Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/33/d264859462/htdocs/gingermag.de/wp-content/plugins/css-javascript-toolbox/framework/events/subjects/hook.subject.php on line 81

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/33/d264859462/htdocs/gingermag.de/wp-content/plugins/css-javascript-toolbox/framework/events/subjects/hook.subject.php on line 82

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/33/d264859462/htdocs/gingermag.de/wp-content/plugins/css-javascript-toolbox/framework/events/subjects/hook.subject.php on line 81

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/33/d264859462/htdocs/gingermag.de/wp-content/plugins/css-javascript-toolbox/framework/events/subjects/hook.subject.php on line 82
Mein Kur-Tagebuch: Detox im Vivamayr - Ginger
Altaussee_Vivamayr

Mein Kur-Tagebuch: Detox im Vivamayr

FINAL UPDATE!   Keine Snack-Bar. Eine Fernsteuerung fürs WC (Wassertemperatur, Fön-Stärke etc.) im wohnlichen Bad. Berauschend schöne Natur. Menschen, die leise in Bademänteln durch eine geschmackvolle Architektur schluppen. Ich bin zur Kur, muss ja auch mal sein.

Und ich registriere: Im VIVAMAYR im österreichischen Salzkammergut sieht’s aus wie im Sternehotel. Aber: Es ist eine medizinische Kur-Einrichtung. Mit Kau-Seminaren, salinen Getränken am Morgen (deshalb das geräumige Bad), medizinischer Diät (trotz des mit 2 Hauben ausgezeichneten Kochs Martin Stein), Bewegungs- und Körper- und Hydrotherapie-Anwendungen nach Diagnose …

In das im April neu eröffnete Nobel-Refugium flüchten Burnout-Kandidaten, Übergewichtige, gesundheitlich Angeschlagene aus aller Welt, Menschen, die sich fit halten wollen – und nun also ich.

Und schon an Tag 1 ist mir klar: So auf der Höhe, wie ich zu sein glaubte, bin ich nicht ansatzweise. Ich habe mich an mein gesundheitliches Defizit einfach nur gewöhnt. Wie alle anderen auch.

Aber damit muss Schluss sein. Nach dieser Woche wird mein Leben (noch) besser. Wie es aussehen wird, stellt sich im Laufe der nächsten acht Tage heraus.

Meine Ziele:

  1. Mehr Fitness.
  2. Weniger Migräne.
  3. Wissen, wo ich auf der Allgemeingesundheits-Skala stehe.
  4. Wieder in meine schwarzen Skinny Jeans passen. Die ohne Stretch-Anteil.

Tag 1. Die Ankunft

In Salzburg gelandet, die Sonne scheint, der Shuttle-Fahrer für die nächsten 80 min. ein angenehmer Gesprächspartner. Er hat schon viele Gäste des VIVAMAYR abgeholt und zurück zum Flieger gefahren – der Mann weiß, wovon er spricht, wenn er mir ein besseres, gesünderes Ich schon nach einer Woche prophezeit. Aber erst einmal erklärt er mir die Gegend – die grün schimmernden Seen, die Berge, auf denen sich erster Schneezucker niederlässt, die Geschichte und die Friedlichkeit dieser von der Zeit wenig angerührten Region. Über dem Kur-Resort am Altausee scheint heute die Sonne, am Himmel schweben die Schirme der Paraglider, das Solarboot hat noch nicht Winterschlaf, sondern durchstreift leise den See.

Meine Juniorsuite verwöhnt mit dem Blick auf all diese Schönheit – und obwohl der Wetterbericht für die nächsten Tage Regen ankündigt, bleibe ich bei ihr, im Haus, akklimatisiere mich, entspanne. Lege meine Yogamatte aus – und mich direkt ins Bett. Der Tag steht unter dem Motto: Kein Stress. Lesen, etwas Tee trinken, ein paar Fotos vom Balkon aus schießen.

Um 5 Uhr abends stehe ich auf, denn gegessen habe ich den Tag über eine Banane … Stelle mich schon mal auf den Verzicht ein, dachte ich. Ich finde im Restaurant meinen eigenen Tisch – der gehört für die Aufenthaltsdauer mir, auch meine demnächst hinzustoßenden Medikamente werden darauf Platz nehmen. Heute liegt dort eine mauvefarbene Speisekarte. Und schon Morgen weiß ich, dass ich mir sie jeden Tag (und besonders abends) wünschen werde. Denn sie bedeutet: mehr zu essen (als nur Tee oder Brühe).

