Baby_Jogger

Ginger joggt – mit Baby im Speed-Thron

Kinder sind toll, ganz klar. Wir lieben sie wie verrückt und wollen 24/7 für sie da sein. Manchmal wird es darüber ganz schön kompliziert, gleichzeitig auch sich und dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun.

Wer vor dem Kind gerne Laufen ging, schlüpft als Mutti oder Vati nicht mehr einfach in die Laufschuhe und joggt drauflos. Das funktioniert nur gut organisiert, also wenn sich der Partner, die Freundin, die Oma für ein halbes Stündchen um die Knirpse kümmert. Also lassen es die meisten eher bleiben.

Halt, stopp, das muss nicht sein. Warum nicht den täglichen Frischluft-Spaziergang mit dem Kurzen mit einer Laufrunde? Weil das mit herkömmlichen Kinderwagen schwer fällt und ein Baby-Bündel auf dem Läufer-Rücken nur eine mäßig probate Idee ist, haben mein Neffe und ich den Solstice Jogger von Burley auf Herz und Nieren getestet.

Der Aufbau

Ins Haus kommt der Jogger in einem sehr kompakten Paket. Hier lauert die erste kleine Sporteinheit, nämlich: den Jogger aus dem Paket zu fischen. Selbst ist die Frau, und nach zwei Minuten hatte ich das Ding schon aus seinem Karton befreit.

Der Aufbau der Lauf-Karre ist supereinfach. Die drei Räder sind binnen weniger Minuten an den vorgesehenen Stellen montiert. Besonderes Equipment braucht ihr dafür nicht. Auch das Entfalten des Wagen stellt für Normalsterbliche kein Problem dar. Nur die Reifen müsst ihr noch aufpumpen, dann ist er auch schon einsatzbereit.

Erste Annäherungsversuche

Die Handhabung des Joggers ist im Prinzip selbsterklärend. Alles, was sich irgendwie verstellen lässt, sprich: alle Hebel, die zu betätigen wären, sind gelb. Der Lenker ist im Handumdrehen höher oder tiefer geschoben. Das Vorderrad mit einem kleinen Dreh fest respektive auf Trekkingbetrieb gestellt. Ein Knopfdruck, und ihr klappt den Wagen einwandfrei zusammen und genauso einfach wieder auseinander.

Der Korb unter dem Sitz ist angenehm geräumig, und sämtliche Taschen, die Mama und Papa beim Laufen brauchen könnten, lassen sich gut dort verstauen. Genau genommen ist es der vielleicht größte Korb, den ich je an einem Kinderwagen gesehen habe.

Burley_Solstice_Green

Der Sitz sieht ebenfalls sehr bequem aus. Ich konnte meinen kleinen Tester leider nicht interviewen, ob es sich genauso anfühlt. Sprechen kann er nämlich noch nicht. Aber zumindest saß er höchst vergnügt darin. (Das kleine Sitzpolster kann man auf Wunsch auch herausnehmen.) Die Gurte waren problemlos angepasst. Nur sitzen sollte der kleine Passagier schon gut können (beachtet die Sicherheits-Tipps weiter unten!). Hinlegen könnt ihr ihn im Burley-Jogger nämlich nicht.

Leicht bedauerlich fanden wir nur, dass zum Lieferumfang des Joggers kein Windschutz für die Füße gehört. Das müsste man gesondert dazu kaufen, wäre aber an kälteren Tagen auf jeden Fall eine gute Idee.

Unser erster Laufversuch

Anfangs empfand ich es als leicht gewöhnungsbedürftig, „rennend“ einen Wagen vor mir her zu schieben. Was beim Walken kein Problem darstellt, wurde beim engagierten Joggen etwas schwieriger. Ja, der Wagen rollt fast wie von selbst und benötigt kaum einen Stoß, um flüssig vorneweg zu rollen. Das macht das Laufen sehr angenehm.

Leider rollt der Jogger deshalb aber auch schnell davon, besonders wenn es leicht bergab geht. Zur Vermeidung tragischer Entwicklungen hat man bei Burley zum Glück an eine Präventiv-Maßnahme gedacht: Am Lenker findet ihr eine kleine Schlaufe für die Hand. Ein bisschen das Surfboard-Prinzip, nur fürs Handgelenk. Diese simple Wegroll-Sperre verhindert, dass der Jogger in einem unaufmerksamen Moment eine eigene Reise antritt.

Beim Joggen empfiehlt es sich übrigens, das Vorderrad festzustellen, da der Wagen sonst gern nach links und rechts „ausschlägt“. Beim Walken kann diese Trekkingfunktion des vorderen Reifens aber ganz angenehm sein, da ihr so einfacher um die Kurven kommt. Sucht euch fürs Joggen also lieber eine gerade Strecke ohne viele Kurven.

Unebene Routen sind aber auch kein Problem. Der Jogger hat eine super Dämpfung, die kleine Löcher, Kanten oder andere Unebenheiten im Untergrund locker abfängt. Das Kind rollt stets wie auf einem Speed-Thron dahin.

