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Deos ohne Aluminiumsalze – was können sie?

Ich bin im Deo-Regal für gesündere Achseln halbwegs fündig geworden, soviel vorweg. Dabei hatte ich die Testerei von Deos ohne Aluminiumsalze im Prinzip schon aufgegeben. Im vergangenen Jahr hatte ich für meinen Kosmetik-Blog die damals neuen Hauschka-Deo-Roller getestet. Und festgestellt, dass sie mich im Stich lassen, sobald mein Körper in Wallung kommt, er sportlich bewegt wird, es draußen sehr sommerlich ist oder einfach der Tag etwas länger dauert.

Schöne Düfte nach Rose und Minze-Salbei hin oder her – als verlässliche Begleiter durch jeden Tag haben sie sich nicht herausgestellt.

Vor einigen Jahren hatte ich die Suche nach einer Aluminiumsalz-Alternative schon einmal gestartet. Und zum Beispiel in Frankreich einen Alaun-Stift erstanden. Für nutzlos befunden, überließ ich ihn erst dem Verstauben und irgendwann der Mülltonne.

Deos, das sollte ich an dieser Stelle noch einschieben, sind nicht dasselbe wie Antitranspirant-Produkte. Letztere unterdrücken (und das zumeist mithilfe einer hochkomplexen Zusammensetzung, zu der unter Krebsverdacht stehende Aluminiumsalze gehören) die Bildung von Schweiß. Das tun Deodorants nicht: Sie sorgen mit antibakteriellen Substanzen und Düften (auf die auch nicht jede/r gleich gut reagiert) für ein In-Schach-Halten des Körpergeruchs.

Ich möchte hier also nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, das wäre weder fair noch sinnvoll.

Aktuell fluten gerade viele Hersteller den Markt mit aluminiumfreien Deos, die sogar mit 24-Stunden Sicherheit und Sensitiv-Versprechen werben. Vor einigen Wochen bat mich dann eine meiner Yogaschülerin, die wie ich als Beauty-Journalistin arbeitet, sie bitte nicht zu korrigieren: Sie würde gerade Aluminiumsalz-freie Deos testen und könne sich gerade selber nicht mehr riechen: Weil die Produkte in Serie versagen würden! (Körpergerüche grundsätzlich hygienischer Menschen stören mich in meinem Unterricht übrigens nie!).

Jedenfalls fiel mir in dem Moment ein: Ich habe selber noch einige aluminiumfreie Deodorants im Test: aus der konventionellen Kosmetik das neue“ CD Wasserlilie“, seit Juni 2016 erhältlich und Flieger-tauglich, weil nicht flüssig; sowie eine Neuheit von Eucerin. Und aus dem Naturkosmetik-Sektor ein Novum von Primavera.

Da inzwischen laut Marktstatistik jedes 3. in der Apotheke gekaufte Deo eines ohne Aluminiumsalze ist, kann man darauf setzen, dass sämtlichen großen Kosmetikmarken einiges an Entwicklungsarbeit in die neuen Produkte haben einfließen lassen, um in diesen von den großen Naturkosmetik-Labels schon recht gut besetzten Markt nachzuziehen. Ich habe also zuversichtlich losgetestet.

Deos mit bioätherischen Ölen

Hier gefällt mir das neue Deo von Primavera: Deren Ingwer-Limette-Deo für 10 € macht sich speziell im Sommer hervorragend. Wegen des frischen Dufts, natürlich. Aber auch ob seiner intelligenten Bio-Zusammensetzung:

  • Kalamansiextrakt für die antibakterielle Wirkung ist reich an Vitamin C und Zitronensäure,
  • Salbeiwasser hemmt die Bildung geruchsverursachender Bakterien
  • Aloe Vera beruhigt und pflegt die Haut
  • Hamameliswasser wirkt klärend, ausgleichend und erfrischend
  • ätherisches Ingweröl ist ein antibakterielles und besänftigendes Element
  • erfrischendes Limettenöl wirk sanft adstringierend und antiseptisch,

Wie meine anderen Bio-Kandidaten nutze ich sie, und zwar an Tagen mit wenig Menschenkontakt oder wann immer ich zwischendurch mal einen Waschlappen zum Erfrischen nutzen kann.