An meinem letzten Abendmahl sitze ich dank der „Kautrainer“ genannten Buchweizen-Schrippe, deren Stückchen (wie alles andere auch) mindestens 35 – 40 mal gekaut werden sollen, eine halbe Stunde. Gott, wie mir am nächsten Abend die Avocadocreme mit dem Zipfel aus getrocknetem Gemüse fehlen wird.

Abendmahl_Vivamayr

Stress bekomme ich dann leider doch, in der Nacht: Wie um mich für die erste ärztliche Konsultation Morgen in einen möglichst jämmerlichen Zustand zu bringen, der dann wieder aufgerichtet werden muss, schleicht sich nach Mitternacht plötzlich eine Migräne heran, lässt mich nicht schlafen und fördert auch noch den letzten Schluck Abendtee wieder aus mir heraus.

Hängt mein schmerzender Schädel gerade nicht über der Keramik (zum Glück wärmt eine Fußbodenheizung meinen krampfenden Körper), finde ich ein bisschen Erschöpfungsschlaf-Intervalle.

Na, das fängt ja heiter an – was soll denn erst werden, wenn Glukose-, Zucker- und Koffein-Entzug ihren Tribut einfordern? Egal, schlimmer kann es jetzt kaum werden.

Tag 2. Der medizinische Check-up

Was tut frau nicht alles für eine Visite bei und mit ihrem Arzt. Ich zum Beispiel schaffe es irgendwie mit schwerem Schädel und in den Boden gerauschten Blutdruck und finde den Weg in den 1. Stock. Da, wo die guten Sachen passieren. Nach einer ersten Bestandsaufnahme durch den unfassbar aufmerksamen und freundlichen Arzt, Dr. Sepp Fegerl geht es zuerst an den Tropf. Ich fühle mich wie eine Figur aus dem „Zauberberg“ von Thomas Mann. In mich hinein tröpfelt irgendetwas Basisches – mein Zustand ist gerade völlig ungeeignet für tiefer gehende Fragen. Ich kann eh kaum sprechen und wünschte, ich wäre im Bett. Später lerne ich, warum ich es doch einigermaßen durch den Tag geschafft habe: Es war ein bisschen schmerzstillendes Procain dabei. Danke, Dottore!

Danach verordnet mir der medizinische Leiter des Vivamayr (seine zahlreichen Fans nennen ihn Dr. Seppi) neben einem Elektrolyse-Fußbad noch eine wirksame Schmerzpunkt-Behandlung nach Liebscher-Bracht: Die Handgriffe am Kopf und im Nacken schmerzen zwar erst einmal, im Laufe von 1 – 2 Minuten aber entspannt sich das Gewebe, die durch die Migräne stark verkrampften Punkte lösen sich etwas. Die Handgriffe bekomme ich ausgedruckt mit zum regelmäßigen selber Hand anlegen 😉

Kur_Tisch

Ich hole mir meine Medikamente für die nächsten Tage an der medizinischen Rezeption ab, wanke Richtung Speisesaal und danach direkt zurück ins Bett. Um mir nach einem kurzen Erschöpfungsschlaf durch eine Bioimpedanzanalyse sowie eine Spiroergometrie, für die ich meinen geschundenen Körper auf ein Laufband motiviere, die Diagnose abzuholen:

Ich bin total unfit.

Zu wenige Muskeln, zu viel Wasser (herzlichen Dank an den Zucker, dem ich leider seit ewig verfallen bin!), der Sauerstoff erreicht die Muskeln nicht, das Wasser macht das Gewebe schwammig – ach, es ist ein kleines Elend. Aber ich habe bereits Pläne, das daheim zu ändern: Yoga kombiniert mit Martial-Arts-Training! Das wird mich wieder ganz weit nach Fitness-Vorn bringen.

