auswandern_ginger

Ich bin dann mal weg: Auswandern für Deutschland-Müde

Reisende – im Sinne von Travellern, Charterbomberbesteiger nach Malle & Co. sind nicht gemeint – wissen: Die Welt ist ein erstaunlich kleiner Ort. Wo statt in der sogenannten Heimat man nämlich bleiben wollen würde (und könnte), grenzt man nach Kenntnis gewisser Faktoren recht schnell auf wenige Fluchtpunkte ein. Wie gesagt: Dafür sollte man die Welt über den Tellerrand von „Deutschlands Aussteiger“ oder wie solche TV-Formate heißen, kennen.

Die meisten kennen dieses Gefühl von: Hier möchte ich ewig statt nur drei Wochen bleiben. Allerdings ist die Urlaubs-Realität niemals deckungsgleich mit der, wenn man an einem anderen Ort der Erde, und sei er noch so postkartenschön, arbeiten und ein Auskommen haben muss.

Ich zum Beispiel träume seit vielen Jahren von einem Seniorenaussteiger-Szenario in Goa, Indien (obwohl in weiten Teilen des riesigen Subkontinents gesellschaftliche, politische sowie wirtschaftliche Missstände herrschen …). Aber müsste ich mein Geld in indischen Rupien und zu landesüblichen Gehältern verdienen, säße ich kaum in einem gepflegten Haus mit 3 Schlafzimmern, Garten, Swimmingpool. Also muss ich vorher genug Geld in Deutschland auf die hohe Kante schaffen – und hoffen, dass die Preisentwicklungen in Asien später nicht mit meinem Lebensstandard kollidieren.

Da ich außer Schreiben, Reden, Ideen entwickeln nichts Gescheites gelernt habe, sind nämlich meine Möglichkeiten, im Ausland zu leben, schon durch meine Berufswahl eingeschränkt. Und nein: Ich tauge weder zur Modekorrespondentin noch zur Kriegsberichterstatterin.

Allerdings bin ich viel herumgekommen – eine späte Karriere als Reisebloggerin käme eventuell in Betracht (sobald der Nachwuchs dann selbständig auf dem Weg ins eigene Erwachsenenleben ist …). Vorerst bleibt es bei gelegentlichen Stippvisiten in anderer Herren Länder – und aus denen präsentiere ich gern meine ganz persönliche Top 5 für alle, die es in Deutschland nicht oder bald nicht mehr wirklich hält.

Aus diesem Programm heraus fallen Länder, in denen diktatorische Verhältnisse herrschen (Türkei), wo Menschen gefoltert werden, Homosexuelle grundsätzlich verfolgt sind (auf dieser Karte erfahrt ihr dazu mehr), in denen Frau oder Mann sich nicht frei genug bewegen kann (Nordafrika, Afghanistan etc.).

Für erklärte Europäer

Ja, Skandinavien wäre eine Option, allerdings sind die Länder für meinen Geschmack zu kalt, teilweise auch zu nationalistisch (die Braunen haben in Dänemark sehr viele Freunde, leider). Dennoch bleibt Schweden eines der beliebtesten Immigrationsziele für Deutsch.

Exzentrikern mit keiner Angst vor nassen Füßen könnte ich noch Brighton und Hove im Süden Englands andienen: herrlich viele Green Stores und Bio-Restaurants, eine tolle Küste, entspannte Leute, viel Yoga und Osteopathie. Und Sir McCartney hat dort auch ein Haus (sowie viele, viele weitere (Alt)-Stars außer ihm).

Meine Favoriten in Europa liegen temperaturbedingt weiter südlich – Jobs dort solltet ihr euch allerdings von Deutschland aus sichern, denn in Ländern wie Spanien, Portugal oder Italien bleibt die Arbeitslosenquote anhaltend im kritischen Bereich. Griechenland markiert wirtschaftlich weiterhin das traurige Schlusslicht. Hier sichert nur entweder mitgebrachtes Geld (Generation Erbschaft) oder eine europäische Job-Vermittlung die Existenzgrundlage. Oder viel Glück und Karrieregeschick, so etwas soll es ja auch geben.

Angenehmes Kontinentalklima und gewohnte Jahreszeiten-Landschaften bietet natürlich Österreich (für meinen politischen Geschmack ebenfalls zu „völkisch“ aufgestellt), die Schweiz ist mir ein bisschen ZU ordentlich, hat Fremde nicht so großartig lieb, und außerdem gefällt mir das Blutgeld der weltweiten Diktatoren, Steuerflüchtlinge und anderer Gierlappen  irgendwie nicht, das auf den Schweizer Konten herumliegt und den relativen Reichtum dieser Alpennation unterfüttert.

Berufliche Freiheiten und Möglichkeiten haben Deutsche Staatsangehörige übrigens im gesamten EU-Wirtschaftsraum, die EURES informiert über alle wesentlichen Details der Arbeitsrechtssituation.

Für alle mit Fernweh

Europa ist langweilig, alles viel zu geregelt, same same trotz kultureller Eigenheiten, und überhaupt: zu wenig Abenteuer fürs ganze Leben? Dann checkt die beliebten Auswandererländer aus.

Kanada (die Westseite ist klimatisch freundlicher, Kälte-Freaks können natürlich überall dort ihre Wurzeln neu schlagen) hat für Sprachbegabte gleich 2 Landessprachen, bietet Ski-Freaks und Naturverbundenen großartige Landschaften, hat Flair (Montreal, Quebec allgemein), eine gute Wirtschaftslage (Toronto am Ontariosee) und eine sehr tolerante Multikulti-Gesellschaft. Kein Wunder, dass angesichts der Trump-isierung der USA viele US-Amerikaner bereits den Umzug ins Nachbarland erwägen. Dieser Ausweg Richtung Norden war zuletzt ähnlich attraktiv, als im Vietnamkrieg junge Amerikaner in Scharen vor der Zwangsverpflichtung zum Kanonenfutter flüchteten. Schlechte Idee allerdings für alle (wie mich), die es sonnigwarm brauchen: Hier liegt monatelang Schnee!

