Wisdom

6 Weisheiten für jeden Tag

Die Welt wird täglich eine bessere, unser Leben schöner, leichter, erfüllter. Das zumindest sollte man denken. Wir schöpfen schließlich aus einem nie zuvor verfügbaren, globalen Informations-Quell; Wissen und Weisheit sind nur einen Klick entfernt. Und Wissen, heißt es richtig, ist Macht.

Dennoch (oder vielleicht deshalb) scheint die Welt eher beängstigender zu werden. Grausame Terrorstaaten, verheerende Bürgerkriege, Flüchtlingsströme und entmenschlichte Flüchtlings-Gegner, schleichende Verarmung und Ausbeutung von Mensch und Tier dominieren 2015 die Nachrichten.

Wie ein Freund einmal sagte: Die Decke der Zivilisation ist dünn.

Und solange es Menschen gibt, die nur nach Macht streben, um ihre psychischen und emotionalen Defizite zu kompensieren und/oder zutiefst egoistische Ziele zu verfolgen – so lange wird es jene Vielen geben, die darunter leiden.

Daher ist es umso wichtiger, das Wissen derjenigen, die sich für Frieden eingesetzt und ihre Intelligenz in den Dienst der Weltverbesserung gestellt haben, zu teilen. Die meisten von ihnen haben meterweise Schriften hinterlassen – die nur ein Bruchteil der Menschheit jemals lesen wird.

Dabei können wir für unser eigenes Dasein, für die Bewältigung jedes einzelnen Tages so vieles von diesen Menschen lernen. Wir haben einmal aus dem Meer der Weltweisheiten 6 schlaue Gedanken herausgefischt, die euch den Alltag meistern helfen.

Jeder ist seines Glückes Schmied.

– Appius Claudius Caecus, ca. 300 v. Ch.

Was nach Binsenweisheit klingt, ist weit mehr als das. Wir alle neigen dazu, uns und das, was uns zufrieden macht, mit dem zu vergleichen, was andere haben. Aber macht das neue Auto, die dritte Urlaubsreise, das größere Haus wirklich jeden glücklicher? Vielleicht. Vielleicht aber ist es nur ein weiteres Pflaster auf einer Wunde, die es zuerst zu heilen gälte.

Nicht für jeden ist Geld der Schlüssel zum Glück, viele Reiche sind unglücklich und scheitern am Leben. Es sind nämlich keine äußeren, von anderem und anderen abhängigen Faktoren, die zum individuellen Glück beitragen.

Glück bedeutet für jeden etwas anderes. Es kann deshalb nur aus uns selbst heraus entstehen. Kennen wir uns und unsere innersten Bedürfnisse, geben ihnen Raum zur Entfaltung – dann ist oft nicht mehr das Materielle die Messlatte des Glücks. Erst wenn wir diesen ganz individuellen Bedarf akzeptieren und unser Leben daran ausrichten, steht der Pfad zu unserer eigenen Erfüllung offen.

Liebt und schätzt, was ihr habt und erreicht habt. Und wo ihr schon dabei seid: Liebt, wen ihr in euer Leben gelassen habt.

Wut ist selbstzerstörerisch.

– Buddha, um 450 v. Chr.

Der zum Buddha erwachte Siddharta Gaukama hinterließ einen riesigen Schatz an Weisheiten. Einer seiner gern zitierten Gedanken galt der Wut – die uns häufig begegnet oder begegnen kann. Er verglich sie mit einer glühenden Stück Kohle, zu der man in der Absicht greife, sie auf einen anderen zu werfen. Dabei verbrenne man sich jedoch vor allem selber die Hand.

Wütende Menschen geben sich einer zerstörerischen Macht hin und zeigen in diesen Momenten nur ihre schlechtesten Seiten. Wut verwandelt Menschen in rasende Wesen, blind vor Aggression. In wütenden Momenten tun wir Dinge, die wir hinterher bereuen.

Dabei ist Wut nichts, was sich nicht auch umkehren ließe – fühlt man diese Macht, diese Energie in sich aufsteigen, hilft oft schon der Impuls zum Rückzug und die Frage: Was genau löst meine Wut wirklich aus? Gibt es ganz ehrlich einen Grund, genau jetzt genau so wütend zu sein? Oder könnte ich versuchen, mit Atemtechnik und 10 Minuten an der frischen Luft den Gedanken zuzulassen, dass ich überreagiere?