Beim Abendessen, das aus wahlweise Brühe oder Tee besteht, finde ich erste Freunde. Wir delirieren kurz über Nutella-Brote, die wir als Teenies verschlungen hatten, als gäb’s kein Morgen – und ich lerne von Rachel aus London, dass man es durchaus zu 21 ins Bett schaffen kann (Dinner startet hier um 17 Uhr!), indem man zum Müdewerden den Pool und die Saunen nutzt.

Saunen_Vivamayr

Ich denke: Das kann nicht schaden, etwas Bewegung im salzigen Pool plus Zirbenholzsauna und Dampfbad tun ihr übriges – und ich werde tatsächlich müde. Was gut ist, denn so schlafe ich einfach über den nagenden HUNGER hinweg. Und nehme mir vor: die AquaGymnastik Morgen früh wird mitgemacht!

Tag 3. Licht am Horizont

Ich bin zwar weiterhin hübsch migränin. Aber auch heute stehe ich superdiszipliniert so auf, dass ich in diesem fantastischen Panorama-Pool schon ein paar Aufwachrunden gedreht habe, bevor die AquaGymnastik-Posse eintrudelt. Das Programm ist eher unanstrengend für mich, die älteren Damen kämpfen indes etwas mit den „Nudeln“, auf die sie sich stellen sollen und andere Dinge mehr. An den Händen tragen wir Frosch-Handschuhe, die den Wasserwiderstand erhöhen: Die denken aber auch wirklich an alles. Das finale Nudel-Rennen, bei dem nur die Arme bewegt werden dürfen, um einmal durch den Pool zu rudern, gewinnt dann eine der Seniorinnen!

Ich habe halt immer noch Kopfschmerzen, die mich den ganzen Tag knebeln. Deshalb freue ich mich nach einem kurzen Sauna-Aufwärmen auf Anwendung 1: Eine Moor-Ganzkörperbehandlung für den Detox-Effekt über die Haut. Ich möchte aus diesem Ding, in dem der Körper auf einem warmen Wasserbett schwebt und die Wirbelsäule komplett entspannt in ihre natürlichen Kurven sinkt, nie wieder raus.

Muss jedoch zur nächsten Zauberberg-Detox-Infusion, dieses Mal träufelt etwas Leber-Stärkendes in meinen Blutkreislauf, währen neben mir Rachel Vitamine bekommt, Annita (auch London) sich ebenfalls eine Infusion mit Ich-weiß-nicht-Was abholt – und etwas weiter weg ältere Menschen unter schicken Sauerstoffmasken liegen, dank derer sich ihr Blutsauerstoffgehalt erhöht. Das soll auch schöner machen, weshalb kurze Zeit später eine Londoner Make-up-Artistin dort sanft in den Schlaf fällt, die im Vivamayr für ihr erstes Beauty-Buch recherchiert.

Ist schon ein ziemlich bunt gemischter Haufen, meine Kur-Schatten für diese Woche. Finanziell stehen alle zumindest gut, sonst wären sie nicht hier. Aber dank des Bademantel-Dresscodes und vor den Göttern der Gesundheit sowieso sind schließlich alle gleich. Ein Pakistani-Ehepaar hat offenbar nicht genau darauf geachtet, wo sie hier einbuchen: Die für die Entgiftung wichtigen Fasten-Portionen auf ihren Tellern haben sie gleich wieder aus dem Speiseraum vertrieben. Sie holen sich ihre Mahlzeiten im schönen Altausee – und reduzieren ihre Ansprüche auf die medizinische Versorgung. Ganz anders drei Herren mittleren Alters aus den Emiraten. Brav kauen sie jeden Bissen und beugen sich dem sanften, aber bestimmten Diktat der erfahrenen Damen vom Service.

Die gleichzeitig aber auch Seelenstreichler sein müssen und Aufmunterer und manchmal streng. Ich bekomme von ihnen einen Disziplin-Stern: Als brave Deutsche kaue ich jeden Bissen und hocke ohne Handy lange 20 – 30 Minuten vor meinen Mahlzeiten, die heute tagsüber üppiger ausfallen. Ich lasse sogar etwas liegen. Und tippe: Das kommt den Ladies nicht allzu oft unter!

