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8 simple Anti-Stress-Auswege  

Im Wachzustand ist der moderne Zivilisierte tausenden von Reizen ausgesetzt. Jeder davon fordert vom Gehirn Aufmerksamkeit. Die jüngsten Social-Media-Beiträge. Das Handy. Die Mails. Das Bürotelefon. Apps, die Meldung machen.

Kollegen mit ihren Befindlichkeiten. Die Jobaufträge, das Großraumbüro, das Radio, das TV, die Spielkonsole-Geräuschkulisse aus den Zimmern der Kinder. Der Partner, die Freunde, die Familie. Ja, Umweltreize sind nötig, um das Gehirn auf Trab zu halten. Ja, es filtert selbständig die wichtigen aus den vielen Informationen heraus. Und ja, das stelle ich mal ganz ohne Studie dazu in den Thesen-Raum: Zwischen Reizüberflutung und Stress könnte es eine enge kausale Verbindung geben.

Was tun, um das tägliche Stressrauschen zu mindern? Muss es gleich eine Lebens-Neugestaltung sein? I wo. Glauben wir daran, dass Burnout nur die anderen bekommen, und landen auf Krankenkasse in der Managerklinik? Auf keinen Fall. Ich hätte zum Anfang ein paar eigene, simple Strategien im Angebot – sowie ein kurioses Fundstück zum Thema aus dem Netz.

1) Musik: nein, danke.

Früher fing schon mein Morgen mit Musik an: Der Radiowecker, man erinnert sich. Dann habe ich auf einem Yoga-Retreat erstmals 2 Tage schweigen müssen, in Gesellschaft. So eine Art Vipassana light. Kein Sprechen, kein Lesen, keine technischen Ablenkungen vom Denken, etwa durch iPod, Autoradio, Fernsehen. Ein bisschen davon habe ich danach in meinen Alltag übernommen. Und kann deutlich besser fokussieren, seit nicht mehr ständig irgend ein Geräuschteppich im Hintergrund meiner Tage ausgerollt wird.

2) Was ist schon wichtig?

Ja, das Gehirn weiß, was wichtig oder weniger wichtig ist. Filtert Letzteres zu weißem Rauschen weg, ganz ohne hinzu geschaltetes Bewusstsein. Das heißt nicht, dass man es nicht doch und aktiv und ganz willentlich selber aktivieren könnte. Zum Beispiel so: Jeder Gesprächs-Aufreger, den man als letztlich banal identifizieren kann, findet ohne die weitere persönliche Beteiligung statt. Sollen sich gern andere an Dingen abarbeiten, die es bei genauerer Betrachtung gar nicht verdienen, dass wir unsere wertvolle Zeit an sie verschwenden. Ob Uschis Schuhe zu ihrem Stil passen. Angela Merkels Mann ein Leisetreter zu sein scheint. Johann ein guter/mittelmäßiger/unerträglicher Kollege ist. Veganismus in der Familie. Themen wie diese bereichern selten das persönliche Dasein. Man könnte dazu einfach mal den Mund halten und in eine erholsame innere Ruhe wegdriften.

3) Nachrichten filtern

Seit ich denken und fernsehen kann, beginnen die 20.15-Uhr-Nachrichten mit Mord und Totschlag. Der Nahe Osten. Die USA, Irak, Afghanistan. Im Urlaub auf einer sehr weit entfernten Insel blieb ich davon einmal über Wochen verschont. Kam zurück, stellte sie wieder an – und hatte dasselbe Gefühl wie Bill Murray in „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Seitdem schalte ich Nachrichten nur noch ein, wenn ich mich aktiv über etwas informieren will, das den Menschen um mich herum offensichtlich neu und wichtig zu sein scheint. Man staunt, wie selten das der Fall ist, sobald man sich einmal ans Abschalten gewöhnt hat. Und Mord und Totschlag mit System halte ich sowieso nicht für besonders wichtig.

