Verdauung_Bauch

Happy Meal: 10 Tipps für den glücklichen Bauch

Ich gebe zu: Ich reagiere in der Angelegenheit ein kleines bisschen extrem. Vier Mal in meinem Leben saß ich mit Menschen am Tisch, bei deren „Esskultur“ mir die Happen einzeln im Halse hängen blieben. Doch, ja, ich mochte diese Menschen. Aber Lunch oder Dinner mit ihnen war von unserer Liste gemeinsamer Unternehmungen fortan gestrichen.

Wenn mein Gegenüber mit offenem Mund geräuschvoll sein Essen kaut; Unmengen davon in sich hinein schlingt; vor Anstrengung oder Aufregung schon beim ersten Gang richtig ins Schwitzen kommt; das Besteck umklammert wie ein Neandertaler seine Keule – sorry, bei so viel Verlust grundlegender Verhaltensregeln vergeht mir der Appetit.

Man sagt, Essen und Tiermanieren lernt ein Kind in den ersten 3 – 6 Lebensjahren. Was dann nicht sitzt, rettet höchstens noch ein ungeliebter Knigge-Kurs Jahre später. Dabei geht es nicht allein um die Umgangsformen – auch das korrekte Essen macht uns zu Menschen, denen es besser geht.

Du bist nicht nur, was du isst. Sondern auch, wie du isst.

Das komplette Verdauungssystem ist mit mehr Nervengeflecht ausgestattet als unser Gehirn. Und geht es dem Bauch nicht Bombe, schlägt sich das direkt auf Stimmung, Gesundheit und Aussehen nieder. Bevor also Familien- und Weihnachtsfeiern wieder die Jahresend-Runde einläuten: ein paar Hinweise, diese möglichst gesund und allseits beliebt zu überstehen.

Kleine Bissen

Große Ladungen gehören auf einen Industrie-Gabelstapler. Nicht in den Mund. Das sieht zum einen unappetitlich aus. Und behindert zum anderen einen wichtigen Schritt der Verdauung: das gute Kauen. Tipp zum Angewöhnen: Esst eine Zeitlang mit Stäbchen. Diese Menge ist gesünder als alles, was eine WMF-Gabel zu anhäufen kann.

30 Mal Kauen

Verdauung beginnt im Mund, mit den hochwichtigen Speichelenzymen. Kleinere Happen mindestens 30 Mal zu kauen (und dabei gut einzuspeicheln), steigert die Wahrscheinlichkeit einer höchst unproblematischen Weiterverarbeitung in den unteren Organetagen.

Außerdem sensibilisiert es die Geschmacksknospen. Der Genuss profitiert von der Gewohnheit, langsamer und achtsamer zu essen. Was naturgemäß kaum heißen kann, den Teller neben dem Computer auf dem Schreibtisch zu stellen.

Kein Getränk zum oder nach dem Essen

Durst beim Essen hat oft damit zu tun, das Gegessene nur angekaut die Speiseröhre herunterzuspülen – was durch Berücksichtigung der beiden ersten Punkte hinfällig wird. Getränke verdünnen darüber hinaus den Magensaft, die Verdauung erfolgt langsamer, das Essen belastet die Organe über die eigentlich nötige Zeit hinaus.

Trinkt zwischen den Mahlzeiten ca. 2 Liter täglich (jeder Mensch hat einen anderen Wasserhaushalt und Stoffwechsel) – und wartet damit nach dem Essen eine Stunde.

Aufrecht sitzen

Über dem Teller zu hängen wie der Ochs‘ am Trog ist weder sexy noch gesund: Besonders die oberen Verdauungsorgane Speiseröhre, Magen und Bauchspeicheldrüse, Leber und Galle werden dabei geradezu eingeengt. Die Magensäure drückt zurück Richtung Speiseröhre – eine schlechte Idee, die oft mit Reflux und Sodbrennen quittiert wird. Das alles ist leicht nachvollziehbar – und Aufrechtsitzer haben eh die attraktiveren Karten beim anderen Geschlecht.

Die Gabel geht zum Mund – nicht anders herum

Siehe oben – und gibt man sich einer der in unserer Gesellschaft wichtigsten sozialen Tätigkeiten hin, gebiert es schon der Respekt gegenüber anderen, Körpertonus und -bewegung nicht völlig zu vernachlässigen. Oder à la Mutti: Ellenbogen vom Tisch!

Dinner ausfallen lassen

Weder brauchen wir das Essen am Abend (es sei denn, ihr verbrennt viel Ernergie durch viel Sport oder körperlich anstrengende Berufe), noch sollte der Verdauungstrakt in den Stunden von Schlaf und Regeneration viel zu tun haben. Ideal ruht er für 10 – 12 Stunden. Das sorgt für einen tieferen und besseren Schlaf – und schleust direkt ein paar überflüssige Kalorien und Fette aus dem Körper.

Brühe oder Kräutertee entlasten die Verdauung – und machen schlank.

Nichts schwer Verdauliches am Abend

Salat und Gemüse sind gesund. Aber nicht zu jeder Tageszeit gleich! Mit Rohkost hat es der Darm immer schwer – nachts liegen sie auch noch lange und beginnen zu fermentieren. Das bläht den Bauch, erhöht den Druck auf den Magen, die positiven Aspekte dieses Nahrungsbestandteils verblassen gegenüber den Nachteilen.

Über 2 Portionen Stiernacken mit Knödeln muss ich an dieser Stelle nichts mehr erwähnen, oder?

Love your tummy

Sanfte Bauchmassagen mit beiden flachen Händen im Uhrzeigersinn, 5 Minuten am Tag und vielleicht direkt morgens nach einen ersten lauwarmen (ungezuckerten) Getränk bringt die vielen meter Darm sanft und liebevoll in Bewegung.

Und weil die Bewegung eh eine gute Idee ist – der Verdauungsspaziergang hat seinen Namen nicht umsonst 🙂 Und hat nach jeder Mahlzeit Gültigkeit.

Gesundes auf den Tisch

Anstatt die Supermarkt-Tiefkühltruhe zum Chef de Cuisine zu machen, entspannt euch beim Selberkochen (hilft ebenfalls dem Organismus) und bringt Nahrhaftes in den Körper. Ausgewogene Kost besteht über den Daumen gepeilt aus viel Gemüse, Obst, Ballaststoffen, keinen oder möglichst wenig Zucker-Stoffen, wenig Kohlehydraten aus Mehlspeisen, Fisch, magerem Fleisch oder Geflügel und pflanzlichen Ölen wie Lein- oder Chia-Öl. Je nach Ernährungsform – Veganismus oder Vegatarismus – solltet ihr bestimmte Nährstoffe, Vitamine, Fette und Mineralien alternativ zu euch nehmen.

Base bei Sodbrennen

War es doch einmal zu viel für den Magen und nervt er abends mit Sodbrennen (überaus schlafstörend), dann löst einen Teelöffel Basenpulver in einem großes Glas Wasser auf und trinkt es, gern in einem Zug. Die Base verdünnt auf natürliche Weise die Magensäure und beruhigt.

Zur allgemeinen Unterhaltung hier noch Giulia Enders‘ toller Science-Vortrag, mit dem sie berühmt wurde und der zu ihrem Buchvertrag für „Darm mit Charme“ (Amazon-Link) führte.

Und zum Schluss eine Regel, die euch darauf hinweist, ob euer Mahl nicht nur lecker, sondern auch gut für euch war: Macht es euch müde, war es nicht das Richtige.

 




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