Jasmin_Schlaf

Der Sandmann blüht: Topfpflanzen fürs Schlafzimmer

Ihr pflügt nachts durchs Bettzeug, wälzt euch von Seite zu Seite, Licht an, Licht aus – und morgens fallt ihr mit langen Schatten unter den Augen groggy aus den Federn? Zeit für Jasmin & Co in einer brandneuen Botanik-Ecke eures Schlafzimmers!

Und wer hätte es gedacht: Nicht alles, was schon früher in den guten Stuben stand, sollte aus der modernen Einrichtungslandschaft beseitigt werden. „Oma-Pflanzen“ wie Gardenie und Drachenbaum sind 2 von 7 Empfehlungen aus dem Grünen Reich, die euren Schlaf und damit eure Allgemeingesundheit positiv beeinflussen.

Ich denke, es wird daher für mich vor allem darum gehen, die Pflanzen modern zu arrangieren. Aber da helfen Deko-Websites oder Design-Blog als Inspiration zum Glück leicht weiter. Pinterest, ein neues Moodboard wartet! Und das Tolle: Die Kombination von nur Weiß und Grün sieht mit dem Tupfer Lavendelblau genial (beruhigend) aus.

Blüten-Power gegen schlechten Schlaf

Wie Gardenie und Lavendel besitzen Jasminpflanzen angstlösende und beruhigende Kräfte. Bestätigt hat das eine Aromatherapie-Studie von Dr Bryan Raudenbush an der US-amerikanischen Wheeling Jesuit University, vorgestellt 2002 in Washington. Morgens glücklicher aufwachen, weil abends und nachts diese zierliche Schönheit ihre Aromen verströmt – eine hübsche Idee, die einen sofort nach geeigneten Gartenhändlern in der Nähe Ausschau halten lässt. Zimmerjasmin ist aktuell (ab Januar bis April) blühend erhältlich.

Standort: Sie lieben es sonnig und hell, allerdings erspart ihr der aromatischen Nachtblüherin besser ein Zuviel an Mittagshitze. Dasselbe gilt fürs Austrocknen des Ballens oder Staunässe.

Die Gardenie, eine weitere Vertreterin aus der Gattung der Jasminoide, ist eine veritable Schlaftablette. Einer deutschen Studie zufolge hatte sie zumindest bei Testmäusen dieselbe Wirkung auf deren Neurotransmitter wie Valium. Ich habe sie bei meinen Streifzügen durch die Gartencenter stets links liegen gelassen – ich sehe sie noch durch die Zimmer meiner Großmutter wabern, als pflanzliches Pendant zu selbst geklöppelten Sofalehnen-Schondeckchen. Schön. Das wird sich ändern; ein adäquater Platz in meiner geplanten neuen Schlafpflanzen-Gesellschaft ist ihr bereits sicher, denn sie ist noch einschläfernder als Lavendel! Vielleicht kaufe ich sie als Bäumchen??

Standort: Viel Licht, keine direkte Sonnenhitze! Mag eine gesunde Luftfeuchtigkeit, daher vor allem im Winter mit Heizungs-Wassergefäßen und gelegentlichem Sprühen der Blätter nachhelfen. Ist nicht ganz so pflegeleicht.

Lavendel – ein Klassiker der Entspannungs-Schulen. Neben meinen Kissen wohnen jedenfalls kleine Gaze-Säckchen, die ich am Ende des Sommers aus verblühenden Lavendelpflanzen immer frisch zusammenschnüre. Als natürliche Schädlingsbekämpfer wachsen sie zwischen meinen Rosen– das sieht gut aus, duftet mich beim Sommer-Mittagsschlaf auf dem Rasen freundlich von der Seite an und wirkt so auf mich und Beetbewuchs gleichermaßen.

Die Wissenschaft hat dieser vielseitig im Haushalt zu nutzenden Pflanze längst attestiert, dass ihre ätherischen Düfte Schlafprobleme und Angstzustände mildert. Ein- und Ausatmen zur Beruhigung in kritischen Situationen holt euch also doppelt runter, wenn ihr dabei ein bisschen Lavendelöl von euren Handgelenksinnenseiten inhaliert.

Standort: Eigentlich möchte der Lavendel raus, in Garten, Balkon- oder Terrassentöpfe. Im Haus ist ihnen Wärme, die sie draußen lieben, aber schnell zu viel! Da Schlafzimmer in der Regel eher nicht beheizt sein sollten, empfehle ich einen sonnigen Fleck auf oder nahe der Fensterbank. Keine Staunässe und etwas Kiesel in die durchlässige Erde geben, mein Tipp.

Saubere Luft – Flora sei Dank!

Luftreinigende Eigenschaften von Pflanzen sind überall im Haus willkommen. Damit punktet der Bogenhanf, der ebenfalls eine lange Zimmerpflanzentradition hat. Zu Recht: Die NASA listet diese auch im Feng-Shui bedeutsame Pfanze auf ihrer Top 12 aller botanischer Luftverbesserer. Und was denen wichtig ist, soll uns ja nur Recht sein. Der relativ schmucklose, blättrige Bogenhanf kann – aparte Eintopfung und Präsentation vorausgesetzt (schön sieht ihr Stil in reihen angeordnet aus oder in Mehrfachbepflanzung) – durchaus dekorative Akzente setzen.

Standort: Überall, weil genügsam; setzt sogar im Schatten sein langsames Wachstum fort.

Als Wachhund in Sachen Luftkontamination gesellt ihr eine Aloe Vera zur Boudoir-Botanik hinzu. Sie spürt Chemiedämpfe auf (zum Beispiel aus aggressiven Haushaltsreinigern oder der Bausubstanz) und bekommt bei hoher Belastung damit braune Flecken.

Standort: Konstant warm, hell, trocken, Halbschatten lauten die wichtigsten Fensterbank-Schlüsselwörter für diese Tropenpflanze. Der Boden darf gern durchlässig sein, Staunässe ist immer keine gute Idee.

Der rote Drachenbaum welkte einst in fast jeder Bürolobby vor sich hin. Diese schmalblättrige Zimmerpflanze eliminiert Luftgifte bis hin zu Formaldehyddämpfen oder Trichlorethylen, jenes Lösungsmittel in Kunststoffen, das Hirnzellen tötet … Fälschlich als zu pflegeleicht abgestempelt, sind diese Bäumchen nur dann handzahm und anspruchslos, wenn ihr diese wenigen Ansprüche kennt und erfüllt.

Standort: Keine direkte Sonnenhitze, ein Mix aus viel Licht und Schatten, niemals einen nassen Fuß – damit macht ihr schon viel richtig. Sobald ihre Blätter an den Spitzen braun werden, sendet sie eindeutig das Signal: Lest bitte ein paar Pflegetutorials im Web und helft mir.

Menschen mit braunem Daumen stopfen dann vielleicht doch lieber eine Pothos in ihr comeback-trendiges, Makramee-ummanteltes Hängetöpfchen. Wenig Licht, und das Gießen muss leider auch eher vernachlässigt werden? Macht wenig, kaum jemand im Florakosmos steckt Missachtung so gut weg wie sie. Auch diese Kletterpflanze steht auf der NASA-Luftreinigerliste – passend, denn Raumfahrtjungs haben ja auch ein Weltall anderer Dinge zu tun.

Standort: Eigentlich überall. Lasst die Erde trocken werden vor dem nächsten Gießen.




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