Um dem Nachwuchs die Zeit im Wagen weiter zu versüßen, könnte man noch einen Getränkehalter und eine Snackschale am Sitz montieren. Schließlich brauchen beim schweißtreibenden Mutti-Workout auch die Kleinen eine Stärkung.

Mein Test-Bubi war  zwar noch etwas jung für derartiges Tuning-Schnickschnack. Ich kann mir aber vorstellen, dass er es in ein paar Wochen sehr begrüßen würde. Getränkehalter und Snackschale sind natürlich jenseits der Serienausstattung und müssten zusätzlich erworben werden.

Mein Fazit:

Ich finde den Jogger klasse, um auch mit Kind und wenig Zeit aktiv zu bleiben. Er lässt sich einfach und sicher fahren, das Kind hat es stets bequem. Aufbau, Zusammen- und Auseinanderfalten geht derart schnell, dass ein Boxenstopp-Team neidisch werden könnte, und sogar ohne jede Art von Werkzeug zu benötigen.

Mein Neffe und ich hatten eine tolle Zeit mit dem Burley-Jogger und werden ihn, wenn die Sonne jetzt endlich wieder Hallo sagt, noch intensiver nutzen.

Der Burley Solstice Jogger kostet 499 € (.

Die Burley-Checkliste für eine sichere Jogger-Tour:

  • Das Kind muss selbstständig aufrecht sitzen können und über eine ausreichend starke Nackenmuskulatur verfügen, um seinen Kopf stabil zu halten. Dies ist frühestens mit 6 bis 8 Monaten der Fall. Im Zweifel fragt ihr im Vorfeld euren Kinderarzt.
  • Das Kind muss jederzeit mit dem Gurt gesichert sein.
  • Legt während des Joggens immer die am Schiebebügel befestigte Gurtschlaufe um das Handgelenk. Somit können schiebende Person und Wagen nicht plötzlich voneinander getrennt werden.
  • Für eine entspannte Fahrt ist eine komfortable Sitzposition des Kindes wichtig. Beim Schlafen ist die Lehne daher am besten zurückgelegt.
  • Das Joggen mit Kind erfordert einen stabil und ruhig laufenden Wagen. Die beste Option hierfür ist eine Version mit 3 Rädern. Bei Modellen mit beweglichem Vorderrad und Option zum Fixieren, wird zum Joggen möglichst die feste Einstellung gewählt. Dies erhöht Stabilität und Kontrolle. Wenn der Wagen nicht ganz gerade rollt, könnt ihr die Spur meist mit wenigen Handgriffen anpassen.
  • Für ein angenehmes Laufen ist die Höhe des Schiebebügels entscheidend. Achtet schon beim Kauf darauf, dass der Bügel flexibel und für alle potentiellen Nutzer passend eingestellt werden kann.
  • Das Kind muss sich wohlfühlen. Daher ist es gut, für unterschiedliche Wetterbedingungen gewappnet zu sein. Nutzt bei kalten Temperaturen statt einer Decke lieber einen Fußsack. Der kann weder verrutschen noch wegwehen. Bei Sonnenschein UV-Schutz und Sonnenhut / Mütze nicht vergessen!
  • Ein Regenschutz sollte immer an Bord sein, er schützt sowohl vor Nässe als auch vor (Fahrt-)Wind.
  • Es schadet nicht, ein paar Lieblingsspielsachen als zusätzliche Unterhaltung zum Ausflugs-Szenario mitzunehmen.
  • Nehmt für euch und für den Nachwuchs ausreichend zu Trinken sowie einen kleinen Snack mit.

  1. Manuela Ziegler

    Hallo. Ich suche einen Buggy zum wandern: also Berge, Feld- und Waldwege. Wäre dieser Kinderwagen auch dafür geeignet oder ist er wirklich nur zum Joggen toll? Liebe Grüße. Manu.

    • Alke von Kruszynski

      Liebe Manu, wie gut der Jogger offroad funktioniert, erfährst DU am besten immer direkt auf Nachfrage. Es kommt ja auch auf Deine Trails und Deinen Anspruch an – sowie auf Alter und Größe des Kindes. Es gibt auf jeden Fall ein spezielles Wander-Set von Burley, soviel kann ich sagen. Viel mehr Infos bekommst Du dazu auf deren Facebook-Seite auf https://www.facebook.com/BurleyTrailers … Bei dem Preis solltest Du Dir schon sicher sein, dass Du das richtige kaufst. Viel Erfolg und happy outdoors!!

  2. Franziska Schüßler

    Den würde ich auch gerne testen :) kann mir kein jogger leisten und gehe aktuell mit kinderwagen laufen

    Frühlingswetter wir kommen! !!

  3. Samira

    Wow, das hört sich wirklich toll an… Ich suche gerade einen guten Jogger und das hört sich definitiv verdammt gut an 😀
    Damit wäre das Training für den 10km Lauf im Juli gesichert… Hmm.

    Liebe Grüße
    Samira


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