Ringelblumen_Ernte_Pukka

5 Kräuterwickel für sanfte Heilung @ Home

Machen wir es doch wie die Wollaffen. Die kauen bei Stress Kamilleblüten, mampfen Fenchel, sobald der Bauch drückt, und bei „Weiberproblemen“ ist Schafgarbe die erste Wahl unter Primaten. Heilende Kräuter sind Tieren gut bekannt, manche Spezies gibt ihr Wissen sogar genetisch weiter.

Andere erschnüffeln das jeweils benötigte Heilkraut oder -holz instinktiv und geben das einmal Gelernte an ihre Familien weiter. Dieses Selbstheil-Verhalten ist im Tierreich keine Seltenheit.

Wir Menschen mit unserer Jahrzehnte alten Pharma-Hörigkeit sind zwar etwas aus der Übung, was den intuitiven Umgang mit heilenden Pflanzen betrifft. Aber so lernfähig wie Affenjunge sollten wir allemal sein.

Auch wir nutzen Heilkräuter weitgehend oral, also durch Einnahme. Ob als Tee, Smoothie, Kräuter und Würze im Essen oder in Form von Tabletten. Dabei funktionieren viele Behandlungen auch sehr gut über die Haut: als Wickel.

Diese Technik ist zu Unrecht etwas in Vergessenheit geraten. Denn sie ist äußerst effektiv, kostet wenig und hat, anders als manche Chemiekonzern-Produkte, kaum unerwünschte Nebenwirkungen; und kritische Inhaltsstoffe ebenfalls nicht 😉

Mörser_Wickel

Kräuterwickel – wie funktioniert das?

Die Zubereitung eines Kräuterwickels ist simpel; die Inhaltsstoffe dafür können sogar getrocknet sein und aus dem Kräuterregal stammen – obwohl frisch geerntete natürlich intensivere Wirkstoffe haben.

Knapp gesagt ist ein Wickel eine Methode, um Kräuter und andere Pflanzen oder Pflanzenbestandteile zu Heilzwecken direkt auf die Haut zu bringen. Unser größtes Organ ist nämlich durchlässig und transportiert die Wirkstoffe des Wickels sanft in den Blutkreislauf.

Für einen Wickel braucht ihr …

  • … eine Handvoll Heilkräuter oder-pflanzen(bestandteile)
  • … einen Mörser oder Blender
  • … Mullbinden oder anderes abdeckendes Verbandsmaterial sowie etwas Pflaster zum Befestigen
  • … etwas Frischhaltefolie (nach Wahl)

Für die Zubereitung mahlt ihr eure gewünschten Zutaten zu einer Paste, die ihr bis zu 2, 3 Zentimeter dick auf die Haut streicht. Darüber wickelt ihr zum Fixieren eine breite Mullbinde oder ein Musselin-Gewebe.

Solltet ihr euch im Wald, zum Beispiel beim Pilzeschneiden, schneiden und zufällig über eine passende Pflanze stolpern, könnt ihr deren Blätter einfach direkt auf den Schnitt legen und ein Pflaster drüberkleben. Das wäre dann so etwas wie ein Mikro-Wickel.

Die beste Zeit für einen Wickel ist der Abend. Dann heilt der Körper in aller Ruhe, und am Tag stört der Wickel eventuell mehr, als es eine Salbe tun würde. Ja, die Zubereitung ist etwas aufwändiger als Tube aufdrehen, Creme verteilen, Tube zudrehen. Aber dafür natürlich und effizient.

Dieser intensive Wickel-Kontakt mit der Haut kann jedoch deutlich mehr Wirkung haben als jede Salbe, in der die gewünschten Wirkstoffe weder frisch noch in derselben hohen Konzentration vorhanden sind. Außerdem sind keine Wirkstoffe „im Paket“, denen man vielleicht gar aussetzen möchte (von Pflanzen, auf die Allergiker unter euch reagieren, einmal abgesehen).Pukka_love

Ihr könnt die Wirkung übrigens durch passende Tees zusätzlich unterstützen: Während ihr äußerlich zum Beispiel einen Löwenzahn-Wickel gegen Gelenkschmerzen oder Hautprobleme auflegt, schenkt ihr euch einen ayurvedischen Pukka-Tee der Variante „Klar“ mit Löwenzahnwurzel, Fenchel und Brennnessel ein. Oder die Sorte „Love“: Hier stecken Ringelblume und Kamille drin – unter anderem. Doppelt hält manchmal einfach besser.

Die Wickel-Zubereitung mit frischen Zutaten

  1. Häckselt die gewünschten Kräuter in passender Menge (je nach zu behandelnder Fläche) auf einem Holzbrett klein.
  2. Zerstoßt alles in einem Mörser zu einer Paste, also bis die Kräuter ihren Saft abgeben.
  3. Verteilt die Paste gleichmäßig über die zu behandelnde Fläche.
  4. Deckt das Ganze mit einer Mull- oder Gazebinde zum Fixieren ab.
  5. Wer mag, wickelt etwas Frischhaltefolie zusätzlich darum, um Flecken zu vermeiden.
  6. Lasst den Wickel idealer Weise mehrere Nachtstunden über wirken.
  7. Wascht die Stelle danach nicht, sondern lasst sie an der Luft trocknen.

Unsere Top 5 der Kräuterwickel und ihre vielseitigen Anwendungszwecke.