Ärger kann sogar ein wohl meinender Freund sein, der uns einen Spiegel vorhält und die Frage stellt: Kannst du diese Situation auch mit weniger Aggression lösen? So hilfst du dir selbst und auch anderen, die von dir lernen können.

Vergebung befreit – Rache ist eine Fessel

– Thomas Szasz, Psychiater, 1920 – 2012

„Der Dumme kann weder vergessen noch vergeben. Der Naive vergisst und vergibt. Der intelligente Mensch vergibt, aber vergisst nicht.“ Vergebung ist den Starken unter uns vorbehalten. Eine Verwundung auszuhalten und doch zu vergeben, ist nicht vielen möglich.

Manche glauben statt dessen, Rache würde ihnen helfen. Aber Rache ist nicht das geeignete Mittel, die durch eine Verletzung entstandene emotionale Aufladung zu verringern. Im Gegenteil: Man stellt sich auf eine Stufe mit demjenigen, der uns verletzt hat. Szasz und andere halten den Prozess der Vergebung für unabdingbar, um das Geschehene loslassen zu können. Vergebung ist vor allem ein Akt der Selbst-Befreiung.

Denn das Leben ist zu kurz, um es an den Hass zu verschwenden.

Das Fähnchen im Wind ist hilflos.

– Lao Tzu, Philosoph, ca. 6. Jhdt. v. Chr.

Wen stets kümmert, was andere über ihn denken, macht sich zu ihrem Gefangenen. Anders herum und modern ausgedrückt: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert. Natürlich sind wir alle keine Einzelwesen, und was andere uns zurückmelden, sollte uns wichtig sein. Je besser sie uns kennen, desto offener sollten wir ihnen zuhören und dankbar auch für ihre Kritik sein. Aber wir müssen daraus unsere eigenen Entscheidungen ableiten dürfen.

Verbiegt man sich und versucht jemand zu sein, der man im Innersten nicht ist, fliegt diese Scharade irgendwann auf. Entweder erträgt man sich selbst nicht mehr – oder andere „erwischen“ einen früher oder später bei diesem Versuch der Maskerade. In beiden Fällen zeigt sich, dass man sich selbst der beste Freund ist, wenn man dem Eigenen gegenüber integer bleibt. Wer niemandem etwas vorspielen muss, geht außerdem viel entspannter durchs Leben. (Und hat eine deutlich größere Anziehungskraft!)

Dein Glas ist immer halb voll.

– John Wooden, Basketballer, 1919 – 2010

Ja, ja, ja, das Leben steckt voller Herausforderungen. Die Welt geht den Bach herunter, Menschen hungern, auch der neue Chef ist wieder ein Armleuchter, und sowieso stehen an allen Ecken und Enden dieses großen irdischen Spiels Widerstände mit dem Stempel drauf: „Das hier kannst Du nicht ändern!“

Der US-Sportler Wooden war zwar kein Weltweiser. Aber er hatte einen dennoch weisen Rat parat: Mach das Beste draus. Es ist dein Leben, du bekommst keine zweite Chance (zumindest keine, von der wir wissen). Also kannst du dich in jedem Augenblick dafür entscheiden, ob das Glas halb leer sein soll – oder aber halb voll. Es ist dein Leben. Mach etwas daraus, dann wirst du immer etwas Neues entdecken! Das ist wahrhaft mutig.

Erkenntnis bedeutet Leiden.

– Aristoteles, Philosoph, 384 322 v. Chr.

Diese Worte des Platon-Schülers haben heute mehr Gewicht denn je. Der Bedarf an helfenden Händen und Herzen erweckt auch jene aus der Selbstbezogenheit unseres modernen und so friedvollen westlichen Lebens, die es sich bisher leisten konnten, wegzuschauen. Wenn wir heute Bilder sehen, die wehtun, beweist es auch unsere menschliche Fähigkeit, Leid zu erkennen und zu teilen. Alle sind mit allen verbunden, alles mit allem. Unser Schicksal ist verknüpft mit dem jedes Anderen um uns herum.




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