Auch Australien gehörte lange Zeit zu den beliebten Ländern, wenn es um eine neue Heimat in der Fern ging. Längst spielt auch Neuseeland in derselben Attraktivitäts-Liga. In beiden Ländern haben gut ausgebildete Arbeitskräfte unter 50 Jahren mit guten Englischkenntnissen sehr gute Chancen auf eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung oder sogar eine 2. Staatsbürgerschaft.

Abenteuer kommt zumindest in Australien nicht zu kurz, hier leben wahrscheinlich die meisten giftigen Kreaturen pro Quadratmeter. Australien hat aktuell eine relativ ausländerfeindliche Haltung – ich persönlich würde da (das in Sachen Lebenshaltungskosten recht teure) Neuseeland vorziehen, wenngleich dem Inselstaat die tollen Surfer-Küstenstreifen und Tauchgebiete (Great Barrier Reef) des Nachbarn Down Under fehlen.

Alle drei Länder sind schon derart lange beliebt bei Deutschen, dass eine Vielzahl von Internetseiten euch alle wichtigen Daten und Fakten, Fragen und Antworten liefern. Auch die Visums-Vielfalt unterscheidet diese klassischen Einwanderländer von diveresen Ländern, in denen neue Menschen aus anderen Ländern weniger häufig um Aufnahme nachfragen.

Senioren und überhaupt ältere Menschen zieht es gern in die Wärme. Das Urlauberparadies Thailand hat sich zum Beispiel in den vergangenen Jahren regelrecht auf ältere Immigranten (auch mit Pflegebedarf) spezialisiert: In Zusammenarbeit mit europäischen Unternehmen sind eine Reihe von Einrichtungen entstanden, in denen ältere Menschen hervorragend betreut werden können – da die Personalkosten niedriger sind als in Europa, kommen auf jeden zu betreuenden Senior mehr Betreuer als in Deutschland. Auch hat die Regierung ein spezielles Langzeitvisum für Menschen mit ausreichend Einkommen (etwa 1500 € im Monat) geschaffen – so geht der Wechsel reibungsloser als in vielen Nachbarländern; Indien überlegt aktuell wohl noch, wie so ein Visum aussehen könnte.

Im Moment liegt auch Sri Lanka relativ weit oben auf der Neue-Heimat-Attraktivitätsliste, allerdings sind die Viusmbedingungen eher dagegen, sofort alle zelte hier abzubrechen. Es dauert Jahre, bis man ein Vidum länger als 5 Jahre beantragen kann (in Sri Lanka direkt). Das bedeutet, dieses politisch weiterhin etwas instabilere Land ist nur etwas für echte Abenteurer.

Ecuador dagegen liegt im Ranking inzwischen sehr hoch, allerdings sollte man definitiv einen Sprachkurs absolviert haben. Oder besser 2. Denn mit Englisch kommt ihr dort – anders als in vielen Ländern – nur mäßig weit. Auch Geld für vielerlei Bestechungen solltet ihr ausreichend haben – das ist hier nicht anders als in anderen mittel- und lateinamerikanischen Ländern. Jobs sind hier am besten auch gleich selber mitzubringen respektive ihr habt eine gute Idee und Kapital für eine Selbständigkeit.

Die Ecuadorianer sind wahnsinnig freundlich, das Land ist nicht zu teuer, ihr bekommt Küste. fruchtbare Landschaften, Berge / Vulkane, und die Nachbarländer sind nie weit, um sich ab und an etwas Abwechslung zu verschaffen.

Ähnliches lässt sich auch über Uruguay sagen, das allerdings in den letzten 2 Jahren deutlich teurer in puncto Lebenshaltungskosten wurde.

Und schließlich empfehle ich noch Südkorea. Dort schätzt man deutsche Tugenden (Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Fleiß, Bildung, Ehrgeiz), und gerade technisch orientierte Berufe boomen. Ideal ist hier eine Expat-Aufenthaltslänge, die viele, die so über einen Firmen-Arbeitsvertrag ins Land gekommen sind, danach offenbar gern ausweiten zu etwas Längerfristigem.

So, das wäre mein persönlicher Exkurs ins Thema – das natürlich nicht jedermanns geschmack und Vorieben widerspiegelt. Versteht es als Anstoss! Das Leben ist zu kurz, um es immer an einem Ort zu verbringen. Und ein zweites kann euch keine Religion der Welt garantieren 😉 Macht also in diesem das beste & Bunteste daraus!

Und hier findet ihr viele, viele Informationen mehr zum Thema Auswandern, ein Ranking der 12 beliebtesten Auswandererländer – und auch einen Test, welches Land am besten zu euch passen würde.

Meines ist übrigens – oh Wunder – Indien …


Eure Meinung? Ich freue mich über Kommentare

Mehr von diesem Autor

Möchtest Du uns lieben …

… und ehren, in guten wie in besseren Tagen?

Sag Ja zum Ginger Newsletter!

(natürlich geben wir deine Daten niemals an Dritte weiter)
Diese Einladung bitte nicht mehr anzeigen.
0
0

Warning: Parameter 1 to W3_Plugin_TotalCache::ob_callback() expected to be a reference, value given in /homepages/33/d264859462/htdocs/gingermag.de/wp-includes/functions.php on line 3328