Mala_avk

Meine Mala, das Meditieren und ich

Ich habe diese entzückende Mala aus Rosenquarz, Amazonit und Cherryquarz. Als Schmuck trage sie aber selten, im Alltag ich mir die Kette zu prominent. Jetzt habe ich eine neue, andere Verwendung für sie gefunden: Ich lasse ihre Perlen durch meine Finger gleiten, während ich meditiere.

Meditation ist nichts, was mir (ohne Anleitung) je leicht gefallen wäre. Zu viel Geschnatter im Kopf, das übliche. Und ich hatte wie die meisten Menschen eine Vorstellung davon, was Meditation ist, wie ich mich dabei fühlen sollte, und vor allem: das sie einen bestimmten, am besten sofort spürbaren Effekt haben sollte.

Damit spazierte ich in so ziemlich allen Punkten neben dem gesunden Meditationsweg, der meinen Geist hätte beruhigen können. Irgendwann habe ich es mal mit dynamischer Meditation probiert, die mir zwar lag, aber mit 30 Minuten schon recht viel Zeit abverlangt. Sie liegt den unruhigen West-Menschen, weshalb sie der indische Sektenführer Osho einst den aus Europa und den USA anreisenden Sannyasins empfahl, die auf ihrem Spiritualitätstrip in den Siebzigerjahren in seine Ashrams strömten.

Jetzt also hilft mir meine Kette. Malas sind Gebetsketten – ihre 108 Perlen stehen entweder für die 108 Gottheiten des Hinduismus oder für die 108 Bänder der Lehren Buddha, je nach Religion 😉 Obwohl ich keiner angehöre, nutze ich die Perlen als Meditations-Krücke, was im Prinzip der religiöse, sich ins Gebet versenkende Mensch nicht anders macht.

Und das geht so:

  • Ich sitze in ungestörter Stille in einer angenehmen Sitzposition – dazu kann immer ein hohes Kissen unter den Po liegen, das macht das längere Versenken entspannter, Körperverspannungen stören weniger, wenn die Wirbelsäule gut und ohne Anstrengung aufgerichtet ist.
  • Ich nehme die Mala in die Hand, so dass sie über die Finger fällt, und lege den Daumen auf die größte Perle, der Guru-Perle an der Tassel.
  • Ich definiere ein Mantra oder eine Affirmation, die ich während der Mala-Meditation Perle um Perle, wieder und wieder im Geiste wiederhole. Beispiele für Mantren: Om Mani Padme Hum (das älteste Mantra im tibetischen Buddhismus), Om Nama Shivaya (Ich verneige mich vor Gott, der das innere Selbst ist) oder Sri Krsna Govinda. Die Bedeutung dieser Sanskrit-Wörter ist nicht wichtig – es ist eine Jahrtausende alte Tradition, die „Wirkung“ dieser Mantren beim Singen oder geistigen Rezitieren ist subtil und erfolgt ohnehin nicht auf der Verstandesebene.
  • Ich schließe die Augen, konzentriere mich auf mein Mantra und beginne die Mala Perle um Perle langsam durch meine Finger gleiten zu lassen: Bei jeder Perle wiederhole ich einmal das Mantra oder die Affirmation. Beispiele für wirkungsvolle Affirmationen findet ihr hier. Ich persönlich mag mehr die Mantren.
  • Am Ende der 108 Perlen ist eine Runde vorüber – je nach Grad der Vertiefung schließe ich weitere Runden an, ohne die Guru-Perle ein weiteres Mal einzubeziehen.
  • Das Mantra oder die Affirmation der Wahl sind durch das ständige Wiederholen vor allem eine Möglichkeit, zu fokussieren und das Gehirn zur Ruhe zu bringen.

Solltet ihr es versuchen wollen: Nehmt euch einfach gar nichts vor. Weder, wie lang ihr sitzen noch was ihr dabei erleben wollt. Startet völlig aus dem offenen Nichts, dann erlebt ihr das Meditieren nicht als eine Pflicht (ich muss noch soundso lang machen …), sondern als eine Reise – als würdet ihr in einer Stadt eurer Wahl einfach mal losbummeln und sehen, was passiert.

Mir ist der Einstieg ins Meditieren so leichter gefallen. Falls ihr es auch versuchen wollt oder versucht habt: Lasst uns gern wissen, wie es euch damit ergangen ist.

Und wer fürs Meditieren erst einmal eine App braucht: Wir haben eine beliebte und sehr brauchbare vorgestellt!

Die handgemachten Malas von Kasha findet ihr online, ich habe meine bei veryYOGA gefunden. Und mehr über das Meditieren als Anfänger steht in diesem Beitrag.


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