Frühstück2

Frühstück. Und Lunch:

Lunch2

Massage (hhhmmm, Andrea hat Hände, die sanft sind UND wirkungsvoll) und den nächsten Visite-Termin überstehe ich leidig gut – meine Laborergebnisse, sagt „Dr. Seppi“,  deuten auf einen bakteriellen Parasiten-Überschuss hin, der ab Morgen neben Basenpulver und anderen Detox-Pushern für Leber und Verdauungstrakt-Optimierung mit einem „echten“ Medikament behandelt wird. Mir ist alles Recht, wenn dadurch mein Körper wieder fitter wird – und allein deshalb sogar die Migräneanfälle weniger werden.

Es wäre zu kompliziert und langweilig, das Arztgespräch hier aufzudröseln. Nur soviel steht fest: Hier wird der Organismus wirklich ganzheitlich unter die Lupe genommen und dann eine Behandlung inklusive Ernährungstipps (ich komme später darauf zurück) begonnen. Kein Vergleich mit dem Arztbesuch daheim und auf Kasse. Sorry, deutsches „Gesundheitssystem“. You lose!

Ich bin noch einmal diszipliniert (nein, wer das nicht kann, wirft in so einer Kur-Einrichtung sein Geld zum Fenster raus) und gehe 5 KM am See spazieren.

Altausee

Auf dem Weg umarme ich einen Baum. Überkam mich spontan – und wisst ihr was: Ich werde es wieder machen. Hat gut getan. Migräne rumort zwar trotz Bewegung und Sauerstoff-Input weiterhin unter der Mütze. Aber ich spüre: Es wird heller am Horizont.

Beim Zitronenmelisse-Tee a.k.a. Dinner (ich ringe den gnädigen Damen einen Reiskeks ab, was harmlos ist im Vergleich zu dem, was grad lautstark am Nachbartisch eingefordert wird …) treffe ich Rachel. Sie hatte sich fürs Nordic Walking am See als Bewegungsprogramm entschieden und sagte, das mit dem Baum hätte sie zu gern gesehen. Wir reden kurz darüber, wie toll Bäume sind – und dann sagt sie, sie würde es Morgen auch versuchen. Ihre Oma hätte das immer gemacht und auf deren Energieaustausch geschworen.

Auf was für Ideen man kommt, wenn man den Alltag mal hinter sich lässt. Allerdings haben wir schon festgestellt: Bleibt man an so einem Ort zu lange, wird man möglicherweise verrückt. Auch wenn ich mich wiederhole: Der“Zauberberg“  lässt grüßen.

Und Morgen? Geht es weiter im Programm. Ich drücke mir die Daumen, dass ich dann wieder „die Alte“ bin.

Behandlungsplan Vivamayr

 

Tag 4. Detox macht schön

Gestern fragte ich mich: Wann kommt der Kaffee-Knick? Die Antwort heute: Der fällt aus. Genau wie der Hunger – mein Organismus hat sich offensichtlich an das Wenige, das ich ihm in kleinen Einheiten 40 mal gekaut zuführe, angepasst. Ich könnte das zu Hause gut weiter durchhalten – vorausgesetzt, die Familie kauft ab sofort anders ein. Was nicht passieren wird. Muss ich wahrscheinlich selber machen. Aber motiviert genug bin ich. Denn heute – ohne Migräne, übrigens – stelle ich nach nur 2 Anwendungstagen fest: Meine Hautqualität ist direkt besser geworden. Was soviel heißt wie: schöner.

Dieser Detox-Effekt ist also bereits eingetreten: Straffere, glattere, besser versorgte Haut (mit weniger Falten!). Dass die englische Beauty-Expertin hier also Schönheit durch Ernährung zu ihrem Buchthema macht, passt perfekt.

Da die Haut das größte von vielen, allerdings weniger sichtbaren Organen ist, gehe ich davon aus, dass es auch darunter schon deutlich gesünder zugeht. In einer Detox-Woche werde ich nicht in Jahren angesammelte Probleme ausmerzen. Aber ich bekomme Unterstützung zur Selbsthilfe; und die Erklärung, warum wie in meinem Fall schon ein unverdächtiger Parasitenbefall über viele Jahre hinweg und in Kombination mit einer für mich ungünstigen (für Parasiten aber günstigen) Ernährung mein ganzes Immunsystem herunterfahren kann.

