Wissenschaft_und_Yoga

Das Labor lügt nicht: Yogis leben einfach besser

Schlauer, gesünder, jünger, stärker: Immer mehr Studien untermauern mit Yoga in Verbindung gebrachte, positive Effekte mit Fakten. Allerdings steht die Wissenschaft bei der Untersuchung therapeutischer Auswirkungen erst am Anfang.

Hatha-Yoga verleiht dem Gehirn Flügel

Laut einer Untersuchung der Universität von Illinois optimiert Hatha-Yoga die Hirnfunktionen jüngerer, aber auch älterer Menschen. Das Alter der 108 Teilnehmer einer in 2014 veröffentlichten Studie lag zwischen 55 und 79 Jahren. Bei allen Tests schnitten die 61 Hatha-Yoga praktizierenden Probanden besser ab als die einer Vergleichsgruppe, die über dieselben acht Wochen Gymnastik ohne Meditation und Atemübungen praktiziert hatte. Fazit: 20 Minuten tägliches Hatha-Yoga verbessert Gedächtnisleistung, Wahrnehmung, die Konzentrationsfähigkeit sowie die zur Aufnahme und Verarbeitung neuer Informationen.

Kein Stress! Mehr Yoga!

Wie alle anderen die Körpersysteme beruhigenden Techniken – zum Beispiel Meditation, autogenes Training oder einige Sportarten – ist Yoga ein Stress-Buster. Yoga senkt die individuelle Wahrnehmung von Stress und Angst und verändert so nachhaltig das körpereigene Alarmsystem: Körperliche Erregbarkeit, Herzrhythmus und -frequenz, Blutdruck und Atmung werden positiv beeinflusst. Die Wissenschaft bestätigt, dass eine regelmäßige Übungspraxis die Fähigkeit erhöht, die eigene Herzfrequenz zu manipulieren – und man so auf Stress flexibler reagieren kann.

Gute Laune, Yoga sei Dank

Eine regelmäßige Yogapraxis, die inklusive Atemregulierung, Meditation und Kontemplation über die Asana-Übung hinausgeht, wirkt stimmungsaufhellend. Im Anschluss an eine deutsche Untersuchung, die eine Yoga praktizierende Gruppe Frauen mit depressiven Stimmungslagen sowie eine Vergleichsgruppe beobachtete, die lediglich ihre körperliche Bewegungsroutine beibehielt, gaben über 50 Prozent der Yogagruppe-Teilnehmer eine deutliche Verbesserung ihrer Grundstimmung zu Protokoll.

An der medizinischen Fakultät der Universität Boston kamen Forscher 2010 zu dem Ergebnis, dass Yoga mehr als alle anderen, ähnlichen Praktiken in der Lage ist, schlechte Stimmung zu vertreiben. Bei den Yoga übenden Teilnehmern konnten nach der 3 Monate währenden Studie deutlich höhere GABA-Werte gemessen werden als bei der Vergleichsgruppe, die im selben Zeitraum und für die gleiche tägliche Dauer Spazieren ging. Ein niedriger GABA-Wert gilt als Indikator für Depression und Angst.

Yoga stärkt das Immunsystem

Eine im Frühjahr 2013 veröffentlichte norwegische Studie erbrachte zum ersten Mal den Beweis für Effekte von Yoga auf molekularer Ebene. Dafür absolvierten zehn Personen ein umfassendes zweistündiges Yogaprogramm, während die Kontrollgruppe spazieren ging und Entspannungsmusik hörte. Direkt vor und nach Absolvieren der Übungsprogramme wurden den Teilnehmern beider Gruppen Blutproben entnommen und die Immunzellen untersucht. Das Yogaprogramm wirkte sich auf 97 Immunzellen-Gene aus, bei der Kontrollgruppe waren 24 Gene verändert. Die Schnittmenge veränderter Gene beider Gruppen war 14.

Leiter der Studie war Prof. Fahri Saatcioglu, der schlussfolgerte, ein umfassendes Yogaprogramm könne im Vergleich zu Bewegung plus einfacher Entspannung mehr Vorteile auf die Gesundheit haben. Diese erste Studie rege zu weitergehenden molekularbiologischen Untersuchungen an, um etwa Nachweise für den unterschiedlichen gesundheitlichen Nutzen verschiedener Yogapraktiken zu finden.