Spitzwegerich-Blätter

Als Wickel kommen die Blätter bei Wunden, Hämatomen, Insektenstichen zum Einsatz. Ein Spitzwegerich-Wickel lindert den Blutfluss bei kleinen Verletzungen und unterstützt die Gewebeheilung. Außerdem ist das Kraut entwässernd und schleimlösend, also bei Husten und Atemwegsverstopfungen eine gute Idee,

Spitzwegerich ist sehr essbar und enthält viel Kalzium sowie die Vitamine A, C und K.

Blätter und Stiele der Sternmiere

Sternmiere kann Zellen „aufbrechen“, weshalb die Pflanze unter Diät-Willigen als Fettverbrenner gilt. Aber ihre Blätter ist auch wirksam gegen Bakterieninfektionen, inklusive Augenentzündungen! Hier könnt ihr die Kräuterpaste direkt auflegen, abdecken – und entsorgen, sobald der Wickel warm wird. Weitere Anwendungen sind Ekzeme, Fieber oder Wundheilung.

Als Tee soll sie Zysten (an den Eileitern) und sogar Tumorzellen „aufbrechen“ können, ohne hier allerdings medizinische Aussagen treffen zu wollen. Kranke stärkt sie in der rekonvaleszenz-Phase mit ihren vielen Inhaltsstoffen: Chlorophyll, Kalzium, Magnesium, Zink Eisen, Folsäure … sowie den Vitaminen C, A und B in vielen Variationen. Schmeckt und passt also auch in jedem Kräutersalat!

Ringelblumen-Blütenblätter

Als Wickel werdet ihr diese Power Plant bei schlecht heilenden Wunden, Hautproblemen, Krämpfen, Krampfadern und Verdauungsbeschwerden lieben, sie alle gelten als probate Einsatzgebiete für diese Wunder-Pflanze. Sie wirkt antibakteriell und entzündungshemmend, abschwellend und adstringieren sowie gegen Pilze.

Als Tee: Braut ihn euch bei Kopfschmerzen und „Frauenleiden“, und besser schlafen könnt ihr danach auch.

Löwenzahn-Blätter

Im Salat hat sich dieses angebliche „Unkraut“ längst wieder ihren berechtigten Platz erobert. sie hat entwässernde Wirkung und ist beliebt, weil ihre Bitterstoffe günstig für die Verdauung sind sowie Leber und Galle unterstützen.

Rheuma, Gicht und chronische Hautentzündungen wären geeignete Ziele für einen Wickel aus Löwenzahnblättern. Ihr könnt ihn aber auch effizient auf Hühneraugen legen.

Große Klette (die Wurzeln)

Sportler (und Mütter) sollten sich einen Vorrat dieser überall wachsenden Pflanze sichern, denn bei Zerrungen werden Klettenwickel als sehr hilfreich eingestuft. Bei Ausschlägen, Furunkeln, Verbrennungen, Geschwüren und Schnittwunden sind sie eine gute Wahl.

Essbar: In Wildkräuter-Salaten verwendet, reinigen die jungen Wurzeln sowie die Blätter das Blut, und nach einer Antibiotika-Gabe baut die Kletten-Wurzel als Tee-Aufguss die Bakterienkultur im Darm wieder auf.

Einige Möglichkeiten für den (Kräuter-)Wickel-Großeinsatz

(Ja, es gibt noch deutlich mehr Wickel-Varianten, etwa der abendliche Leberwickel zum Detoxen light, kalte und warme Kompressen, erwärmte Kräutersäckchen, Wickel mit Nahrungsmitteln wie Kartoffeln oder Quark …):

Erste Hilfe bei leichteren Verbrennungen, Rissen, Schnittwunden oder Sprießen, Hämatomen sowie Muskelzerrungen

Chronische Probleme, etwa Rückenschmerzen und Hautprobleme

Atemwegs-Erkrankungen: Hier helfen unter anderem (Zitronen-)Wickel auf der Brust

Gelenkschmerzen und -verletzungen sowie Arthritis

Immunsystem-Probleme wie Gürtelrose oder Herpes

Das Monkey World im englischen Dorset hat für seine Affen einen eigenen Garten angelegt. Lemuren, Schimpansen und Orang Utans finden dort bekannte und ihnen unbekannte Kräuter – mit denen sie offenbar durch Ausschlussversuche ihre Wehwehchen kurieren.

Wie schon in den frühen Tagen der Ethobotaniker, die erkrankten Tieren folgten und aus deren ungewöhnlichem Ernährungs-Verhalten Erkenntnisse über Heilkräuter sammelten, beobachtet auch die Leitung des Affenzentrums die Tiere: Welche Pflanzenarten scheinen die mit der besten therapeutischen Wirkung zu sein? „Wir tauschen dann verschiedene Kräuter durch. Vieles von dem, was wir gepflanzt haben, würden die Tiere normalerweise nicht essen wollen.“

Wie beobachtet, nutzen die Primaten bei Kreislaufproblemen Hagedorn, zur Beruhigung Passionsblume und Zitronenmelisse, gegen Durchfall Blutwurz und Heidelbeere, und natürliche Antibiotika finden sie in Brunnenkresse und Berberitze. So lange die Affen also dieses Wissen nicht verlernen, besteht auch für uns Amateur-Kräuterhexen Hoffnung 😉

Diese Webseite gibt euch viele weitere Anregungen für Kompressen, Kräutersäckchen sowie kalte und warme Wickel. Auch über mehr Anwendungsgebiete der Kräutermedizin findet ihr Informationen.

Und die leckeren und wohltuenden Tees von Pukka bekommt ihr in vielen Reformhäusern und Bioläden sowie natürlich online!

 


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