So kam es dann zwar zu keinen neuen Runden im Pool (Morgen aber wirklich, da ist weniger Treatment), jedoch zu weiteren erhellenden Erkenntnissen. Und weiteren Mittelchen – denn so sieht es aus im Zimmer einer Kurenden:

Detox-Medikamente

Tja: Wenn’s schee macht …!

Mein Tag startete nach sanftem Yoga bei einem letzten Termin mit Dr. Fegerl, der meine Verträglichkeits-Schwachstellen mittels Kinesiologie noch tiefer auslotet. Sein Resumee: Mich muss ab sofort das ganz Wenige ganz schön machen.

Denn für die nächste Zeit ist Schluss mit Histamin-reichen Lebensmitteln, Milch, Dinkel und Roggen sind ebenfalls gestrichen, Zucker sowieso. Und was mich am härtesten trifft: Fruktose ist ein no go! Meine geliebten Früchte – aber: Meine Parasiten lieben sie einfach noch viel mehr.

Mir ist schleierhaft, wovon genau ich mich in den nächsten Monaten ernähren soll, um sie nicht weiter durchzufüttern. Ich könnte an Reiswaffeln nagen, ein bisschen Tee dazu … da wandern sie garantiert aus. Wer würde das nicht. Besser: sterben sie aus. Da dies keine nahrhafte Option ist, wird Google helfen müssen. Dort werde ich schon finden, welche Nahrungsmittel noch toleriert sind. Avocado zum Beispiel – raus! Und da denkt frau, ein Roggen-Vollkornbrot mit Avocado, Ziegenkäse und Tomaten hätte sie aus dem Junk-Orbit heraus in die höchsten Spähren der Gesundheit gebeamt.

Was nur beweist: Gute Ernährung bedeutet für jeden Organismus etwas anderes. Und auch nicht zu jeder Zeit dasselbe … Nein, nein, mein Leben war vorher na-tür-lich nicht schon kompliziert genug.

Brav trinke ich also Base, schlucke Tropfen und Kapseln, dämmere in Heilsole gewickelt in lustige Träume, lasse mit Massage, Bewegung (Aerial Yoga bei Esther, eine schöne Erfahrung), einem nächsten Fußbad möglichst viele meiner Gifte im schönen Salzkammergut – und kann mir kaum vorstellen, dass diese Woche so angenehm oder überhaupt erträglich wäre, wenn sie nicht im Vivamayr passieren würde.

Denn jeder ist hier unfassbar freundlich. Damit meine ich nicht diese aufgesetzte Nettigkeit, bei der sich einer sofort die Heuchel-Antennen aufstellen. Nein, die Angestellten sind wirklich so, wie sie lächeln, wie sie jeden grüßen, wie sie ihre Gäste mit herzerweichender Empathie durch ihre Woche oder Wochen begleiten. Allein das dürfte einen positiven Heil-Effekt auf jeden Patienten haben. Liegt garantiert an diesem Dr. Sepp Fegerl. Ich glaube, er gehört zur superraren Spezie „bester Chef, den man sich wünschen kann“.

Leider habe ich ihn heute zum letzten Mal gesehen, auch dieser Mensch macht einmal eine Auszeit.

Tag 5. Die Allgemeine Verunsicherung

Das Ende der Kur naht, ich habe jede Menge völlig Neues gelernt und vor allem erlebt – nur: Wie nun soll ich das in der wirklichen Welt der Pizzaesser und Nudelschlinger und süßen Früchtekuchen handhaben? Wie nehme ich diese ganzen aktuellen Intoleranzen mit in mein (Familien-)Leben?

Ich frage meine neue Ärztin, Frau Dr. Gerda Prinz aus Wien, die seit vielen Jahren nach Mayr praktiziert. Und werde super aufgefangen: Ihr Rat heißt „take it easy“. „Übernehmen Sie die Verantwortung nur für sich und sehen Sie, was von unseren Hilfestellungen Sie in Ihren Alltag integrieren können. Machen Sie es vor allem nicht zum Familienprogramm. Das erzeugt nur neuen Stress.“

Das wird meinen kochenden Gatten freuen. Aber kann ich weiter zusehen, wie sich meine Familie ungesund ernährt, ohne Wissen um die schleichenden Konsequenzen für die Verdauung, die Organe, letztlich das Wohl des gesamten Organismus? Kaum. Aber ich kann ja klein anfangen: Mit dem Hinweis vor allem gut zu kauen (30 – 40 Mal jeden Bissen!), ist die Verdauung schon 100 % glücklicher als beim Herunterschlingen.

