bild gezeigt. Aber das ist immerhin besser, als ein Buch mitzuschleppen oder das iPad Air! Und sicher findet ihr auch noch andere, die mehr können.

Zur schnellen Unterstützung bei der Bestimmung, was der Waldboden gerade hervorgezaubert hat, haben sich auch die Sozialen Medien entwickelt. Einfach ein Foto vom Pilz machen, hochladen (Facebook dürfte SoMe-Portal das mit dem größten Pilzkenner-Anteil sein, auf Snapchat würde ich eher Jungvolk erwarten, das einen Pilz höchstens aus dem Supermarkt kennt …), noch ein bisschen mehr Geduld haben – und irgendwann kommt garantiert Antwort. Schließlich arbeiten die anderen gerade und sind natürlich NICHT permanent auf Facebook unterwegs 😉 Und ihr habt euch dann hoffentlich den Standort des Pilzes gemerkt.

Die Herbstküche mit seinen vielen Aromen und Zutaten gewinnt durch eure Pilzsammlung ungemein. Außerdem macht ein Ausflug mit Freunden und Familie in frischer Luft richtig glücklich. Und weil das Gehen, Bücken, Rotieren extrem gesund für den Organismus ist, darf sogar einmal die Yoga- oder Sportstunde ausfallen.

Kleiner Tipp für die Such-Orte: Seht ihr im Wald ältere Menschen mit Messern in der Hand – folgt ihnen. Diese Generation hat oft hinreichend Erfahrung darin, Pilze zu suchen und auch zu finden. Und die Frage, ob sie euch helfen, den Giftigen vom Ungiftigen zu unterscheiden, bringt eventuell ganz neue  und nette Menschen in euer Leben.

Einige Vorsichts-Hinweise: Bevor ihr eure Ausbeute in die Pfanne haut, seid euch sehr sicher, dass ihr keine giftigen dabei habt. Und zu viel des Guten ist leider auch nicht gut: Weil sich in Pilzen Schwermetalle und auch Radioaktivität anlagern, rät die WHO zu einem Limit von maximal 250 g Wildpilzen pro Woche.

Wart ihr mit Kindern im Wald, sucht auch sie anschließend nach Zecken ab. Bei mir hatte sich der Check direkt gelohnt …

Wald_Zecke

Suchbild „Messer mit Zecke“




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