Barfußgehen_Sabrina_Fox

10 überraschende Gründe fürs Barfußgehen

Sabrina Fox legt nach über einem Dutzend Bücher ein neues vor; die Chronik eines ungewöhnlichen Experiments. In „Auf freiem Fuß – Ein Jahr ohne Schuhe?“ beschreibt die Autorin, was sie zum dauerhaften Barfußlaufen gebracht hat und wie es ihr damit ergangen ist. Persönlich, aber auch im Zusammenhang mit anderen. In GINGER erzählt sie, warum sie das Barfußgehen nicht mehr missen möchte.

Sabrina_Fox

Yoga ist eine der wenigen „Sport“-Arten, bei denen die Füße sich bewegen dürfen. Und zwar ganz natürlich: barfuß. Und wie wir alle wissen, lieben unsere Füße das. Also habe ich mich gefragt: Warum machen wir es nicht viel häufiger?

Die meiste Zeit tragen wir Schuhe. Solche mit harter Sohle, mit hohen Absätzen und sowieso viel zu viele, die den Fuß unbeweglich halten. Ich wollte ausprobieren, was passiert, wenn ich auf Schuhe verzichte. Und so trage ich seit über einem Jahr (fast) keine mehr.

 10 Gründe, warum es so viel schöner ist, barfuß zu gehen

  1. Barfuß sein macht Spaß!

So, wie wir uns keine Plastiktüte über den Kopf ziehen, wenn wir jemanden küssen und spüren möchten, so braucht auch unser Fuß keinen Schuh, wenn er sich bewegen will. Er lässt uns die unterschiedlichsten Bodenbeläge spüren: hart oder weich, trocken oder feucht, wellig oder glatt, warm oder kühl, matschig oder sandig. Jeder Schritt ein Abenteuer!

  1. Kalte Füße werden warm.

Unsere Füße sind in Schuhen eingesperrt wie in einem Gipsbett: Die meisten Sohlen sind deutlich zu starr und unbeweglich, die Schuhe haben zu viel Dämpfung, schnüren ein. Beim Barfußlaufen erwachen die Füße wieder, der Körper registriert schnell, dass da unten wieder etwas passiert. Er fängt an, die Füße besser und schneller zu durchbluten. Die Zeit der Bettsocken ist vorbei!

„Ist Ihnen nicht kalt?“ ist die Frage, die ich am häufigsten beantworten muss. Die Augen glauben, es ist kalt. Aber die sitzen warm verpackt mitten im Kopf. Die Füße dagegen – wenn sie es denn ausprobieren dürfen – finden es meistens gar nicht kalt.

  1. Endlich: Das Ende der Blasenpflaster.

Meine Haut an den Füßen ist sehr empfindlich, ein Leben ohne Blasenpflaster hielt ich früher für schier unmöglich. Ich hatte immer einige im Portemonnaie dabei, um mir und anderen Frauen auszuhelfen. Eines habe ich immer noch dabei: das zum Verschenken.

  1. Jeder Weg eine Fußmassage.

Schritt um Schritt stimuliert das Barfußgehen alle Akupressurpunkte des Fußes, das gesamte Gewebe wird gut durchblutet, der Fuß in kurzer Zeit viel beweglicher. Im Prinzip könnten wir nämlich jeden einzelnen Zeh einzeln bewegen. Und nach einer Weile Barfußgehen erleben wir – wie beim Yoga –, wie viel flexibler wir auch an den Füßen werden. Außerdem stimuliert Barfußlaufen unsere Fußnerven; besonders bei Krankheiten, die verkümmerte Nervenenden zur Folge haben, eine wunderbare Nachricht.

  1. Niemand steigt mir mehr auf die Zehen.

Seit ich barfuß gehe, ist mir niemand mehr auf die Füße gestiegen, und ich stoße mir nur noch ganz selten die Zehen am Sofabein. Warum? Weil ich jetzt weiß, wo meine Füße sind: Ich spüre sie immer als angenehmes Vibrieren. So passiert selten etwas Unachtsames.

  1. Mehr Hier und mehr Jetzt.

Barfußgehen ist eine Aufmerksamkeitsübung. Wir erspüren uns als ganzen Körper. Wir treten bewusster auf und leiser. Jeder Schritt wird achtsam gesetzt. Wir können gar nicht mehr nach dem Rhythmus anderer gehen. Wir folgen unserem eigenen.

