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Pille am Pranger: Seit wann sind Hormone ein Lifestyle-Produkt? - Ginger
Anti_Baby_Pille

Pille am Pranger: Seit wann sind Hormone ein Lifestyle-Produkt?

Wir waren 15 Jahre alt, als die Zeit des „nur Rumknutschen“ für uns vorbei sein sollte. Also sind meine beste Freundin und ich zum Frauenarzt gegangen und haben uns die Pille verschreiben lassen. Aus Sicht der Frauenärztin schien das Hormonpräparat die für uns beste Wahl zu sein. Ein kurzer Check, ein paar Angaben im Gesundheits-Formular, und schon konnten wir jeden Abend sehr erwachsen sagen: „Ach, ich muss noch meine Pille nehmen.“

Die nächsten 14 Jahre waren einfach für mich. Ich hatte nie Beschwerden, einen regelmäßigen „Zyklus“, den ich sogar steuern konnte, wenn es mal nicht gepasst hat. Mir konnte nichts passieren.

Nach einigen verstörenden Geschichten aus meinem Freundinnenkreis plus ein paar Stunden Recherche habe ich mich dann entschieden, die Pille abzusetzen. Jetzt ist leider nichts mehr regelmäßig und vorhersehbar. Kein Wunder. Mein Körper erhielt schließlich 14 Jahre lang die körperchemische Information, schwanger zu sein.

Die Wirkungsweise der Pille ist die Simulation einer Schwangerschaft, damit der Körper einen Eisprung unterdrückt, was während einer Schwangerschaft ja nicht nötig ist. Pausiert man mit der Pille, leitet der Körper den Prozess einer Fehlgeburt ein: Ihm wird signalisiert, er solle die Gebärmutterschleimhaut abstoßen. Die darauf folgende Blutung ist demnach keine natürliche Menstruation, sondern eine sogenannte Abbruchblutung.

Heute frage ich mich wie viele Frauen: Kann das gesund sein? Sicherlich nicht. Hat mich das damals interessiert? Nein. Interessiert es die Mädchen heute? Mindestens ebenso wenig.

Das sollte es aber, denn die Pille sorgt für deutlich mehr Nebenwirkungen als die lange körperliche Regenerationsphase, sobald man sie nicht mehr nimmt.

Die Autorin Katrin Wegner hat sich mit diesem Thema intensiv auseinander gesetzt und ihre Ergebnisse in einem Buch zusammengefasst: Die Pille und ich. Vom Symbol der sexuellen Befreiung zur Lifestyle-Droge.

Was nach harter These klingt, scheint Besorgnis erregende Realität zu sein: Nahm ich die Pille noch, um zu verhüten, nehmen viele 14-Jährige sie heute, um schönere Haut, einen großen Busen oder weniger Hüftspeck zu haben. Verhütung spielt nur noch eine Nebenrolle.

Über negative Nebenwirkungen wird dabei eher nicht nachgedacht; da sind sich diverse Generationen von Pillen-Frauen übrigens ähnlich. Genau an dieser Stelle möchte Katrin Wegner aufklären: Heute verkauft die Pharmaindustrie die Pille als eine Art Lifestyle- oder Beautyprodukt, präsentiert in kleinen Schminktäschchen oder garniert mit niedlichen Schlüsselanhängern als Beigabe.

Die Pillen der jüngsten Generation werben sogar bewusst mit folgenden Wirkungen, obwohl gerade bei diesen Präparaten etwa das Thromboserisiko im Vergleich zu herkömmlichen Pillen deutlich erhöht ist:

Katrin Wegner plädiert dafür, diese Ziele nicht zum Grund für die frühe und regelmäßige Einnahme eines Hormonpräparats zu machen. Wenn es denn schon die Pille sein soll, dann doch bitte als Verhütungsmittel.

Darüber hinaus hinterfragt die Autorin aber auch die Leichtfertigkeit, mit der junge Mädchen, Mediziner und selbstverständlich die Pharmaindustrie diese Medikamente einsetzen. Denn die Pille bleibt ein Medikament, das neben gewissen Vorteilen auch Nebenwirkungen hat.

In letzter Zeit wird in den Medien besonders das erhöhte Thromboserisiko durch die Einnahme einiger Anti-Baby-Pillen diskutiert; in gerichtlichen Verfahren kam es bereits zu Vergleichs-Zahlungen in Milliardenhöhe. Hersteller stehen in der Kritik, Frauenärzte wegen mangelnder Aufklärung nicht minder. Denn Thrombosen können töten.

