Mascara_Typologie

„Mascara, Watson!“ Der Wimperntusche-Test

Heute reden wir über unser Beauty Basic schlechthin: Mascara. Die Wahl der Wimperntusche sagt nämlich einiges über uns aus. Auf dem Weg zur erhabenen Mindfulness (oder einfach nur zur Cosmetic Detox) ist Wimperntusche also sehr wohl ein Begleiter.

Um den eigenen Lifestyle in Richtung gesünder, intelligenter, ethischer zu steuern, ist es ein guter Anfang, jede Woche eine Routine des Tagesablaufs zu verändern. Ein Prozess, der auch vor dem Schminkspiegel seinen Anfang nehmen kann.

Menschen, die sich und ihrer Kosmetik eine Entgiftungskur gönnen wollen, fangen häufig mit dem Beautyprodukt an, das sie am häufigsten verwenden. Oder dessen Inhaltsstoffe der Körper durch Haut und Schleimhäute am stärksten aufnimmt. Gute Beispiele sind: Parfümierte Körperlotion, Zahncreme, Haarfarbe/-Bleiche, täglich getragener Lippenstift, Lieblingsparfum – oder eben die Mascara.

Hier lohnt zu allererst ein schneller Blick in die INCI-Datenbanken (die Inhaltsangaben auf den Verpackungen von Kosmetikprodukten). Sie offenbaren manch’ dunkle Seite unseres Beauty-Lieblings, auf die ich gleich näher eingehen werde. Aber zuerst und weil es Spaß macht: Ein kleiner Test!

Der Ginger-Wimperntusche-Test

Welcher dieser Sätze stimmt für Dich?

  • Ich trage (fast) jeden Tag wasserfeste Wimperntusche
  • Meine Wimperntusche enthält Methylisothiazolinone und/oder Methylchloroisothiazolinone
  • Ich sammle die ordentlich gesäuberten Bürsten meiner alten Mascaras
  • Meine heute verwendete Wimperntusche habe ich vor mehr als sechs Monaten geöffnet
  • Wenn ich morgens aufstehe, sehe ich immer aus wie ein Panda-Bär

Und nun zur Auflösung.

Satz 1. „Ich trage (fast) jeden Tag wasserfeste Wimperntusche“ hast du mit Ja beantwortet?

Herzlichen Glückwunsch! Du bist eine Meerjungfrau! … Oder hast ein paar Problemchen in Sachen Kontrollverlust.

Solltest du nicht täglich mit extremem Wetter, rauer See oder einem Meer aus Tränen kämpfen, ist der Griff zur wasserfesten Tusche vielleicht ein wenig übertrieben. Denn es lohnt sich immer, zu prüfen, dass die wasserfeste Formel nichts enthält, was die Augen auf Dauer reizen kann (Stichwort: INCI).

Falls du zu den Menschen gehörst, deren Haut am Unterlid stark ölig ist, ist das Auftragen von wasserfester Mascara auf der unteren Wimpernreihe allerdings recht clever.

Ein Ja bei Satz 2. offenbart, dass deine Wimperntusche Methylisothiazolinone und/oder Methylchloroisothiazolinone enthält?

Du bist ganz schön auf Zack!

Ganz klar machst du die Augen auf vorm Kosmetikregal – oder aber das pure Glück führte deine Hand zu einer Wimperntusche ohne Parabene.

Ein Teil der Experten verflucht sie, der andere beschwört ihre Unbedenklichkeit. Doch so lange die beiden Lager sich streiten, erscheint es den Dritten, also uns, doch sicherer, diese potentiell hormonell aktiven Stoffe zu meiden. Ganz besonders in der Nähe der Schleimhäute.

Methylisothiazolinone und Methylchloroisothiazolinone sind a) schwer auszusprechen und b) potentiell ungesund. Es handelt sich um stark allergisierende und auch sonst risikoreiche halogenorganische Verbindungen. Ihr findet sie vor allem in konventioneller Mascara, die zwar auf Parabene verzichten will (der Verbraucher verlangt’s), aber nichtsdestotrotz haltbar gemacht werden muss. Also, was hätten Sie denn gern, Pech oder Schwefel?

Zur Vermeidung der Parabene und der nicht ganz so wunderbaren Paraben-Alternativen sucht frau sich eine Wimperntusche von einer zertifizierten Naturkosmetik-Marke. Und keine Sorge: Bio-Mascaras kommen heutzutage in schier endlosen Varianten und vielen tollen Farben. Wir haben eine davon bereits vorgestellt …

Du behältst die ordentlich gesäuberten Bürsten deiner alten Mascaras?

Du bist ziemlich clever!

Saubere Mascarabürstchen mit bequemem Griff sind toll, um die Augenbrauen zu pflegen und zu stylen, die Lippen zu peelen, in Kleinstarbeit Flusen von besonders feinen Pullovern zu kämmen … Die DIY-Welt wird garantiert noch weitere Einsatzgebiete dafür erfinden.

Einziger Nachteil: Hast du mehr als drei verschiedene Bürstchen angesammelt, sieht es ein ganz klein wenig nach einem Hoarding-Problem aus. Wie viele Katzen hast du nochmal?

Deine Wimperntusche hast du vor mehr als sechs Monaten geöffnet?

Dann führst du rote, angeschwollene, trockene Augen eventuell zu Unrecht auf die schlechte Luftqualität im Großraumbüro zurück.

Das mit den sechs Monaten ist nämlich kein Marketingtrick, um dir alle 26 Wochen eine neue Mascara anzudrehen (auch wenn es genau danach klingt).

Denken wir die Sache einmal zu Ende: Die Bürste ist in täglichem Kontakt mit Haut und Haaren, mit jeder Nutzung pumpen wir mehr Sauerstoff und tote Hautzellen in die kleine Tube, täglich brüten mehr Bakterien in der Farbe.

Makeup Artisten wissen da mehr, also haben wir nachgefragt. Ihre Antwort: Nehmt ihr keine deutliche Textur-Veränderung (Klumpen, trockene Stücke, Wässrigkeit) oder, noch besser, keine Duftveränderung wahr, sei das Produkt noch sicher. Bei einer parfümierten Wimperntusche ist Letzteres sehr schwer zu beurteilen.

Unser Tipp für Besorgte: Bewahrt eure Mascara in einer kleinen Box im Kühlschrank auf und tragt ihre Farbe mit einer zweiten, sauberen (!) und immer penibel gesäuberten Extrabürste auf.

Dein erster Blick in den Spiegel sagt: Mascara-Rock’n’Roll?

Du bist an einem Filmset.

Oder einfach nur faul.

Ausgetrocknete Wimpern, die abbrechen. Brennende Augen. Panda-Look. Dreckiges Kopfkissen. Nein: Das ist weder das Comeback von Grunge, noch ist das cool. Das ist einfach nur traurig.

 

Wer jetzt angesteckt wurde, einmal das Kleingedruckte (INCI) auf den Verpackungen der Lieblingsprodukte zu verstehen, kann dies bei codecheck.info oder über die entsprechende kostenlose Smartphone-App tun.

Leser meines Blogs Beautcalypse können hier eine Grafik mit den zu vermeidenden Inhaltsstoffen herunterladen, aufgebrochen in Allergene, Toxine, Palmölderivate und mehr.


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