  1. Die Haltung verbessert sich.

Der Körper findet zurück zu einer natürlichen Beweglichkeit, die gesamte Skelettstruktur kann sich entspannen. Der siebte Nackenwirbel, der bei vielen von uns extrem heraussteht (Stichwort: Monitor-Hals), entwickelt sich zurück in seine natürliche Position.

  1. Ein Genuss: die überraschten Blicke von Ärzten und Physiotherapeuten.

Mit so vielen positiven Veränderungen rechnet dann doch niemand: Schmerzen werden weniger oder verschwinden, das Immunsystem ist gestärkt, Sehnen und Bänder sind elastischer, die Fußgewölbe ist stabiler, der Beckenbereich offener, Krampfadern gehen zurück, Hornhaut ist Geschichte – und ihr sagt „bye bye“ zu Fußpilz, Fußschweiß und allen unangenehmen Gerüchen. Nur dass man vom Barfußgehen keine Blasenentzündung bekommt, das wussten die Mediziner auch schon.

  1. Eltern: Tut Gutes für eure Kinder.

Kinder, die barfuß gehen, entwickeln gesunde Füße. Wenn Kinder laufen lernen, treten sie barfuß zuerst mit dem Vorderfuß auf. Das würden wir alle machen, wären da nicht die Schuhe. Sie machen so einen Gang fast unmöglich. Viele von uns haben zudem gelernt, es sei gesund, den Fuß von der Ferse nach vorne abzurollen (stimmt nicht). Für den Vorderfußgang bzw. Ballengang müsste die Sohle beweglich sein. Also sind wir fast alle im Fersengang gelande. Der schiebt mit enormer Wucht Schockwellen durch unseren Körper, die wir nur nicht spüren, weil wir Sohlen tragen, die den Schmerz abfedern.

  1. Endlich mehr Platz im Koffer.

5 paar Schuhe für ein Wochenende? Die Zeiten sind für mich Gott sei Dank vorbei. Allein dafür lohnt sich das Barfußgehen! Ich habe für Notfälle ein paar Barfußschuhe dabei, die passen bequem in meine Handtasche. Und habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ihr ohne Schuhkauf einen Haufen Geld spart?


  1. Ballengänger

    Die wahre Vorteil des Barfußgehen ist gar nicht im Barfußgehen selbst begründet, sondern in der alternativen bzw. natürlichen Gangart. Echte Barfußgeher gehen nicht im Fersengang, sondern im Ballengang. Sie treten zuerst mit dem Vorfuß auf. Quer- und Längsgewölbe und auch Waden dienen als Dämpfungssystem, Blut wird nicht in die Zehen gedrückt, es gibt eine doppelte Venenpumpe. Platt-, Senk-, Spreißfuß, Hallus Valgus, Schweißfüße, Außengang aufgrund von Hüfteinschränkungen, daraus folgende Knieprobleme und auch Rückenprobleme treten erst gar nicht auf. Von der Körperfehlstellung durch eine unnötige Absatzsprengung im Schuh mal ganz abgesehen.
    Wer barfuß oder in Socken durch die Wohnung geht muss den Ballengang anwenden um tatsächlich was für sich zu bewegen. Und wer auch im Alltag seinem Körper was Gutes tun will sollte den Umstieg vom Fersengang (Orthopädisches Abrollen) zum Ballengang (natürlicher Gehstil) vollziehen. Interessant ist dass die Menschen wahrscheilich erst seit wenigen Jahrhunderten falsch gehen und auch Kleinkinder in den ersten Jahren noch den Ballengang anwenden bis falsche Schuhe eine Umstellung zum Fersengang erzwingen.
    Wer nicht barfuß gehen will benötigt Schuhe, die so weit wie möglich wie barfuß sind. Nur Barfußschuhe bieten Nullabsatz, flexible Sohle, breite Zehenbox und vor allem kein Fußbett. Man schaue sich z.B. die Schuhe vom Ötzi an, der mit seinen Barfußschuhen vor Tausenden von Jahren die Alpen überquert hat. Wer diese Art von Schuhe kaufen will sollte nicht annehmen diese er diese in einem „guten“ Schuhgeschäft kaufen kann. Neben sehr wenigen Läden bleibt nur die Bestellung im Internet. Zur Vertiefung des Themas empfehle ich eine Suche nach „Ballengang“ und „Barfußschuhe“ im Internet.


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