Histaminintoleranz_ade_Ginger

Ich esse alles! Adieu, Histaminintoleranz

„Was genau kannst du jetzt nicht essen?“. lautete lange die Frage, sobald ich irgendwo zum Dinner oder Besuch eingeladen wurde. Mittlerweile antworte: „Ich esse alles. Macht euch wegen mir keine Sorgen.“

Ich esse alles. Den Satz habe ich lange nicht mehr gesagt, und so ganz stimmt er natürlich nicht. Aber Fakt ist, dass mein Körper trotz Histaminintoleranz mittlerweile so gut in Schuss, dass ein oder zwei Ausnahmen ihn nicht mehr aus der Bahn werfen. Und das geht auch mal für ein paar Tage gut, an denen ich im Prinzip wirklich „alles“ essen kann. Ausnahmen: Von Koffein wird mir schlecht und zu viel Obst macht mir Bauchschmerzen. Aber sonst: Wie cool ist das denn!

Was ist passiert? Ich habe aufgeräumt!

Es ist ziemlich toll, dass das, was ich auf meinem Blog täglich propagiere, bei mir tatsächlich so supererfolgreich war. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum ich es immer und immer wieder erzähle: Es muss aufgeräumt werden. Wo? Bei euch selbst! Wie? Das versuche ich euch hier ein bisschen näher zu bringen.

Fangen wir beim Darm an

Mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist es ähnlich wie mit Autoimmunerkrankungen. Der Körper greift sich oder die Lebensmittel, die wir ihm zuführen, an und beschädigt nebenher den Darm. Und das ist nicht gut!

Der Darm ist unser Körpergehirn, er hat fast so viele Nervenverbindungen wie das Gehirn und arbeitet völlig autonom. Produziert Hormone (unter anderem das Glückshormon Serotonin), sorgt für einen funktionierenden Stoffwechsel und eine optimale Verdauung, steuert das Immunsystem und beheimatet dieses wunderbar großartige, überaus komplexe Bakterienvölkchen, welches an eben allen diesen Vorgängen maßgeblich beteiligt ist.

Damit es eurem Darm gut geht und diesen Bakterien eine gute Heimat ist, braucht es ein funktionierendes Milieu: Die „guten“ Bakterien müssen die Überhand haben, und „schlechte“ Bakterien sowie Pilze im Übermaß und andere Störenfriede haben dort nichts zu suchen.

All das können Probiotika und Präbiotika unterstützen. Probiotika sind eine Zusammenstellung verschiedener Darm-Bakterienstämme, die ihr zusätzlich einnehmen könnt, um die gute Seite der Darm-Macht aufzurüsten. Präbiotika ist Stärke und das beste Futter für eben diese Bakterien (egal, welcher Seite sie angehören), daher sollte Präbiotika nicht ohne Probiotika eingenommen werden, denn ihr wollt ja vor allem die hilfreichen Bakterien züchten.

Weniger Gifte, mehr Wohbefinden und Gesundheit

Entgiften oder Detoxen ist so eine Modeerscheinung, vor der ich nicht genug mahnen kann: Vorsicht! Entgiften ist super und wichtig, aber nicht übertreiben – und vor allem nicht mit einem gestörten Darm. Er ist unser wichtigstes Entgiftungsorgan, die Schutzbarriere zwischen innen und außen. Am besten sucht ihr euch zuerst adäquate Hilfe bei einem Arzt, Heilpraktiker oder entsprechend ausgebildeten Therapeuten, der euch beim Entgiften unterstützt.

Man stelle sich die Darmschleimhaut vor, diese Schutzbarriere, und sie ist nicht intakt. Hat Löcher bekommen – das nennt sich Leaky Gut und kann eine Ursache der Histaminintoleranz sein. Gelangen Giftstoffe über den Darm und durch die Löcher in der Barriere in den Bauchraum, können sie wichtige Organe stören, die sich über diesen Besuch im Zweifel nicht freuen.

Wenn Entgiften, dann also vorsichtig und mit adäquater Unterstützung. Denn von Entgiftungserscheinungen zur Vergiftung ist es nicht weit – dies merkt ihr leider erst später und müsst mit dem ganzen Detoxen von vorne beginne. Auf Dauer schadet ihr eurem Körper damit mehr, als dass ihr ihn entlastet.

Diät halten– mit erlaubtem Jammern

Ja, Einschränkung nervt! Jeder, der nicht freiwillig auf Essen verzichtet, weiß: Das nervt sogar total! Man kann nicht mehr essen gehen, wird seltener eingeladen und muss viel mehr planen. Aber, hey, ihr esst ab jetzt wenigstens gesund!

Gesund nämlich für euren Körper! Weil er bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten wie Histaminintoleranz manches eben gerade nicht vertragen will. Macht nichts. Ist jetzt so. Je schneller man das akzeptiert, umso besser geht es einem damit.

Jammern ist gut und ausdrücklich erlaubt. So zwischendurch und in Maßen. Ballast ablassen – und danach schaut ihr nach wieder nach vorn und denkt: Ich werde gesund sein – das ist mein Ziel. So wird ein Schuh draus, versprochen.