Yogis bleiben länger jung

Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in L. A. und die Nobelpreisträgerin Elizabeth Blackburn wiesen nach, dass nur 12 Minuten Yogameditation täglich, ausgeübt über eine Zeitspanne von 8 Wochen, für eine 43-prozentige Steigerung der Telomerase-Aktivität sorgt. Das Ergebnis könnte auf eine Drosselung der stressbedingten Zellalterung hinweisen. Zur Klärung: Telomerase ist ein Eiweiß, dessen Aufgabe es ist, die Telomere wieder herzustellen. Diese wiederum dient im Prozess der Zellalterung als Schutz – je weniger Telomere, desto weniger Zellteilung, um es grob vereinfacht darzustellen. „Statistisch gesehen gibt es einen Zusammenhang zwischen Telomerlänge und Alter, hier sieht man, dass die Telomerlänge abnimmt. Man kann aber nicht anhand der Telomerlänge auf das absolute Alter schließen“, sagte Blackburn 2009 im Interview an der Universität Heidelberg und setzt auf weitergehende Forschung am „Unsterblichkeits-Enzym“ Telomerase.

Süße Träume dank Yoga

Unter schlaflosen Nächten leidet fast jeder einmal. Die meisten bekommen diesen so wichtigen Regenerationsmechanismus schnell wieder in den Griff. Nicht zu beneiden sind jedoch Menschen, die – aus zum Teil sehr unterschiedlichen Gründen – an chronischer Schlaflosigkeit leiden. Ihnen drohen neben dem Verlust mentaler und körperlicher Regenerationsfähigkeit gefährliche Übermüdungserscheinungen bis zu schweren Herzproblemen oder bedenklich erhöhtem Blutdruck inclusive der Folgeerkrankungen.

Wie die Harvard-Universität nachweisen konnte, optimiert eine tägliche Yogapraxis sogar bei schweren Schlafproblematiken Dauer und Qualität des Schlafs. Für die Forschung durchliefen die Probanden ein achtwöchiges tägliches Yogaprogramm und führten zwei Wochen zuvor sowie über die Dauer des Versuchs ein Schlaftagebuch. Das Resultat der Auswertung war eindeutig. Eine tägliche Yogapraxis verbessert sämtliche Aspekte des Schlafs, selbst bei Kranken, bei Frauen in der Menopause und bei anderen für Schlafstörungen verantwortlichen Gründen.

Yoga Nidra: Entspannte Hilfe bei Menstruationsproblemen

Auch die zu Unrecht, aber oft “Schlafyoga” genannte, liegende Meditationsform Yoga Nidra hilft bei einer Reihe physischer und psychosomatischer Symptome. So senkt sie laut einer indischen Studie den Blutdruck und bei Patientinnen mit Menstruationsproblemen die Herzfrequenzvariabilität: die Fähigkeit des Menschen, den Herzrhythmus zu verändern. Je höher die Variabilität, desto höher die Belastungsfähigkeit des Organismus. Als – nicht nur – Nebeneffekt hat Yoga Nidra darüber hinaus schon heilsame Effekte bewiesen bei Depression, posttraumatischem Stress, Angstzuständen, chronischem Schmerz und Substanzabhängigkeit.

Asthma lindern mit Yoga-Atmung

Pranayama heißen jene Atemtechniken, die über die achtsame Atmung während der Asanapraxis hinaus zum ganzheitlichen Yogaweg gehören. Vielen gilt Pranayama, die „Beherrschung der Lebensenergie“, als eine höhere Stufe der Yogapraxis, weil sie in feinstoffliche Prozesse des Körpers eingreift und erst zur intensiveren Anwendung kommen sollte, wenn der Übende bereits eine gewisse Yogaerfahrung hat.

Wie eine Versuchsanordnung nachweisen konnte, können aber an bronchialem Asthma Leidende auch ohne jede Pranayama-Kenntnisse vom Atmen in den Asanas profitieren, eine erfahrene Anleitung vorausgesetzt. Das ist kein unbedingter Ersatz der medikamentösen Behandlung, warnt das Deutsche Ärzteblatt. Allerdings konnte man auch keine Nachteile darin entdecken, wenn Menschen mit Atemwegserkrankungen durch eine regelmäßige Yogapraxis nachweislich ihre Lungenfunktionen optimieren. Vor allem bei Volumen, Druck und Länge des Atems waren verbessernde Ergebnisse nachweisbar.


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