Für mich lauten die Empfehlungen: 3 x täglich warm essen. Basenpulver trinken, dranbleiben. Leberwickel, täglich. Immer mal wieder als De-Stress-Maßnahme 4 Tropfen Bachblüten Rescue-Tropfen. Ausgewogene Extra-Zufuhr von Mineralstoffen, in meinem Fall Eisen und vor allem Magnesium, Kalium sowie Zink. Und weil ich so ein zartes Sensibelchen bin: immer abends Wärme am Bauch! Keine Rohkost.

Natürlich gelten alle diese tollen Hinweise, die sämtlich JEDEM Körper genauso guttun wie mir, für alle von euch da draußen ebenso. Daher kaufe ich auch dieses schöne Basische Kochbuch nach den vier Jahreszeiten, das man hier bekommen kann – ist garantiert für alle was dabei, und nichts davon, was ich hier auf die Teller bekommen habe, hat auch nur ansatzweise nicht großartig gemundet! Ich wusste zum Beispiel nicht, wie gnadenlos göttlich Schafsjoghurt schmeckt. Kommt sofort auf die Einkaufslisten meines neuen Lebens.

Ich bin also guten Mutes, das hinzukriegen – da ich das Social Drinking sowieso seit Jahren hinter mir habe, sehe ich den weiteren Monaten inzwischen gelassen entgegen. Das Social Mampfing schaffe ich mit links.

Das lasse ich mir im Pool treibend durch den Kopf gehen und bin fröhlich zuversichtlich.

Pool_Vivamayr

Tag 6. Alles wird sehr gut

Nach diesen ganzen Tagen sind meine Augen endlich geöffnet für das böse Symptome-Netzwerk. Ein Zipperlein hier, Unwohlsein da, Bauchweh dort, ab und an der Kopfschmerz, die traurige Seele: Jedes für sich ist nichts davon bedrohlich, nichts, was nicht alle immer wieder mal erleben würden. Aber wenn ich hier lerne, dass das alles zu einem Bild gehört und nichts davon sein muss, sobald die Ernährung anders läuft – das ist lebensverändernd!

Frau Dr. Prinz vergleicht den Menschen mit einem Baum, dessen Wurzeln die Verdauungsorgane sind. Ist dort etwas krank, ist in den Zweigen und Ästen schlecht wachsen. Eigentlich simpel und einleuchtend – und seit dem Wahnsinns-Erfolg des Darm-Bestsellers „Darm mit Charme“ ist diese Information offensichtlich auch gut unter die Leute gebracht. Dennoch leben wir alle völlig anders. Wer diese Lektion hier jedoch einmal gelernt hat – ist auf einem Weg ohne Blick zurück und das Ziel heißt: Gesundheit.

Also ging’s noch ein weiteres Mal um den Altaussee. Denn für die Sauerstoffqualität im Körper, für die Knackigkeit von Muskeln und anderem Gewebe, aber auch für die Verdauung spielt Bewegung eine große Rolle.

Hütte_am_Altaussee

Dieses Mal kam Rachel mit (besser: als Naturfreak stürmte sie voran und ich versuchte heimlich hechelnd Schritt zu halten), die ich heute Morgen mit viel Umarmung verabschiedet habe. Anders als in einem Hotel entstehen in so einer Einrichtung kleine Kreise neuer Freude. Auch wenn es meistens Freunde des Moments bleiben, ist dieser nicht weniger wertvoll oder wichtig. Alle erleben etwas für jeden Neues, eine Herausforderung. Die kann jeder besser aushalten, wenn er sich damit nicht allein fühlt. So teilen wir letztlich viel Privates.

Die meisten von ihnen sind so glücklich mit ihrer Entscheidung wie ich (gelegentliche Downs und Kopfschmerzen als Fastensymptome hin oder her) – sie alle wollen an diesen sehr besonderen Ort wiederkommen. Vielleicht mal im Sommer, wenn das Wetter kracht und der See badewarm wird. Oder same time, same place – dafür sprechen die fast touristenfreie Ruhe, die Farben des Goldenen Oktobers, die einmalige Ursprünglichkeit der hiesigen Bauweise, die Seen, an denen in manchen Nächten silberne Elfen über das Wasser tanzen, heißt es, das duftende Zirbenholz, dessen Nebenprodukte in Form schlaffördernder Kissen und Raumdüfte das Mitbringsel überhaupt sind (neben den Bio-Ölen aus den lokalen Ölmühlen!).

