Headspace_Meditation

Im App-Test: Headspace – Meditation To Go

Fast die Hälfte unserer Lebenszeit beschäftigen wir uns mit ziellos umherstreifenden Gedanken. Mich erschreckt diese Vorstellung.

Denn ich stelle beunruhigt fest, dass ich dem nur zustimmen kann. Jobprobleme, Beziehungen, Geldsorgen, die ungewisse Zukunft oder was ich nachher kochen soll: Sowohl beim Yoga als auch bei der Meditation kämpfe ich mit unnötiger Gedanken-Plapperei.

In den meisten Fällen kann ich sie einfach nicht stoppen, und mein Kopf rebelliert fast jedes Mal, wenn ich auf dem Boden sitze und mich ins Nichts versenken soll. Ohnehin ist es angesichts des Dauerrauschens auf allen Medien-Kanälen, den Blick ständig auf dem Smartphone, schwierig geworden, dem Gehirn eine dringend nötige Pause zu geben. Wir wissen, wie wichtig unser Geist für Produktivität und Kreativität ist. Dennoch vernachlässigen wir ihn und leben so gut wie nie den Augenblick.

Headspace: Eine App für das salonfähige Meditieren

Für mich gab es zum Glück eine Offenbarung in Form von Headspace, einer sehr modernen Meditations-App für das Smartphone. Ich will nicht behaupten, dass ich darüber zum Vollmeditationsprofi geworden bin. Aber immerhin hat mir Headspace einen ganz neuen Zugang zu dem Thema ermöglicht.

Andy Puddicombe, der Headspace-Erfinder und zugleich die englische Sprechstimme, nimmt einen völlig schnörkellos, ohne Räucherstäbchen und Meditations-Klingklangklong an die Hand und führt durch die Meditation. Er spricht mögliche Hindernisse offen an und zeigt, wie man die Blockaden bei der Meditation überwinden kann. Denn oft haben wir viel zu hohe Erwartungen an das, was während der Meditation eigentlich passieren soll. Also verkrampfen wir uns total, um schließlich enttäuscht aufzugeben.

Dabei wird, anders als die meisten Menschen denken, in der Meditation gar nicht erwartet, dass wir unsere Gedankenwelt komplett auf Null herunterfahren. Vielmehr geht es darum, den brabbelnden Affenzoo im Kopf entspannt und mit freundlicher Distanz zu beobachten. Andy vermittelt dabei immer das Gefühl, dass alles in Ordnung ist. Egal, ob nach der zwanzigsten Session mal wieder der Gedankenwirrwarr Überhand nimmt, oder nicht. Er spricht mit einer klaren, festen, sehr angenehmen Stimme, kleine Video zeigen dazu mit schlichten Comic-Animationen, wie unser Gehirn funktioniert und wie wir damit am Besten umgehen können.

Alle bisherigen Meditations-Apps haben mich eher abgeschreckt, ob wegen der einschläfernden Stimmchen oder wegen der esoterischen Hintergrundmusik. Am meisten hat mich jedoch enttäuscht, dass man in aller Regel mit der Meditation allein gelassen wird. Dass niemand erklärt, was man eigentlich machen soll. Headspace ist da völlig anders – und daher eine Meditationsanleitung, die gerade für nicht-spirituelle Menschen und Anfänger sehr geeignet ist.

Andy Puddicombe ist ehemaliger Mönch, also ein spirituell veranlagter Mensch. Dennoch passt seine App absolut an zu den Bedürfnissen seiner Zielgruppe „moderner Menschen“. Er möchte uns mit Headspace beibringen, den gegenwärtigen Moment zu leben und zu schätzen. Das sei schon mit zehn Minuten pro Tag zu erreichen, sagt er. Wen das nicht zum Weitermachen anregt – ja, der will wahrscheinlich gar nicht meditieren

Headspace ist im AppStore für Android und iPhone erhältlich. „Take 10″ sind zehn kostenlose Sessions zum Warmwerden und ausprobieren, danach ist für 6 EUR pro Monat ein Abo nötig. Mehr Informationen unter www.headspace.com


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