Im Rahmen einer histaminfreien Diät sind sogenannte Darmschädlinge gestrichen: Weizenmehl und glutenhaltige Produkte, Kuhmilchprodukte (außer Rohmilch „direkt“ vom Bauern), vorgefertigte Supermarkt-Gerichte und Zusatzstoffe, Alkohol, vor allem Weine, sowie Zucker . Wenn es sein muss, dann nur Rohrohrzucker oder Honig (auf keinen Fall Zuckerersatzstoffe!).

Ich verzichte ganz auf Gluten, um meinen Darm und meine Schilddrüse zu schonen, und habe mir gerade eine große Ladung glutenfreie Mehle zum fröhlichen Experimentieren bestellt – da tut sich eine ganz neue Welt auf. Kurz jammern („Ich kann jetzt gar nichts mehr backen“) , dann nach vorne blicken („Doch! Nur anders!“). Alles eine Frage des Standpunktes!

Der Körper ist euer Seelenspiegel

Das Leben aufzuräumen, ist vielleicht der wichtigste Punkt, um nicht in Gewohnheiten zurück zu fallen. Und einer, an dem auch ich manchmal scheitere. Innere Konflikte, Lebensmuster, antrainierte Verhaltensweisen, sie alle behindern euch. Um zu wachsen und gesund zu werden, ist das nicht ohne neue Angewohnheiten möglich.

Das ist wahrscheinlich unsere größte Aufgabe mit diesen Unverträglichkeiten: Herausfinden, wo sie herkommen, die Themen dahinter bearbeiten, Ziele definieren und sie verfolgen. Bei mir ist es so, dass, wann immer ich etwas für mich erkannt oder verarbeitet habe, mein Körper daran sehr lange zu knabbern hatte.

Er ist mein Sensor, meldet genau, wenn ihm etwas nicht guttut. Aber er sagt mir auch, dass er auf den neuen Wegen zu mir selbst Unterstützung braucht, weil er dieses Neue nicht kennt. Dem Körper fällt es ebenso schwer wie unserem Verstand, neue Wege zu gehen und Muster zu verlassen. Nehmt also eure Körper mit, seid achtsam mit ihm und euch selbst.

Mein Status Quo: Bin ich jetzt geheilt?

Tatsächlich ist es leider so, dass mein Leaky Gut noch nicht zu 100 % wieder in Ordnung ist. Ich bin immer noch „durchlässig“, wie meine Ärztin so hübsch sagt. „Sie sind durchlässig! Für alles! Da müssen Sie sich schon mal fragen, warum Sie diese Schutzschicht verloren haben. Wo sind Sie denn in Ihrem Leben sonst noch durchlässig und schutzlos?“

Einerseits mag ich diese Fragerei nicht. Sie führt mir immer wieder vor Augen, wo ich noch nicht bin, was ich alles noch zu bearbeiten habe. Andererseits mag ich diese Fragerei – aus genau demselben Grund. Denn am Ende geht darum: Bist du glücklich und kannst du selbst sein?

Wenn ihr diese beiden Fragen für euch mit „ja“ beantwortet, seid ihr frei – und gesund! Und Nahrungsmitteleinschränkungen kannst du endlich hinter dir lassen, weil du selbst weißt, was dir guttut und, wie du dich gesund ernähren möchtest.

Nora Hodeige ist Gesundheitscoach und schreibt auf ihrem Blog über Histaminintoleranz und andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Dort versorgt sie euch mit Hintergrundwissen, feinen Rezepten und praktischen Gesundheitstipps, weil sie der Meinung ist, dass jeder seine eigene Gesundheit selbst in die Hand nehmen kann. Dass dies funktionieren kann, dafür ist sie selbst das beste Beispiel. Gerade hat sie ihr erstes Buch über die funktionalen und körperlichen Zusammenhänge von Histamin & Histaminintoleranz geschrieben – weil Wissen und Verstehen die Grundlagen eines gesunden und bewussten Lebens bilden. (Den Link zum Buch inklusive einer kleinen Verlosung bringen wir zur Veröffentlichung!)

Hier für Interessierte ein bereits von Nora herausgegebenes Buch zum Thema ganzheitliches Gesundheitstraining:

 

Weitere Links: Hier findet ihr zusätzliche medizinische Informationen zu Symptomen und Nahrungsmittellisten bei Verdacht auf oder bestehender Histaminintoleranz.

 


Eure Meinung? Ich freue mich über Kommentare

Mehr von diesem Autor

Möchtest Du uns lieben …

… und ehren, in guten wie in besseren Tagen?

Sag Ja zum Ginger Newsletter!

(natürlich geben wir deine Daten niemals an Dritte weiter)
Diese Einladung bitte nicht mehr anzeigen.
0
0

Warning: Parameter 1 to W3_Plugin_TotalCache::ob_callback() expected to be a reference, value given in /homepages/33/d264859462/htdocs/gingermag.de/wp-includes/functions.php on line 3327