Wann habe ich das letzte Mal ein Kuhglocke gehört? Einen Jägerschuss im Wald oder die Stille unter den Wolken am Berg? Ja, ein bisschen komme ich mir vor wie in im Heimatfilm, würde mich kaum wundern, wenn plötzlich der Moser, Hans um die Ecke käme und mundartlich herumnuschelte.

Als Kulisse hat diese Region schon sehr oft hergehalten, nicht nur zu den Hochzeiten des Heimatfilms: Szenen des nächsten James-Bond-Films „Spectre“ wurden an derselben Seestelle gedreht, wo ich meinen Baum umarmt hatte!

Für die Dreharbeiten wurde extra die Seehütte aufpoliert, die dem Red-Bull-Österreicher Dietrich Mateschitz gehört (aber was, muss man sich fragen, gehört dem Chemie-Brause-Multimilliardär hier eigentlich nicht). Und gestern Abend ließ ich den Clooney-Film „The Monument Men“ über mich rieseln, der plötzlich im Altaussee der Nazizeit spielte. In der hiesigen Salzmine hatte Hitler gegen Ende des Krieges Unmengen von geraubten Kunstgegenständen verstecken lassen – Thema des Films.

Magical Mysteries. Wahrscheinlich reite ich Morgen auf einem Einhorn aus dem Tal.

Altaussee_Berg

Verlorenes Nazi-Raubgut ist im Ausseerland seit 1945 Standardthema, erzählen mir zwei Detox-Freunde, die ebenfalls ihre Auszeit nehmen. Sie leben in der Region, was toll ist, um hinter Zusammenhänge zu steigen. Die beiden berichten zum Beispiel von einem amerikanischen Taucherteam, das unlängst am Toplitzsee 3 Monate lang nach verschollenem Nazigold suchte, wie schon viele zuvor. Dabei hat das Unternehmen erfolglos einen höheren einstelligen Millionenbetrag versenkt.

Sein Geld besser anzulegen, das versteht der ehemalige Finanzminister Österreichs und „Salzbaron“ Hannes Androsch, Besitzer der Vivamayr-Häuser hier und in Maria Wöhrt am Wörthersee. Er ist oft im eigenen Zweitwohnsitz in Altaussee – auf das man aus der knallfantastischen Ganzkörpermassage-Wanne schaut – und liebt seine Wochenendheimat. Wohl der Grund dafür, warum an diesem magischen Ort jetzt diese großartige Einrichtung steht. Denn der Trend zu Detox-Kuren und aktiver Medizin ist ungebrochen und wächst weltweit.

Und wie finden die eingesessenen Hotels den Neubau und seine illustren Gäste? Auch wenn sie einen ganz anders Angebotsfokus haben und Vivamayr ihnen so gesehen nichts wegnimmt, profitieren diese Häuser kaum von den zusätzlichen Besuchern. Es sein denn, und das kommt regelmäßig vor, der Hunger treibt ihnen einen undisziplinierten Kurfastende ins Restaurant (meist erkennbar an der Bitte um einen unauffälligen Tisch, an dem man ihn nicht entdeckt).

Bei der täglichen Bauchmassage durch die Ärzte kommt jeder „Fehltritt“ allerdings schnell ans Licht. Vor zwei Tagen zum Beispiel wurde jemand schwach und aß beim Spaziergehen heimlich einen Apfel. Dessen Überreste bei der Visite sofort ertastet wurden. Er hat’s leidlich beinhart abgestritten (und später dem Kreis der Fasten-Freunde gebeichtet 😉

Serviette_Vivamayr

Ihr seht: Langweilig wird es bei der Detox-Kur nicht die Bohne. Für Abwechslung sorgen am Tisch etwa täglich neu gefaltete Servietten. Dazu auch ein paar Eindrücke von der kulinarischen Vielfalt, Momentaufnahmen aus der allseits begehrten Speisekarte:

Menue_Vivamayr
Meine Anwendungs-Favoriten (aus dem sehr sinnigen Behandlungsplan, den Dr. Fegerl nach der ersten Konsultationsstunde erstellt hat) wollen natürlich auch unbedingt noch in GINGER:

Seit meinen Moor- und Sole-Behandlungen wachträume ich von so einem Schwebe-Ding im eigenen Beauty-Keller. Und heute bekam ich die letzte Massage von Andrea Pötsch – die mir in 4 Behandlungen vieles aus dem Körper geknetet, gedrückt, gestreichelt hat, was dort auch nicht hingehört. Hätte ich mich doch nur zusätzlich für eine ihrer Watsu-Behandlung entschieden!

Aber man will ja nicht gierig sein! Rundum glücklich und gut gelaunt, fahre ich Morgen zurück nach Hause. Und komme wieder. Keine Frage.

P.S.: Ich bin in 5 Tagen 500 g (Update: in 8 Tagen 2 kg und in 15 Tagen, also zuhause 3 kg) schlanker geworden. Und das, wie meine Ärztin versicherte, ohne Jojo-Effekt-Gefahr. So werde ich in den nächsten Monaten gemäßigt weiter machen. Obwohl die Hosen eh schon wieder passen!

Denn das meiste ungeliebte Gewicht war Wasser im Körper durch die Zucker-bedingten Gewebeentwicklungen. Ich nenne es etwas unverblümter matschig. Und alles Matschige ist nach nur 5 Tagen im Vivamayr straffer, strahlender, gesünder.

3 extrem gute Gründe, an Detox nicht erst im Januar zu denken! Ob ihr Kandidaten seid? Wenn ihr auf diese Liste von unten nach oben 2 Ja-Antworten gebt – dann ist es höchste Zeit zumindest für deutlich mehr Base (als Suppe, kaltgepresste Pflanzenöle wie Leinöl oder Chia-Öl, als Kräutertees, durch mehr Gemüse, Kartoffeln und Kräuter):

  • Fleisch
  • Fisch
  • Käse
  • Getreideprodukte
  • Bohnenkaffee
  • Süßigkeiten
  • Alkohol
  • Nikotin
  • Stress

Danke an das Vivamayr Altaussee für mein neues Leben (im Link findet ihr alle Infos zu Preisen und Leistungen), danke an das großartige Team des Hauses für die Achtsamkeit und Empathie – und danke, Ginger-Fans, für eure Aufmerksamkeit 😉

 


Eure Meinung? Ich freue mich über Kommentare

Mehr von diesem Autor

Möchtest Du uns lieben …

… und ehren, in guten wie in besseren Tagen?

Sag Ja zum Ginger Newsletter!

(natürlich geben wir deine Daten niemals an Dritte weiter)
Diese Einladung bitte nicht mehr anzeigen.

Fatal error: Uncaught Error: [] operator not supported for strings in /homepages/33/d264859462/htdocs/gingermag.de/wp-content/plugins/indeed-social-media/includes/functions.php:1032 Stack trace: #0 /homepages/33/d264859462/htdocs/gingermag.de/wp-content/plugins/indeed-social-media/includes/ism_view.php(42): ism_return_sm_arr_ready(Array, Array) #1 /homepages/33/d264859462/htdocs/gingermag.de/wp-content/plugins/indeed-social-media/indeed-social-media.php(217): require('/homepages/33/d...') #2 /homepages/33/d264859462/htdocs/gingermag.de/wp-includes/plugin.php(496): ism_filter('') #3 /homepages/33/d264859462/htdocs/gingermag.de/wp-includes/general-template.php(2220): do_action('wp_footer') #4 /homepages/33/d264859462/htdocs/gingermag.de/wp-content/themes/bucket/footer.php(130): wp_footer() #5 /homepages/33/d264859462/htdocs/gingermag.de/wp-includes/template.php(501): require_once('/homepages/33/d...') #6 /homepages/33/d264859462/htdocs/gingermag.de/wp-includes/template.php(477): load_template('/homepages/33/d...', true) #7 in /homepages/33/d264859462/htdocs/gingermag.de/wp-content/plugins/indeed-social-media/includes/functions.php on line 1032