Sicher: Thrombosefälle sind im Vergleich zur Anzahl der Verwenderinnen sehr selten. Dennoch belegen solche rechtlichen Auseinandersetzungen die Gefahr eines Medikaments, das Millionen Frauen und Mädchen täglich unbekümmert schlucken. Dazu hält die ARD noch bis November 2016 eine sehenswerte Dokumentation mit dem Tiel „Todkrank durch die Pille“ in ihrer Mediathek bereit.

Auch aus meiner Sicht ist ein schärferes Bewusstsein im Umgang mit der Pille nötig. Natürlich steht die Pharmaindustrie hinter jedem ihrer Produkte, die Pille eingeschlossen, und nennt sie aus Umsatzinteressen sicher. Was bekannter Weise oft nicht der Realität entspricht. Aber liebe Eltern, Ärzte, Verbraucherschützer – wollt ihr wirklich dafür einstehen, Hormonpräparate als Lifestyleprodukt an Teens zu erlauben?

Die Strategie der Hersteller scheint derweil aufzugehen; die Verantwortung delegiert sie dabei an jene mit den wenigsten Informationen: Die junge Patientinnen vertrauen ihren Ärzten – die wiederum gern voraussetzen, man habe sich die Einnahme im Vorfeld schon gut überlegt. Nur, auf Grund welcher Faktenlage soll diese Entscheidung bitte fallen?

Auf kritische Aufklärung können Anwenderinnen offenbar kaum zählen. Im schlimmsten Fall erzählt man ihnen gar die Unwahrheit.

Ich empfehle nach meinen Erfahrungen, dass sich jede Frau mit Blick auf ihre Gesundheit die Frage stellt: Wie möchte ich verhüten? Junge Mädchen sollten alle Konsequenzen, alle Vor- und Nachteile kennen und abwägen, mit ihren Eltern darüber sprechen und sich nicht der Illusion hingeben, die Pille schenke jeder jungen Frau schöne, Haut, kraftvolle Haare, einen großen Busen und eine perfekte Figur.

Wenn dem so wäre, sähen wir alle aus wie Gisele Bündchen.

Die Pille als Schönheitsprodukt – ein fast schon zynischer Marketing-Coup. Lest Katrin Wegners Buch, es klärt über die Missstände dieser Industrie auf, liefert Informationen zu Wirkungsweise und Nebenwirkungen der Anti-Baby-Pille und gibt einen sehr guten geschichtlichen Überblick über die Entwicklung der Pille und den Feminismus. Aus meiner Sicht eine absolute Leseempfehlung für alle Frauen, Mädchen und Mütter.

Cover_DiePilleundich

Katrin Wegner, „Die Pille und ich. Vom Symbol der sexuellen Befreiung zur Lifestyle-Droge“, 203 Seiten, Verlag C.H.Beck, ISBN-10: 3406682782

 

 

 

Wir haben einige Vor- und Nachteile aufgelistet, die ihr in eure Entscheidung einbringen solltet.

Vorteile:

  • Sichere Verhütung
  • Einfache Anwendung
  • Verbessert das Hautbild
  • Wirkt sich positiv auf hormonell bedingten Haarausfall aus
  • Senkt das Risiko an Gebärmutterkörper- oder Eierstockkrebs zu erkranken 

Nachteile:

  • Erhöht das Risiko, an Brustkrebs oder Gebärmutterhalskrebs zu erkranken
  • Es besteht ein Risiko für die sogenannte Post-Pillen-Sterilität nach längerer Einnahme
  • Steht in Verdacht, Depressionen zu fördern
  • Veränderung der Schleimhäute, dadurch Gefahr vermehrter Pilzinfektionen
  • Kann Migräne begünstigen
  • Vermindert die Libido
  • Erhöhtes Thromboserisiko
  • Kann nach längerer Einnahme eine Schädigung der Schilddrüse verursachen

Hier noch ein paar Tipps, falls ihr euch intensiver mit dem Thema beschäftigen wollt:

Diese Dokumentation von Katrin Wegner wurde 2012 auf WDR ausgestrahlt.