Sie duften allesamt herrlich, weshalb ich mit diesen Deo-Preziosen ein kleines bisschen geizig bin. Von der Wirkung kann ich bislang keinem attestieren, 24 Stunden zu funktionieren. Und das sage ich als Frau, die selbst in der Sauna kaum ins Schwitzen kommt.

Auch die eingangs erwähnten von Dr. Hauschka verwende ich natürlich weiterhin: Rose, wenn ich es kuschelig und sinnlich mag, die tolle Minz-Salbei-Variante, sobald mir der Sinn nach Frisch steht.

Meine Wertung: die Drogerie-Deos von CD und Eucerin

Der Deo-Stick von CD kommt ohne Parabene, ohne Aluminiumsalze, ohne Alkohol und ist daher auch für empfindliche Haut in Ordnung. Weiße Rückstände hinterlasse er nicht, verspricht das Unternehmen dahinter, aber einen 24-Stunden-Schutz und die Einhaltung der Vegan-Richtlinien.

Die Eucerin-Variante „Roll-on Empfindliche Haut 24h“ ist ein Roll-on, das an Neurodermitis-Patienten auf Hautverträglichkeit getestet wurde. Die für die Geruchsentwicklung verantwortlichen Bakterien (Schweiß als solcher ist nämlich geruchsneutral, erst in den Kombination mit den auf der Haut immer lebenden Bakterien kommt es zu den bekannten Ausdünstungen … weshalb klar ist: Wer stark riecht, wäscht sich höchstwahrscheinlich zu selten) soll ein antibakterieller Wirkstoff in Schach halten.

Und entgegen einige Zweifel muss ich sagen: Ich habe mich nicht unangenehm gerochen. Ich wurde beim CD-Test sogar krank, habe dreimal in einer Nacht meine Bettwäsche durchgeschwitzt. Und habe am Morgen danach nichts Auffälliges gerochen. Ich bin daher einigermaßen perplex und frage mich: Wie machen sie das?

Ein Blick auf die Inhaltsstoffe zeigt, dass hier zwar auf vieles verzichtet wird, was nicht auf die Haut muss oder sollte. Einige Klassiker der konventionellen Kosmetik sind bei dem Preis von 2,29 € allerdings zu erwarten; Biokosmetik kostet immer deutlich mehr. Aber einen Versuch könnte euch dieser Stick wert sein, wenn ihr kostenbewusst einkaufen müsst und euch dennoch der Sinn nach weniger Aluminium auf der Haut steht.

Das Eucerin-Pendant zum Preis von 8,25 € für das 50-ml-Roll-On konnte in Sachen Zuverlässigkeit ebenfalls für einige ruhige Stunden punkten, nicht minder als das Erstgetestete. Hier sind einen Hauch mehr Duftstoffe im Spiel, auch wenn es als „sensitiv“ klassifiziert wird.

Und doch: Ich kann mich nach wie vor nicht dazu durchringen, ihnen voll und ganz zu vertrauen. Vielleicht bin ich die Wirkung der Antitranspirante zu sehr gewohnt. Die halten mich von morgens bis abends und ohne Einschränkung auf der duftsicheren Seite. Und preislich liegen die eher auf CD-Niveau. Nicht-Naturkosmetik sind die einen wie die anderen.

Und was bleibt mir übrig an Tagen außer Haus und unter vielen Menschen? Bislang ein sehr klassisches 24-Stunden-Deo, inklusive Aluminiumsalze. Hm. Aber meine Tester-Reise ist noch nicht am Ene. Sobald ich mehr davon in meine Testfinger bekomme: Ihr erfahrt es als erste.

P.S.: Ein Zuruf meiner Beauty-Journalistenfreundin – sie schwört inzwischen auf die Alu-freie Variante von Rexona als Spray. Habe ich nicht getestet. Aber ich gebe diesen fundierten Tipp dennoch gern an euch weiter im sicheren Gefühl, dass meine liebe Kollegin sehr genau weiß, was sie tut!


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