PETA-Veganstart_Ginger

Ich bin PETAs Horror-Bilder leid. Punkt.

Liebe PETA, verehrte militante Veganer – ein paar Worte zur Güte: Man kann das Elend langsam nicht mehr sehen.

Ja: Mittlerweile hat fast jeder halbwegs informierte Mensch mitbekommen, dass die Tierwelt weltweit zum Teil auf äußerst widerliche und verachtenswerte Weise behandelt wird. Auch wir haben darüber schon berichtet und werden es wieder tun.

Ja: Es gibt von der sogenannten Nutztier-Haltung (ein beschönigender Begriff, der in vielerlei Hinsicht diskutabel ist) bis zur Quantität und Qualität daraus resultierender „Produkte“ mehr, das zu verbessern oder abzuschaffen wäre, als dass irgend jemand auf diesen Umgang mit anderen Lebewesen stolz sein könnte.

Ja: Die meisten Menschen mit einem Gewissen und einem ethischem Grundverständnis haben mittlerweile erkannt, dass es nicht okay ist, dass wir uns zu den (wütenden) Herrschern der Erde aufgeschwungen haben und diese Position auch noch zu verteidigen versuchen.

Wir – oder zumindest immer mehr von uns – möchten Tiere nicht zur Unterhaltung in Zirkusse und Zoos eingesperrt sehen. Wir wünschen Freiheit für erbarmungswürdige Käfigtiere, deren einziger Daseinszweck die Produktion von Fell-Accessoires sein soll. Keiner von uns setzt sogenannte Haustiere auf Straßen aus oder hat Freude daran, andere Wesen zu quälen. Wir hätten gern ein partnerschaftliches Miteinander mit jenen Tieren, deren Produkte der Mensch seit Jahrhunderten zum Überleben nutzt. Und nicht einmal mehr benötigt, weil es heute genügend Ersatzprodukte gibt.

Ja, wir haben also begriffen, dass es so, wie sich der Umgang mit Tieren in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat, nicht weitergehen kann – und dass ein Verharren in der aktuellen Situation allen Weltbewohnern mehr schadet als nützt.

Warum also setzt ihr weiterhin auf eine Informationsstrategie des Schockierens?

Denn: Nein, die Akzeptanz, sich den Horrorbildern geschlachteter Waschbären (für Kragenfelle), elend verhungerter Büffelkälber (für Mozzarella), getretener Puten, zu Tausenden getöteter Fische oder eingepferchter, kranker Hühner länger auszusetzen, sinkt mit jedem neuen Bild, mit jeder neuen Kampagne dieser Art, die in den sozialen Medien die virale Runde macht.

Die Liebe zu Tieren – zumindest hierzulande – ließe sich durchaus auch mit anderen Bildern herstellen. Glückliche Kühe auf Gnadenhöfen oder Verlassene-Hunde-Schicksale mit Happyend sind sehr wohl geeignet, Empathie und dauerhafte Beschäftigung mit dem Thema Tierschutz herzustellen.

Ja, die Musik bei den vielen Hunde-Rettungs-Videos der US-amerikanischen Tierschutzorganisation „Hope for paws“ ist süßlich usw. usw. Aber schaut selbst, welchen Effekt das Video auf euch hat!

Wogegen Nazi-Vergleiche, mit denen gewisse Veganergruppen inzwischen Menschen angreifen, die sich (noch) nicht fleischlos ernähren möchten, nur eines bewirken: Ablehnung. Und das zu Recht. Das ist so platt und ausgrenzend – dass ich auf solche Mechanismen gar nicht weiter eingehen werde.

Diese Art der einseitigen Informationspolitik ist daher mehr als zweifelhaft hinsichtlich ihrer Wirkung. Ganz ehrlich: Ich gehe dabei natürlich von mir aus und schließe von meiner Belastbarkeit und Reaktion auf diese Bilder auf andere. Aber ich bin nicht so ungewöhnlich, dass meine Wahrnehmung und mein Verhalten so anders wäre als das meiner Umwelt.

Ihr wollt mehr Menschen für den Tierschutz und die Tierliebe oder gleich für den Veganismus sensibilisieren? Dann versucht es doch zur Abwechslung einmal mit positiven Beispielen. In einer Welt der Krisen und des medial angefachten Grauens ziehen sich nämlich mehr Menschen ins Private, Geschützte, Unnahbare zurück, als uns lieb sein kann. Schlimmstenfalls ergötzen sich die ganz Falschen an den sadistischen Impressionen, die ihr bevorzugt in die Welt blast. Das Bild der Bösen kann abstumpfen! Und zur Nachahmung anregen.

Mir wäre es also deutlich lieber, ganz andere Botschaften, nämlich positive und nachahmenswerte von euch zu bekommen. Danke im Voraus.

Und die Idee, Interessierten auf eurer Website jetzt ganz neu ein 30-Tage-Anfänger-Coaching in den Veganismus anzubieten, finden wir in dieser Hinsicht extrem zukunftsweisend!

P.S.: Viele politisch rechte Gruppen machen sich übrigens die Themen Tierschutz und vegane Ernährung aktuell zunutze, um Menschen mit ihren völkischen Botschaften zu infiltrieren. Schaut also, bevor ihr selbst auf Facebook etc. Beiträge zu solchen Themen teilt, wer hinter den Websites steckt! Solltet ihr nicht wissen, wie das geht: Auf dieser Website sind viele der braun eingefärbten Websites mit Betreiberinfos aufgelistet.


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