Auch die Bloggerwelt setzt sich zusehends mit dem Thema Pille auseinander. So schrieb Julia Korbik für This is Jane Wayne den Artikel: Immer Ärger mit den Hormonen

Und Kristin von Eat Train Love hat ihre Erfahrungsgeschichte veröffentlich.

Hier könnt ihr das Taschenbuch direkt bestellen.


  1. Romina Scalco

    Danke für den tollen Artikel! Wäre ich krankheitsbedingt nicht auf ein solches Präparat angewiesen (Endometriose), würde ich das meinem Körper auf keinen Fall antun! Eine Freundin von mir hat 10 Jahre lang die Pille genommen und sie abgesetzt, weil sie eine Familie gründen will. Seit über einem Jahr hat sie noch immer keinen Zyklus. Mir graut davor, was passiert, wenn ich auch soweit bin. Vielleicht wird es Jahre brauchen, bis ich wieder einen Zyklus habe, wenn es denn überhaupt je wieder möglich ist… :-( Also, überlegt euch das bitte gut! Und nochmals vielen Dank für den Artikel :-)

  2. Sandra

    Vielen Dank für diesen tollen Bericht.
    Ich habe über 10 Jahre die Pille genommen und seit ich sie vor 2 Jahren abgesetzt habe keine Periode mehr! Weiß nicht mehr was ich unternehmen soll….

    • Anne Ziegler

      Liebe Sandra,

      wichtig wäre zuerst, dass du alles ärztlich prüfen lässt. Vielleicht hast du das Post-Pille-Syndrom oder PCOS, das kann dein Gyn dir auf jeden Fall sagen, wenn du es untersuchen lässt. Bevor du dich aber Hormonpräparaten hingibst, probiere doch mal Akupunktur aus. Bei mir klappt das richtig gut. Ich habe nach 1,5 Jahren ohne Zyklus jetzt wieder einen. Das wirkt natürlich bei jedem anders aber einen Versuch ist es wert.

      Bei Dr. Dorothee Struck (http://www.frauengesundheit-kiel.de/) habe ich übrigens noch ein paar Bücher gefunden, die weiterhelfen könnten. Sie selbst geht darauf in Ihrem Buch ein.

      Engelsing A.-M. Frauenkräuter – Der ganzheitliche Weg zum Heilsein: Rezepte und Wissen aus der Natur, BLV Buchverlag 2015
      Engelsing A-M: Homöopathie ganz weiblich: Die sanfte Methode für umfassendes Wohlbefinden. Trias 2008
      Lemberger H, Mangiameli F: Das neue große LOGI-Kochbuch. Verlag Systemed 2014
      Madejsky M: Alchemilla: Eine ganzheitliche Kräuterheilkunde für Frauen. Goldmann 2000
      Pape D, Cavelius A, Ilies A, Schwarz R, Trunz-Carlisi E: Schlank im Schlaf – das Kochbuch. Gräfe und Unzer 2014

      Liebe Grüße,
      Anne

  3. Dr. Dorothee Struck

    Moin, Moin,
    vielen Dank für den Artikel zu diesem wichtigen Thema und vielen Dank, das Du Das Buch vorstellst, das ich für sehr gelungen und augenöffnend halte. Ich finde es immer sehr, sehr gruselig, wenn junge Mädels bei mir in der Praxis auftauchen und unbedingt die Pille wollen, auch ohne Freund, weil sie es für Beauty-Bonbons halten und manchmal nur schwer zu überzeugen sind, das Mensschmerzen auch mit Heilpflanzen gut zu kurrieren sind.
    Lieben Gruß aus Kiel – Dorothee

  4. Nadja

    Ein sehr schöner Artikel liebe Anne!

    Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen, an das Gespräch mit meiner Mutter, während sie in unserem Wohnzimmer die Wäsche bügelte. Unter Tränen habe ich gegen ihr Nein protestiert. Die Pille habe ich von der Ärztin auch ohne Einwilligung bekommen. Ich wünschte, ich hätte mit 15 verstanden, was meine Mutter meinte. Damals habe ich das als Strafe und Ignoranz meiner ur-persönlichen Bedürfnisse verstanden.

    Welche 15-Jährige soll denn die Auswirkungen und Folgen ehrlicher Weise überblicken? Dieses Geschäft ist mehr als nur moralisch fragwürdig. Es hält aber so einige am Leben…


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