4) Die Welt auf den Kopf stellen

Eine kurze Perspektiv-Veränderung wirkt Wunder. Ein Handstand an der Bürowand oder auf einem Kinderspielplatz in der Nähe einfach mal kopfüber vom Klimm-Reck baumeln: Wirkt wie ein kleiner Neustart für den Geist. Wer 30 Minuten Yoga zu Hilfe nimmt, etwa mit so einer ausgewiesenen Anti-Stress-Sequenz, intensiviert diesen Effekt.

5) Termine machen für die Freizeit

Als Freiberuflerin kommt man schnell in den Sog der permanenten Arbeits-Verfügbarkeit. Interessanter Weise geht das aber heute auch schon festangestellten Arbeitnehmern ganz ähnlich. Man ist abends, am Wochenende und sogar im Urlaub noch gedanklich mit den Aufträgen beschäftigt. Für den wichtigen Ausgleich – die Re-Kreation, die nicht ohne Grund so heißt! – bleibt dabei kaum Raum. Es sei denn, man schafft ihn selber. Macht mit sich selber einen verbindlichen Termin für Yoga oder einen Spaziergang, für eine Stunde mit dem Nachwuchs, in der das Handy NICHT angeschaut wird … Die Welt geht niemals unter, nur weil wir einmal eine Stunde später auf eine Mail antworten oder jemanden zurückrufen. Und wer sich schwer tut, lernt halt zu flunkern: „Ich konnte nicht früher, ich hatte einen ganz wichtigen Termin …“

6) Eine Verabredung absagen

„Also, wenn ich mir meinen Kalender so ansehe, könnte ich Dir einen Termin in drei Wochen anbieten, früher auf keinen Fall!“. So geht das Spontan der deutschen Neuzeit. Unangemeldete Besuche finden wir heutzutage nur noch in anderen Kulturen toll. In vielen Ländern besucht man Freund und Familie dann, wenn man sie sehen will. Klingelt, und entweder passt es oder eben nicht. Undenkbar in unseren Gefilden! Aber wenn ich mich heute für einen Tag in Wochen verabreden soll – wer sagt dann, dass ich an dem Tag überhaupt Lust habe? Oder noch Energie? Ich habe mir daher längst die Freiheit genommen, Freundschaft nicht in Stress ausarten zu lassen. Und sage ganz ehrlich ab, wenn ich im Misfit-Modus bin. Das Tolle für den anderen: Mal ein unverhofft freier Abend. Man verliert sich deshalb ja nicht gleich aus den Augen.

 7) Rekreation für Nicht-Kreative

Wer sich in Buchläden über die wachsende Zahl interessant aussehender Ausmalbücher wundert: Hier kommt die Erklärung. Während Kinder ihre Daumenmuskulatur an Spielkonsolen stählen, sind seit einigen Jahren Erwachsene die neuen Malbuchkäufer! 300 Prozent beträgt der Anstieg an verkauften Malbüchern in England, bei uns sieht es ähnlich gut aus für die Verlage. Ausmalen mag nicht gerade die herausforderndste kreative Beschäftigung sein, aber sie scheint den Geist zu beruhigen. Alternativen für den Hausgebrauch sind unter anderem Bügeln (mit oder ohne Musik), Tiergarderobe basteln mit der Strickliesel oder Tomatenzüchten.

8) Die Voicemail abschalten

Ich habe durch einen Zufall seit Jahren keine Voicemail mehr. Und somit nie das dringende Gefühl, mich bei irgend jemand zurück melden zu müssen, dessen Anruf mich nicht sofort erreicht hat. Mein Motto: Wer dringend etwas will, versucht es wieder (und wieder) oder nutzt Mails, WhatsApp, Facebook … Alles andere ist nicht dringend. Ist ja nicht so, als ob wir unerreichbar wären, Aber ein Aufmerksamkeit-Drängler weniger macht schon einen Unterschied!


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